06. November 2019 / 15:37 Uhr

Die U23 des VfL Bückeburg entdeckt in dieser Saison den Teamgeist wieder

Die U23 des VfL Bückeburg entdeckt in dieser Saison den Teamgeist wieder

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-VfL2_4sp
Alle haben sich lieb: Bei der U23 bildet sich wieder eine Mannschaft. © Daniel Kultau / Archiv
Anzeige

Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga 2013 haben sich die U23-Fußballer des VfL Bückeburg als graue Maus etabliert. In dieser Saison scheint sich jedoch etwas zu tun.

Anzeige
Anzeige

Jahrelang haben die Verantwortlichen beim VfL Bückeburg danach gegiert. 2013 war es dann soweit, die U23 des Vereins stieg unter dem damaligen Coach Martin Neubert in die Fußball-Bezirksliga auf. Feuchtfröhlich wurde gefeiert. Auch weil damit die Grundlage, um talentierte Jugendspieler im Verein zu halten, geschaffen wurde. Seitdem schlägt sich die Reserve in dieser Klasse durch. Das Team hat sich inzwischen jedoch das Image der grauen Maus angeeignet. Der Fall der U23 zeigt aber auch, dass Teamgeist im Fußball immer noch wichtig ist.

Perspektive für die Jugend

Als vor gut zehn Jahren die erste Mannschaft des VfL noch zwischen Ober- und Landesliga pendelte, verloren die Grün-Weißen in der Sommerpause regelmäßig Talente. Für die Oberliga reichte es für den Großteil des Nachwuchses noch nicht, für den Weg über die Kreisliga waren sich viele zu schade.

Erst als 2013 die Rückkehr in den Bezirk gefeiert wurde, ging dem Verein das erste Mal seit Jahren kein Talent verloren. Spieler wie Bennett Heine, Eric Naroska, Nico Stolte oder Ibrahim Khodr gingen den Weg über die U23. Damals unter dem neuen Trainer Martin Prange. „Ich wollte mit meinem Co-Trainer Frank Bolte Spaß vermitteln“, erinnert er sich. In den ersten beiden Saisons ging das voll auf. Die Reserve behauptete sich gut. Erst Platz acht, dann sogar Platz fünf. Erfrischend und als Einheit.

Das Schicksal einer zweiten Mannschaft

Die Herrlichkeit war jedoch irgendwann vorbei, das Graue-Maus-Image hielt Einzug. Prange und Bolte hatten ein Problem. Es kamen keine Nachwuchsspieler aus dem Juniorenbereich und die guten Kicker gingen in die erste Mannschaft. „Wir haben kommuniziert, dass es dünner wird“, so Prange. Zweimal in Folge die gleiche Elf auf das Spielfeld zu schicken war eine Seltenheit. Schließlich brauchte die erste Mannschaft Unterstützung und angeschlagene Kicker aus der Oberliga sollten sich im Bezirk Spielpraxis holen. Es war das typische Schicksal einer zweiten Mannschaft.

Erst geht die Dritte, dann ein Stück DNA

Weil gleichzeitig aber auch die dritte Mannschaft des Clubs abgemeldet wurde - sie spielte immerhin in der 1. Kreisklasse - fand ein weiterer Spielerschwund statt.
Eine richtige Antwort hatten die Verantwortlichen nicht. Stattdessen wurde gerade in der Endphase der Saison immer wieder mit Spielern aus der ersten Mannschaft versucht, die U23 in der Liga zu halten. Eine erneute Spielerflucht sollte es schließlich nicht geben. Die Elf glich immer mehr einem Flickenteppich, blieb aber immerhin in der Liga. Was darunter litt, war der Teamgedanke und auch die Attraktivität. Im Vergleich zu anderen Vereinen war die Bückeburger Zweitvertretung mit drei elften Plätzen in Folge nicht mehr sexy genug. Als Prange den VfL nach 32 Jahren in Richtung des SV Obernkirchen verließ, ging auch ein Stück der Bückeburger DNA verloren.

Super-GAU abgewendet

Was folgte, war ein Jahr unter Jan-Werner Schmitz, der sein Team, natürlich wieder im Endspurt, in der Klasse hielt und eine Irrfahrt in der vergangenen Spielzeit unter Christian Vaas und Björn Schütte. Dabei ist den Übungsleitern wenig vorzuwerfen, der Fehler wurde nämlich im Vorfeld gemacht, als der VfL im Herrenbereich keine festen Kader ausrief. Die Grundidee war löblich, jedoch nur in der Theorie. Die Durchlässigkeit sollte gegeben sein, so wurde die U23 jedoch nebenbei auch ganz deutlich zum zweiten Anzug degradiert. Es bildete sich kein Stamm, sondern lediglich kleine Grüppchen. Die Quittung war der Fast-Abstieg und die späte Rettung in der Relegation. Es wäre der Super-GAU gewesen.

Die Identifikation kommt zurück

In dieser Saison scheint sich das Bild erstmals seit Jahren wieder zu ändern. Etablierte ehemalige Oberliga-Spieler wie Tim Buchwald, Bastian Schmalkoch oder Dennis Peter gehören zum Gerüst der Mannschaft. „Ich habe mit ihnen vor der Saison Gespräche geführt“, so Coach Steffen Potthast. „Klar können sie aber auch mal in der Ersten aushelfen.“ Ein Grund dafür könnte der spielende Co-Trainer Pascal Könemann sein, der bereits in der vergangenen Saison den Entschluss zur U23 fasste. Und weil auch Jugendspieler wie Florian John, Marlon Wilkening Illescas, Josef Werner oder Jonas Schmidt die Reserve nicht als Reste- sondern als Sprungrampe sehen, kehrt der Teamgeist peu á peu wieder zurück.

„Das merke ich auch in den Gesprächen, dass sich die Spieler mit der U23 identifizieren“, erzählt der Trainer. Dass es besser läuft, zeigen auch die nackten Fakten. Die aktuellen 20 Zähler nach 15 Spielen sind die beste Ausbeute seit dem Wiederaufstieg 2013. „Es hätten noch mehr sein können, aber viele Jungs kannten sich vorher nicht und mussten erst mal zusammenfinden.“

Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist nach der Hinrunde beruhigend, vor allem weil es auch fußballerisch immer mehr stimmt. Es scheint also, als wenn die größte Gefahr weiter oben lauert. Denn wenn die erste Mannschaft aus der Landesliga absteigt, muss auch die Zweite zurück in die Kreisliga. Ein Szenario welches sich keiner in der ehemaligen Residenzstadt vorstellen möchte.

Mehr zum Schaumburger Fußball
Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN