17. Januar 2021 / 11:25 Uhr

Die verflixten Top Sieben: RB Leipzig kann auch gegen Wolfsburg nicht siegen

Die verflixten Top Sieben: RB Leipzig kann auch gegen Wolfsburg nicht siegen

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
JuNagelsmann
RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hadert mal wieder mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft. © Getty Images
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Es ist fast schon zur Regel geworden, dass RB Leipzig nicht als Sieger aus Spitzenspielen rausgehen kann. Die Partien gegen den VfL Wolfsburg, den FC Bayern und Bayer Leverkusen gingen jeweils unentschieden aus. Gegen Borussia Dortmund und Star-Stürmer Erling Haaland musste die Nagelsmann-Truppe sogar eine Niederlage einstecken. Woran hapert es bei den Roten Bullen, wenn der Gegner aus dem oberen Tabellendrittel kommt?

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Leipzig. Wenn es gegen Spitzenteams geht, tut sich RB Leipzig schwer, Zählbares zu holen. Gegen den VfL Wolfsburg retten die Roten Bullen einen Punkt, schaffen nach Rückstand noch den Ausgleich zum 2:2-Endstand. An Borussia Dortmund sind Trainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft mit 1:3 gescheitert. Das ist allerdings die einzige Niederlage, die RBL gegen einen der Großen einstecken musste. Denn wie gegen den VfL, sicherten sich die Bullen auch in den Top-Duellen gegen den FC Bayern München (3:3) und gegen Leverkusen (1:1) jeweils einen Punkt.

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"Kein Beinbruch"

Gerade in der Partie gegen die Wölfe wäre ein Sieg für die Leipziger wichtig gewesen. Nicht nur, weil sie sich an die Tabellenspitze hätten befördern können, sondern auch um den Vorsprung auf die Teams auszubauen, die hinter ihnen liegen. Nun sind sowohl Bayer Leverkusen als auch Borussia Dortmund auf drei Punkte an RBL herangekommen. Die Niederlage der Vorwoche gegen den BVB haben sie mittlerweile inhaltlich aufgearbeitet, so Nagelsmann.

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RB Leipzig kam in einer hart umkämpften Partie beim VfL Wolfsburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
RB Leipzig kam in einer hart umkämpften Partie beim VfL Wolfsburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. ©

Im Vergleich zum Dortmund-Spiel hatten die Leipziger gegen Wolfsburg deutlich mehr Möglichkeiten, doch ließen sie diese ungenutzt. Das weiß auch Nagelsmann, deswegen betonte er mehrmals, dass sie eigentlich viel näher an einem Sieg waren als der VfL. „Am Ende müssen wir mit dem Punkt leben. Und das ist auch kein Beinbruch, weil Wolfsburg eine gute Mannschaft ist“, räumt der Bullen-Coach ein. Die Leistung des Gegners ist ihm auch in Hinsicht auf die Niederlage gegen den BVB ein kleiner Trost. „Wir haben gegen Dortmund verloren. Sie sind eine Top-Mannschaft in der Bundesliga. Wir haben nicht gegen ein Team, das vielleicht nicht um die Champions-League-Plätze spielen will, den Kürzeren gezogen“, sagte er nach der Partie.

Dennoch will er das nicht als Ausrede gelten lassen und so sei das mit der Mannschaft auch nicht besprochen worden. „Die Besprechung nach dem Dortmund-Spiel war sicherlich die härteste in den letzten Monaten. Aber es ist auch nicht dramatisch gewesen. Wir haben nur klar gemacht, was wir besser machen können und wie ich mir das vorstelle.“ Julian Nagelsmann sieht in einigen Aspekten Nachholbedarf. Seiner Mannschaft fehle die „Resistenz gegen Druck, gegen hohes Anlaufen von diesen Top-Teams“, sagt er vor dem Spiel in Wolfsburg. „Wir müssen in dieser Hinsicht stabiler werden.“


Mittwoch kommt Union

Und die Ansagen scheinen erstmal zu wirken, denn seine Jungs gehen gegen den VfL durch ein Tor von Nordi Mukiele schon in der 4. Spielminute in Führung. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: „Gefühlt hat uns das Tor nicht ganz so gut getan. Danach war der Druck von Wolfsburg deutlich höher.“ Womit wir wieder beim Ausgangspunkt der Problematik wären. Denn auch hier können die Leipziger dem Pressing des nun Siebten in der Bundesliga-Tabelle nicht standhalten. Noch in der ersten Halbzeit schaffen die Wölfe nicht nur den Ausgleich, sondern auch die Führung durch die Tore von Wout Weghorst und Renato Steffen.

Die abnehmende Leistung nach Mukieles Treffer habe der RB-Coach mit der Mannschaft in der Halbzeitpause ausdiskutiert. Und das scheint auch Früchte getragen zu haben, denn in der zweiten Hälfte sind die Roten Bullen aktiver und angriffslustiger. „Wir hatten viele Ballgewinne, haben gut gespielt und sechs oder sieben sehr gute Chancen und zwei, die wir nutzen müssen.“ Die liegengelassenen Chancen will er aber nicht zu einem „Riesenthema“ machen, sagte Nagelsmann nach dem Spiel. Dass es in den vergangenen Spielen einige zu viele waren, schiebt er aber trotzdem nach.

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Peter Gulacsi (RB Leipzig): Wir haben sehr gut begonnen, aber dann waren wir etwas unaufmerksam im Spielaufbau im letzten Drittel, haben viele Fehlpässe gespielt. Durch unsere Fehler haben wir Wolfsburg etwas hochgezogen. Sie sind vorne ins Pressing gegangen und haben es dann geschafft, 2:1 zu führen. In der zweiten Halbzeit waren wir schon sehr gut, haben verdient den Ausgleich gemacht und waren am Ende auch näher am Sieg, als der VfL. Es hat eben noch ein Tor gefehlt. Zur Galerie
Peter Gulacsi (RB Leipzig): "Wir haben sehr gut begonnen, aber dann waren wir etwas unaufmerksam im Spielaufbau im letzten Drittel, haben viele Fehlpässe gespielt. Durch unsere Fehler haben wir Wolfsburg etwas hochgezogen. Sie sind vorne ins Pressing gegangen und haben es dann geschafft, 2:1 zu führen. In der zweiten Halbzeit waren wir schon sehr gut, haben verdient den Ausgleich gemacht und waren am Ende auch näher am Sieg, als der VfL. Es hat eben noch ein Tor gefehlt." ©

Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Roten Bullen am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) den 1. FC Union Berlin. Der Zweitliga-Aufsteiger steht ebenfalls im oberen Tabellendrittel, genauer auf dem fünften Platz. Die Hauptstädter spielen eine herausragende Hinrunde im deutschen Oberhaus, haben wie RBL gegen die Bayern und gegen den VfL Wolfsburg jeweils ein Remis geholt. Ihre Begegnungen gegen Dortmund und Leverkusen gewannen sie sogar. Ob das die Roten Bullen im Heimspiel gegen die Eisernen einschüchtert, wird sich am Mittwoch zeigen.