30. August 2019 / 17:40 Uhr

Dienstältester Recke: Abwehrchef Patrail musste im Sommer bei seiner Vertragsverlängerung zittern

Dienstältester Recke: Abwehrchef Patrail musste im Sommer bei seiner Vertragsverlängerung zittern

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit Händen und Füßen: Mait Patrail (3.v.r.) soll am Kreis dafür sorgen, dass die gegnerischen Angreifer nicht zum Wurf kommen. 
Mit Händen und Füßen: Mait Patrail (3.v.r.) soll am Kreis dafür sorgen, dass die gegnerischen Angreifer nicht zum Wurf kommen.  © Florian Petrow
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Mait Patrail ist der Abwehr-Profi der hannoverschen Bundesliga-Handballer. Im Gespräch mit dem Sportbuzzer erzählt er von seiner harten Vorsaison, der Zitterpartie um seinen neuen Vertrag und warum er sich wieder für Hannover entschieden hat.

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Mait Patrail staunt selbst ein wenig, als er sagt: „Ich bin ja jetzt der dienstälteste Profi bei den Re­cken – gemeinsam mit Morten Olsen.“ Beide spielen in der achten Saison beim Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, Pa­trail ununterbrochen seit 2012, während Olsen schon 2010 nach Hannover kam, zwischenzeitlich (2013 bis 2015) aber in Frankreich und Katar aktiv war. Selbst Eigengewächs Timo Kas­te­ning, der als 13-Jähriger in die Burgdorfer Jugendmannschaften einstieg, erhielt seinen ersten Profivertrag erst 2013, ein Jahr nach Patrail.

Zitterpartie vor neuem Vertragsabschluss

Trainer Carlos Ortega schätzt Patrail, weil er „un­ter­schied­li­che Positionen spielen und verschiedene Rollen in Abwehr und Angriff einnehmen“ kann. Dennoch gab es für den 31-jährigen Rückraumspieler aus Estland eine Zitterpartie bis zum neuen Vertrag, der im Sommer anstand. Patrail hat­te „eine sehr harte“ Vorsaison hinter sich. Zunächst hatte er einen Bandscheibenvorfall erlitten und sich dann das Kreuzband gerissen. „Der Verein hat lange gewartet, wie die Reha da­nach verläuft“, sagt er. „Das kann ich natürlich verstehen, aber die Ungewissheit über meine Zukunft hat mich belastet“, erzählt er.

Das sind die nächsten Spiele der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20

<b>11. Spieltag:</b> HSG-Nordhorn-Lingen (H, Swiss-Life-Hall), Donnerstag, 31. Oktober, 19 Uhr Zur Galerie
11. Spieltag: HSG-Nordhorn-Lingen (H, Swiss-Life-Hall), Donnerstag, 31. Oktober, 19 Uhr ©
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"Es gefällt uns in Hannover, wir fühlen uns wohl"

Zudem erlebte er, dass der Kader verjüngt und um­ge­baut wurde, so dass verdiente Spieler wie Lars Lehnhoff, Torge Johannsen und Martin Ziemer keine neuen Vertragsangebote erhielten. „Ich hatte einige Offerten aus dem Ausland“, sagt Pa­trail. Er habe über die Zu­kunft auch mit seiner Frau Anna-Lena diskutiert. Der Schluss, zu dem beide ka­men: „Es gefällt uns in Hannover, wir fühlen uns wohl“, sagt Patrail, „es ist ja auch die Stadt, in der wir geheiratet haben.“ Und Anna-Lena Patrail übt ihren Beruf in der Landeshauptstadt als Angestellte am Empfang einer Arztpraxis aus.

"War schon Abwehrspezialist, als Jens Bürkle Trainer war"

Verständlich, dass sie er­leich­tert waren, als es Ende Juni einen neuen Einjahresvertrag gab. „Ich bin wieder fit“, betont der Este, und er bewies dies im ersten Bundesligaspiel der Saison ge­gen GWD Minden (36:30). Pa­trail agierte im Mittelblock der Recken-Defensive, während vorn Morten Olsen Re­gie führte. „Es ist abgesprochen, dass ich vorrangig in der Abwehr agiere“, sagt der Rückraumspieler, „wenn es aber im Angriff schnell geht, dann komme ich mit nach vorn.“ Auf diese Weise erzielte der Este ein Tor gegen die Ostwestfalen, und morgen (Beginn um 20.30 Uhr) bei Frisch Auf Göppingen dürfte er dieselbe taktische Rolle innehaben. Kein Problem für den Esten: „Ich war ja schon Abwehrspezialist, als Jens Bürkle Trainer war.“

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"Starke Männer am Kreis sind wichtig für mein Spiel"

Geht es nach Patrail, dann trägt er auch über 2020 hi­naus das Recken-Trikot – Voraussetzung dafür wären aber neue Verträge für ihn und Kreisläufer Ilija Brozovic. „Starke Männer am Kreis sind wichtig für mein Spiel“, sagt er. Die habe es bei den Recken stets gegeben – zu­nächst mit Juan Andreu, dann mit Joakim Hykkerud und jetzt Evgeni Pevnov und Brozovic. Ein Grund für Pa­trails hohen Wohlfühlfaktor in Hannover: „Am schönsten war es 2018 mit dem Erreichen des Pokalfinales und dem des EHF-Pokals.“

Da stutzt der Este und korrigiert sich ein wenig: „Nein, auch das erste Jahr war fantastisch. Da haben wir viele Rückstände gedreht und oft mit einem Tor Differenz gewonnen. Wir hatten eine tolle Kameradschaft.“

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