17. April 2020 / 13:09 Uhr

Die Traumelf von Mario Schülke

Die Traumelf von Mario Schülke

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Oktober 2006: Mario Schülke an der Seitenlinie beim Wiker SV.
Oktober 2006: Mario Schülke an der Seitenlinie beim Wiker SV. © Uwe Paesler
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Da der Fußball sich derzeit eine Auszeit gönnt, haben wir die Gelegenheit genutzt und Akteure des Kieler Amateurfußballs nach ihren Lieblingskickern gefragt. Heute stellt Mario Schülke, ehemaliger Trainer beim Suchsdorfer SV, beim Wiker SV und beim 1. FC Schinkel, seine persönliche Traumelf vor.

KN Sportbuzzer: Moin Mario. Auch du bist unserer Aufforderung gefolgt und hast dir Gedanken zu deiner ganz persönlichen Traumelf gemacht. Wie schwer fiel dir das Ganze?

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Schülke: Es war nicht ganz einfach, denn ich konnte so viele tolle Jungs und Wegbegleiter nicht berücksichtigen. Den von mir benannten Kader könnte ich jedenfalls noch problemlos ergänzen. Mit allen diesen Jungs verbinde ich eine geniale Zeit im Amateurfußball und erinnere mich gerne an gemeinsame Zeiten. Ich entschuldige mich schon jetzt bei denjenigen, die ich eventuell vergessen habe.

KN Sportbuzzer: Letztlich musstest du dich aber irgendwie entscheiden. Was waren für dich die wesentlichen Kriterien?

Schülke: Orientiert habe ich mich bei der Zusammenstellung des Kaders neben der Strebsamkeit und den gemeinsamen Erfolgen auch oder gerade an den Zwischenmenschlichkeiten und den Vorbildfunktionen aus meiner aktiven Zeit als Spieler und Trainer.

KN Sportbuzzer: Ok. Lass uns ins Detail gehen. Auf welchen Torhüter fiel deine Wahl?

Schülke: Im Tor ich mich für Kay-Uwe Möllenbeck entschieden. Er war nicht nur ein richtig starker Keeper, sondern eine echte Type des Kieler Fußballs. Leider ist Möllle bereits viel zu früh verstorben. Auf jeden Fall war er der verrückteste Kerl mit dem ich jemals zusammengespielt habe.


KN Sportbuzzer: Könntest du das ein wenig näher erklären oder ein konkretes Beispiel nennen?

Schülke: Ich erinnere mich beispielweise sehr gut an ein Spiel als wir bei Fortuna Stampe aktiv waren. Es gab Strafstoß für den Gegner und Mölle ging vor der Ausführung zum Schützen und sagte zu ihm, dass er ihn wie einen Apfel fressen wird, wenn er es denn wagt den Elfmeter zu verwandeln.

KN Sportbuzzer: Und? Hat der Spieler verschossen?

Schülke: Das leider nicht. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Mölle ein irrsinniger Typ war.

KN Sportbuzzer: Kommen wir zu deiner Abwehrformation. Wer sind deine Auserwählten?

Schülke: Ich habe mich für Süleymann Kavak entschieden und für Kay Nydahl, der eine echte Legende auf dem Wiker Auberg ist. Ebenfalls berufen musste ich Jaroslaw Lesczynski, der sich ja selbst als bester “ Vrrteiddiger“ der Welt bezeichnet. Von daher musste er einen Stammplatz finden. Neben ihm performt Luk Gärtner mit seinen weißen dünnen abgeknapperten Salzstangen als Beinen.

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KN Sportbuzzer: Kommen wir zu den von dir auswählten Kandidaten für die Mittelfeldpositionen.

Schülke: Hier fiel meine Wahl auf Malte Lucht und Dennis Akkus. Dennis habe ich aufgestellt, da er für mich der beste Kapitän einer Mannschaft war, den ich je erlebt habe. Des Weiteren habe ich mich für Nedim Hasanbegovic und Rainer Züchner entschieden. Echte Mentalitätsmonster und zwei absolute mannschaftsdienliche Typen, die in jedem Training und in jedem Spiel an ihre körperlichen Grenzen gegangen sind. Spielerisch stark und durch ihre vorbildliche Einstellung zum Fußballsport haben die Beiden mich vollkommen überzeugt.

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KN Sportbuzzer: Hasanbegovic dürfte den meisten Fußballinteressierten ein Begriff sein. Rainer Züchner vermutlich jedoch längst nicht jedem. Kannst du kurz erläutern, wo und wann sich deine Wege mit dem ehemaligen Holstein-Spieler kreuzten?

Schülke: Das war beim SV Kronsburg. Ich stand voll im Saft, während Rainer zu dem Zeitpunkt schon so ungefähr 45 Jahre alt gewesen sein dürfte. Trotz seines fortgeschrittenen Alters war Rainer jedoch nicht zu bremsen. Er hat jedes Training und jedes Spiel wahnsinnig ernst genommen. Von ihm habe ich extrem viel gelernt und er hat zudem ganz wesentlichen Anteil an meinen Torerfolgen.

KN Sportbuzzer: Davon gab es nicht wenig. Folglich könntest du dich im Sturm eigentlich selbst nominieren.

Schülke: Dort sind für mich Rene “Birne“ Behrens und Jenner Friske gesetzt. Rene ist ein so bodenständiger, bescheidener und liebevoller Mensch, der über Jahre hinweg die Kieler Torschützenlisten angeführt hat. Neben ihm stürmt Jenner Friske. Er ist mein Idol aus eigenen Zeiten bei Holstein Kiel.

KN Sportbuzzer: Dürftest du noch eine schlagkräftige Ersatzbank aufbieten - wer würde sich dort einfinden?

Schülke: Zweiter Torhüter wäre Marko „Mucki“ Behrens. Als Feldspieler berufen würde ich noch Micha Dehner, Ole Werner, Christian Scheinpflug, Liridon Imeri und Dannie Osterhoff. Auch mit dabei wäre Werner Haberl. Er war vielleicht nicht der allerbeste Fußballer, aber ein extrem geiler Typ, der immer mit einer vorbildlichen Einstellung bei der Sache war. Ebenso Teil meines Kaders wäre Mustafa Ulus, den ich damals von Eintracht Kiel weggeholt habe, obwohl mir einige davon abgeraten haben. Mustafa hat sich jedoch menschlich überragend entwickelt und ist ein positives Beispiel für eine gelungene Integration. Komplettiert wird mein Team abschließend noch durch Paul Schülke.

KN Sportbuzzer: Paul Schülke?

Schülke: Diesen Spaß musste ich mir erlauben. Paul ist mein ältester Sohn. Er hat zwar noch Defizite in Sachen Schnelligkeit, doch schon jetzt ist seine Technik eine Augenweide. Darüber hinaus kämpft er stets bis zum Umfallen.

KN Sportbuzzer: Und wer sollte deine Traumelf trainieren?

Schülke: Meine Wahl fiele auf meinen Freund und langjährigen Wegbegleiter Heino Ohms. Er ist ein absoluter Fachmann und darüber hinaus ist er loyalste Mensch den ich kenne.

KN Sportbuzzer: Vielen Dank Mario, dass du dir die Zeit genommen hast und uns diesen persönlichen Einblick gewährt hast.