26. November 2020 / 09:10 Uhr

Der Größte aller Zeiten? Das waren die 5 besten Spiele in der Karriere von Diego Maradona

Der Größte aller Zeiten? Das waren die 5 besten Spiele in der Karriere von Diego Maradona

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Rückspiel im UEFA-Cup-Finale 1989 gegen den VfB Stuttgart (links), das Tor mit der Hand im WM-Viertelfinale 1986 (rechts) und der WM-Titel 1986 (vorne) - diese Momente bringt man direkt mit Diego Maradona in Verbindung.
Das Rückspiel im UEFA-Cup-Finale 1989 gegen den VfB Stuttgart (links), das Tor mit der Hand im WM-Viertelfinale 1986 (rechts) und der WM-Titel 1986 (vorne) - diese Momente bringt man direkt mit Diego Maradona in Verbindung. © Getty Images/Montage
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Auf dem Fußballplatz war er einer der größten: Diego Maradona konnte Dinge, von denen andere Profis nur träumen. Doch einige seiner Spiele ragen heraus. Der SPORTBUZZER erinnert an die fünf besten Partien in der Karriere des Argentiniers.

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Superclásico 1981: Es ist das Derby, das Argentinien elektrisiert. Die Partie zwischen den großen Klubs aus Buenos Aires, Boca Juniors und River Plate, wird auch "Superclásico" genannt. Und am 10. April 1981 wird auch Maradona erstmals Teil der großen Geschichte eines der bekanntesten Stadtderbys der Sportwelt. Beim 3:0-Sieg Bocas bereitet er einen Treffer nach einem Solo vor, das Tor zum Endstand erzielt er selbst, nachdem er mehrere Gegenspieler im Strafraum ausgetrickst hatte. Am Ende der Saison wird Maradona mit gerade mal 21 Jahren zum dritten Mal in Serie zu Argentiniens Fußballer des Jahres gewählt, der FC Barcelona zahlt die Rekordablöse von 7,3 Millionen Dollar für den Regisseur. Der Mann mit der Nummer 10 gilt nun als bester Fußballer der Welt.

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WM-Viertelfinale 1986: Es sind zwei Szenen, die Genie und Wahnsinn Maradonas auf und abseits des Feldes innerhalb dieser 90 Minuten illustrieren. Am 22. Juni 1986 trifft er im Viertelfinale der WM in Mexiko mit Argentinien auf England. Das 1:0 erzielt der Superstar in der 51. Minute auf bis heute höchst umstrittene Weise. Nach einem Querschläger der Engländer springt er hoch und boxt den Ball über den englischen Keeper Peter Shilton hinweg ins Tor. Der Schiedsrichter sieht einen Kopfball und gibt den Treffer, Maradona selbst spricht von der „Hand Gottes“. Nur vier Minuten später bekommt Maradona den Ball in der eigenen Hälfte und setzt zum bekanntesten Solo der Fußball-Geschichte an. Über rund 70 Meter und elf Sekunden umdribbelt er fünf Engländer und schiebt zum 2:0 ein. Der Treffer wird später zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Das Spiel gewinnt Argentinien mit 2:1. "Ich hatte das Gefühl, den Engländern die Brieftasche zu klauen, und das direkt nach dem Falklandkrieg", sagt Maradona.

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WM-Finale 1986: Im Finale der Weltmeisterschaft 1986 trifft Maradona mit Argentinien auf Deutschland. Es war seine WM, im Endspiel will er sich zum König des Fußballs krönen. Doch zunächst macht ihm ein gewisser Lothar Matthäus einen Strich durch die Rechnung. Der deutsche Mittelfeldspieler macht es dem Regisseur ganz, ganz schwer. Doch ganz ist Maradona halt nie abzumelden. Und so genügt ihm ein einziger genialer Moment, um das Spiel zu entscheiden und Argentinien zum Weltmeister zu machen. In der 84. Minute hebelt er mit seinem Pass auf Jorge Burruchaga die komplette deutsche Deckung aus. Burruchaga vollendet das anschließende Solo, bei dem er allein auf Torwart Toni Schumacher zuläuft, zum 3:2-Siegtreffer. Maradona sagt über diesen 29. Juni 1986: "Das war der Höhepunkt, der glanzvollste Moment meiner Karriere. Dieses Datum, dieser Ort sind mir in die Haut eingebrannt."

UEFA-Cup-Finale 1989, Rückspiel: Es sollte sein einziger internationaler Titel auf Vereinsebene werden. Im UEFA-Cup-Finale 1989 gegen den VfB Stuttgart führt Maradona den SSC Neapel schon im Hinspiel im heimischen San-Paolo-Stadion mit einem Tor und einer Vorlage zum 2:1-Sieg. Im Rückspiel in Stuttgart dreht er wieder auf und bereitet zwei Treffer vor. Die Gegner aus dem Schwabenland sind schon von Maradonas Tricks beim Aufwärmen derart fasziniert, "dass wir unser eigenes Aufwärmtraining vergaßen", wie es Jürgen Klinsmann Jahre später erzählt. Maradona erringt mit Napoli am 17. Mai 1989 den größtmöglichen Erfolg auf sportlicher Ebene.


WM-Halbfinale 1990: Ausgerechnet gegen Italien, ausgerechnet in Neapel – die Ansetzung des Halbfinals der Weltmeisterschaft 1990 wäre einem Drehbuchautoren wohl zu kitschig vorgekommen. Sogar die italienischen Fans sind gespalten vor diesem Spiel des Gastgebers gegen den eigentlichen Herrscher des Austragungsortes. Auf einem Spruchband an diesem 3. Juli 1990 steht: "Diego in unserem Herzen, Italien in unseren Gesängen." Am Ende weint Italien, weil Argentinien den WM-Gastgeber im Elfmeterschießen aus dem Turnier schmeißt. Auch Maradona trifft im Showdown.