08. April 2020 / 13:47 Uhr

Die Traumelf von Frank Knocke

Die Traumelf von Frank Knocke

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Trainert nun schon seit etlichen Jahren den MTV Dänischenhagen: Frank Knocke.
Trainert nun schon seit etlichen Jahren den MTV Dänischenhagen: Frank Knocke. © Jürgen Griese
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Da der Fußball sich derzeit eine Auszeit gönnt, haben wir die Gelegenheit genutzt und Akteure des Kieler Amateurfußballs nach ihren Lieblingskickern gefragt. Heute stellt Frank Knocke, Trainer des Verbandsligisten MTV Dänischenhagen, seine persönliche Traumelf vor.

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KN Sportbuzzer: Moin Frank. Wir baten dich darum uns deine persönliche Traumelf mitzuteilen. Zu welchen Ergebnissen haben deine Überlegungen geführt?

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Knocke: Ins Tor stellen würde ich Toni Schumacher. Meine Außenverteidiger wären Berti Vogts und Philipp Lahm. In der Innenverteidigung würde ich mit Fabio Cannavaro und Martin Stranzl auflaufen wollen. Im Mittelfeld wären Lothar Matthäus, Socrates und Maradona meine Kandidaten und in vorderster Front würde ich Messi, Pele und Gerd Müller nominieren.

KN Sportbuzzer: Damit finden sich immerhin drei ehemalige Spieler deiner geliebten Gladbacher Borussia in deiner Elf ein. Über Vogts und Matthäus muss man sicherlich kein Wort verlieren. Die Berufung von Martin Stranzl überrascht jedoch ein wenig. Warum fiel deine Wahl auf den Österreicher?



Knocke: Stranzl war ein beständiger, verlässlicher und richtig guter Typ mit einem herausragendem Kopfballspiel. Zudem ist er mit jedem Jahr immer noch etwas besser geworden. Damit hat er mir Einiges voraus, denn gutes Kopfballspiel klappte bei mir erst nach dem 30. Lebensjahr.

KN Sportbuzzer: Ihm an die Seite stellen würdest du Fabio Cannavaro, der es als erster Innenverteidiger schaffte Europas Fußballer des Jahres zu werden.

Knocke: Auch er hatte ein extrem gutes Kopfballspiel. Trotz seiner fehlenden Größe hatte Cannavaro eine enorme Sprungkraft und ein wahnsinnig gutes Timing. Er konnte sowohl mit flinken Dribblern, aber auch mit großgewachsenen Sturmtanks umgehen.

KN Sportbuzzer: Trotz deiner Sympathien für Mönchengladbach steht ausgerechnet ein langjähriger Akteur des 1. FC Köln zwischen den Pfosten.

Knocke: Ich habe auch über Wolfgang Kleff oder Sepp Maier nachgedacht, aber ehrlich gesagt hatten beide Torhüter meiner Meinung nach nicht die Qualität, die ein Toni Schumacher hatte. Peter Shilton wäre für mich vielleicht noch eine alternative Antwortoption gewesen.

KN Sportbuzzer: Das rüde und legendäre Foulspiel von Schuhmacher am Franzosen Patrick Battiston bei der WM 1982 schmälert deine Begeisterung nicht?

Knocke: Eigentlich nicht. Sowas kann schon einmal passieren, wenn man mit Leidenschaft bei der Sache ist. Und außerdem sind alle guten Torhüter sowieso auch irgendwo ein Stück weit bekloppt.

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KN Sportbuzzer: Gab es einen Spieler bei dem dir sofort klar war, dass er Bestandteil deiner Traumelf sein muss?

Knocke: Ja. Bei Socrates musste ich nicht lange überlegen.

KN Sportbuzzer: Der Brasilianer war schon ein ungewöhnlicher Typ. Er trainierte kaum, war Kettenraucher und zudem politisch sehr aktiv. Liegt deiner Begeisterung das "Gesamtpakat Socrates" zugrunde oder waren es seine fußballerischen Qualitäten?

Knocke: Eigentlich nur Letzteres. Socrates begeisterte mich schlichtweg mit seiner Eleganz, die er auf dem Spielfeld demonstrierte. Er selbst sagte einmal, dass nach ihm der Fußball ein anderer Fußball wurde. Damit hat er nicht ganz unrecht. Nach ihm gab es eigentlich nur noch Maradona und Messi, die in vergleichsweise ähnlicher Art aufspielten.

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KN Sportbuzzer: Im Sturm fiel deine Wahl auf Gerd Müller. Warum hast du dich für den “Bomber der Nation“ entschieden?

Knocke: Er hatte schlichtweg einzigartige Fähigkeiten. Er war kein klassischer Strafraumstürmer, der von einem kraftvollen Schuss lebte, sondern vielmehr von seiner Raffinesse. Die schnellen Drehungen auf engsten Raum beherrschte kein anderer Spieler besser. Außerdem hatte er ein gutes Gespür für die jeweilige Spielsituation. Er brachte es fertig aus nahezu unmöglichen Situationen Tore zu erzielen.

KN Sportbuzzer: Ansonsten gibt es sicherlich noch Kandidaten, die den Sprung in deine Traumelf knapp verpasst haben?

Knocke: Einige. Beispielsweise die Argentinier Mario Kempes und Daniel Passarella, die bei der WM 1978 groß aufgespielt haben. Oder auch der Peruaner Teofilo Cubillas. Auch Borussia Mönchengladbach könnte mit Harald Nickel, Allan Simonsen oder Patrick Andersson weitere Spieler stellen.

KN Sportbuzzer: Vielen Dank Frank, dass du dir die Zeit genommen hast und uns diesen persönlichen Einblick gewährt hast.