24. April 2020 / 11:24 Uhr

Die Traumelf von Dannie Osterhoff

Die Traumelf von Dannie Osterhoff

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Trainiert seit Sommer 2019 den Verbandsligisten Wiker SV: Dannie Osterhoff.
Trainiert seit Sommer 2019 den Verbandsligisten Wiker SV: Dannie Osterhoff.
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Da der Fußball sich derzeit eine Auszeit gönnt, haben wir die Gelegenheit genutzt und Akteure des Kieler Amateurfußballs nach ihren Lieblingskickern gefragt. Heute stellt Dannie Osterhoff, Trainer des Verbandsligisten Wiker SV, seine persönliche Traumelf vor.

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KN Sportbuzzer: Moin Dannie. Auch du warst so nett und hast für uns deine persönliche Traumelf erstellt. Wer soll in diesem Dream-Team den Platz zwischen den Pfosten einnehmen?

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Osterhoff: Meine Wahl fiel auf Marko Behrens. Er war so eine Art Vaterfigur für mich nachdem es mich damals zum Wiker SV verschlug. Ich war zarte 17 Jahre alt, während Mucki schon so Anfang 30 gewesen dürfte. Von ihm konnte ich jedenfalls so Einiges lernen, während ich meine ersten Schritte im Herrenfußball unternahm. Darüber hinaus ist er aber auch schlichtweg einfach ein richtig guter Torhüter.

KN Sportbuzzer: Apropos Torhüter. Wenn man deinen fußballerischen Werdegang genauer in Augenschein nimmt, dann stellt man fest, dass du im Oktober 2015 beim Kreisliga-Spiel zwischen der TSG Concordia Schönkirchen II und dem TSV Altenholz II bei der TSG im Tor standest. Wie kam es dazu?

Osterhoff: Nun, ich wurde gefragt ob ich aushelfen könnte. Ich erklärte mich bereit und sagte, dass ich dann aber gerne ins Tor möchte. Trainer Andre Stelmaszewski schickte mich dann tatsächlich ins Tor. Und ganz so schlecht kann ich meine Sache nicht gemacht haben, schließlich tauchte ich danach sogar in der Elf der Woche auf.

KN Sportbuzzer: Kommen wir zurück zu deiner Traumelf und zu deren Abwehrformation. Als bekennender Fan des FC Bayern München finden sich sicherlich auch Spieler von der Säbener Straße in deiner Elf ein?

Osterhoff: Das ist korrekt. Philipp Lahm und Niklas Süle wären meine Kandidaten.

KN Sportbuzzer: Warum genau diese beiden FCB-Akteure?

Osterhoff: Über Philipp Lahm muss man sicherlich keine großen Worten verlieren. Das war einfach ein solider Spieler, der über Jahre hinweg konstant seine Leistungen abgerufen hat. Niklas Süle fand ich erst nicht so gut und hatte nach seinem Wechsel nach München zunächst noch leichte Zweifel an seiner Qualität. Doch mit der Zeit hat er mich zunehmend überzeugt. Er besticht durch gutes Passspiel und auch die Körpergröße stimmt bei ihm. Bei einem Innenverteidiger kommt es darauf an, dass er entweder den Ball gewinnt oder alternativ seinen Gegenspieler im Griff hat. Bei Süle ist dies der Fall.

KN Sportbuzzer: Wen würdest du darüber hinaus noch in die Verteidigung beordern?

Osterhoff: Niklas Mohr und Lennart Prehn, die ich beim Osdorfer SV trainiert habe.

KN Sportbuzzer: Womit haben sie sich deine Nominierung verdient?

Osterhoff: Beide Spieler kicken seit etlichen Jahren in Osdorf und diese Vereinstreue weiß ich sehr zu schätzen. Darüber hinaus zählten sie trotz ihres fortgeschrittenen Alters zu den Leistungsträgern und sie waren Spieler, die sich stets Gedanken machten und mit denen ich mich folglich gut austauschen konnte. Mit Lenny hatte ich jedoch zunächst keinen wirklich guten Start, schließlich war er nicht gerade sehr trainingsfleißig. Wir hatten dann aber ein klärendes Gespräch und dann hat er sich prompt gesteigert. Obwohl er schon 34 Jahre alt war, demonstrierte er Kopfball-und Zweikampfstärke und war somit eine regelrechte Bank. Auf jeden Fall ist er ein ganz toller Typ, der vermutlich auch noch mit 40 kicken wird.

