22. Mai 2020 / 11:43 Uhr

Die VfL-Meinung: Fußball nur fürs TV - man sollte es zumindest probieren

Die VfL-Meinung: Fußball nur fürs TV - man sollte es zumindest probieren

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die tägliche VfL-Meinung
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Der VfL Wolfsburg bestreitet sein erstes Bundesliga-Geister-Heimspiel. Dass fürs TV gekickt wird, muss man nicht gut finden - aber anschauen sollte man es sich mal, findet SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Pahlmann.

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Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass Fußball nur noch gespielt wird, um ihn im Fernsehen zeigen zu können, ist natürlich ein klarer Beleg dafür, wie sich in diesem einstigen Volkssport in den letzten Jahrzehnten Bedeutungsebenen und Prioritäten verschoben haben. Aber wer vorn vornherein sagt, dass er sich das nicht anguckt, weil es ihm ohne Zuschauer oder ohne eigenes Stadionerlebnis keinen Spaß macht, dem möchte ich sagen: Probiert es einfach mal aus. Meine Erfahrung vom letzten Wochenende war nämlich: Es ist nicht so schlimm wie gedacht.

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Zugegeben: Am Anfang war es ein bisschen wie ZDF-Hitparade ohne Heck oder wie Lasagne ohne Hack. Aber so etwa nach einer halben Halbzeit geht’s dann, und man kann durchaus mitfiebern, auch wenn die oft ganz eigene Dramaturgie der Kurvengeräusche fehlt. Ob man es dann grundsätzlich gut findet, dass in Corona-Zeiten mit großem Aufwand Fußball gespielt werden muss, ist eine ganz andere Frage. Aber ob man sich von dem unterhalten fühlt, was da als Geisterspiel über den Bildschirm flimmert, das kann man – das gilt im Übrigen auch für fleischfreie Lasagne – erst sagen, wenn man es probiert hat.

pahlrmann@waz-online.de