24. Mai 2020 / 20:30 Uhr

Die VfL-Meinung: Ein bisschen mithalten reicht nicht

Die VfL-Meinung: Ein bisschen mithalten reicht nicht

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die tägliche VfL-Meinung
Die tägliche VfL-Meinung
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Wenn der VfL Wolfsburg gegen die Großen immer nur gut mithält, aber nicht punktet, wird es für Europa nicht reichen, findet SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Pahlmann. Dafür sorgt allein schon der Spielplan.

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Borussia Dortmund hat ein Team, das Meister werden will, der VfL hat ein Team, das Sechster werden will. Diesen Unterschied hat man am Samstag gesehen, und dabei könnte man es ja auch belassen. Gegen Dortmund kann man mal verlieren.

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Dummerweise kann man auch in Leverkusen, in Mönchengladbach und gegen die Bayern mal verlieren – aber der VfL kann das nicht. Denn der Spielplan sieht bis zum Rest der Saison eben noch Gegner für Wolfsburg vor, die ambitionierter und im Grunde auch besser besetzt sind. Um Platz sechs zu verteidigen, muss der VfL auch in diesen Spielen hin und wieder punkten – denn die Verfolger werden nicht an jedem Spieltag patzen.

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Darum ist es gut, dass die VfLer – allen voran der Manager – am Samstag unzufrieden waren. Irgendeinen der vermeintlich Großen der Liga muss Wolfsburg auch einmal mehr als eine halbe Halbzeit lang ärgern können. Sonst wird er auf dem erneuten Weg nach Europa auf halber Strecke Halt machen.

Zugegeben: Am Anfang war es ein bisschen wie ZDF-Hitparade ohne Heck oder wie Lasagne ohne Hack. Aber so etwa nach einer halben Halbzeit geht’s dann, und man kann durchaus mitfiebern, auch wenn die oft ganz eigene Dramaturgie der Kurvengeräusche fehlt. Ob man es dann grundsätzlich gut findet, dass in Corona-Zeiten mit großem Aufwand Fußball gespielt werden muss, ist eine ganz andere Frage. Aber ob man sich von dem unterhalten fühlt, was da als Geisterspiel über den Bildschirm flimmert, das kann man – das gilt im Übrigen auch für fleischfreie Lasagne – erst sagen, wenn man es probiert hat.

pahlrmann@waz-online.de