KN Sportbuzzer: Kommen wir zu den von dir auserwählten Mittelfeldakteuren. Auf wen fiel deine Wahl?

Osterhoff: An Michael Ballack komme ich nicht vorbei. Er war mein größtes sportliches Vorbild und bekleidete die gleiche Position auf der auch ich gespielt habe. Ballack war ein unangenehmer Typ, gallig im Zweikampf und ein echter Leader auf dem Platz.

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KN Sportbuzzer: Hast du noch weitere Profis in deinem Aufgebot?

Osterhoff: Ja, und zwar Timo Hempel.

KN Sportbuzzer: Das ist eine interessante und zugleich überraschende Personalie. Warum fiel deine Wahl auf diesen Akteur, der im Laufe seiner Karriere fast ausschließlich in der Regionalliga zum Einsatz kam?

Osterhoff: Ich habe ihn damals mehrfach gesehen als ich in jungen Jahren bei Holsteins C-Junioren aktiv war. Er war sicherlich nicht der technisch versierteste Spieler, doch insgesamt gesehen hat er mich durchweg begeistert. Hempel war eine Arbeitsmaschine, die unermütlich geackert hat. Darüber hinaus war er schnell wie Speedy Gonzales und konnte wahnsinnig präzise Flanken schlagen. Heutzutage dürfte es dieser Spielertyp jedoch schwer haben sich durchzusetzen.

KN Sportbuzzer: Welche Spieler komplettieren dein Mittelfeld?

Osterhoff: Timm Asphal, Philipp Harder und Malte Lucht.

KN Sportbuzzer: Erkläre das unseren Lesern bitte genauer.

Osterhoff: Mit Timm kickte ich beim Preetzer TSV zusammen, der damals eine richtig geile Truppe beisammen hatte. Zu ihm hatte ich eine richtig enge Bindung. Und auf dem Platz wusste er auch zu überzeugen. Timm war ein absolutes Kopfballungeheuer und überall auf dem Feld stets präsent. Bei ihm stimmte einfach das Gesamtpaket. Philipp habe ich seinerzeit in Schönkirchen trainiert. Bei ihm hat alles Hand und Fuß und außerdem hat er ein gigantisch gutes Gefühl für den Raum. Als es ihn zur Molfseer A-Jugend zog, befürchtete ich, dass dies wohlmöglich eine Fehlentscheidung sein könnte, doch glücklicherweise habe ich mich da getäuscht. Er ist jedenfalls ein Spieler dem ich es zutraue, dass er in Zukunft noch höherklassiger spielt. Und Malte ist ein langjähriger Weggefährte, den ich auch heute noch regelmäßig sehe. Ganz witzig ist jedenfalls sein Werdegang. Er spielte damals in der zweiten Mannschaft des Wiker SV und war dort der mit Abstand beste Mann. Unser Trainer, Mario Schülke, wollte ihn unbedingt in der ersten Mannschaft sehen und redete deshalb unermütlich auf ihn ein. Irgendwann waren Marios Überredungskünste von Erfolg gekrönt und Malte wurde dann recht schnell zum Stammspieler.

KN Sportbuzzer: Nun fehlt deiner Elf nur noch ein würdiger Stürmer.

Osterhoff: Meine Wahl fiel auf Sebastian Klimmek. Er war nicht nur mein Trauzeuge, sondern ich kenne ihn auch schon seit der zweiten Schulklasse. Er hat von allen genannten Spielern jedenfalls die mit Abstand beeindruckenste Entwicklung genommen. Damals spielte er noch mit dem TSV Schilksee in der A-Klasse und zuletzt war er Stammkraft beim Oberliga-Spitzenteam SV Todesfelde.

KN Sportbuzzer: Und wer sollte diese Elf deiner Meinung nach trainieren?

Osterhoff: Mario Schülke.

KN Sportbuzzer: Vielen Dank Dannie, dass du dir die Zeit genommen hast und uns diesen persönlichen Einblick gewährt hast.