22. Oktober 2019 / 18:45 Uhr

Diese Sturmbilanz tut weh: Hannover 96 ist letzter in der Tortabelle der 2. Liga

Diese Sturmbilanz tut weh: Hannover 96 ist letzter in der Tortabelle der 2. Liga

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zum Haareraufen: Hannover 96 schießt in der zweiten Liga zu wenig Tore.
Zum Haareraufen: Hannover 96 schießt in der zweiten Liga zu wenig Tore. © Witters
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Wieder ein Heimspiel ohne Tore: Hannover 96 ist beim Toreschießen Schlusslicht der 2. Liga. Trainer Mirko Slomka braucht mehr Unberechenbarkeit in der ungefährlichen Offensive.

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„Wir wollten unseren Fans etwas anderes bieten, insbesondere Tore.“ Den Wunsch von Mirko Slomka erfüllten Hannovers Profis leider nicht. Wieder mal. Nach dem 0:0 im Niedersachsenduell gegen Osnabrück ist 96 Letzter in der Tortabelle der 2. Liga. Magere zehn Treffer in zehn Spielen, vor allem zu Hause klappt wenig. Slomka feilt noch immer an der Angriffskraft – und braucht schnell Lösungen.

Ein Hauptproblem: 96 ist zu berechenbar in der Offensive, gerade in der HDI-Arena. Den Gegnern gefällt der Ballbesitz-Fußball, den Hannover zu Hause anbietet. Auch gegen Osnabrück waren es 72 Prozent Ballbesitz, doch der Ertrag blieb aus. Der Aufsteiger begnügte sich weitestgehend mit Verteidigen, stellte hinten zu und Hannover damit vor riesige Probleme. Zündende Ideen und verlässliche Impulse bleiben häufig aus bei 96.

Dass Hannover so selten getroffen hat wie die anderen Torschlusslichter Sandhausen, Osnabrück und Darmstadt (alle nur zehn Treffer) ist besonders traurig wegen der eigentlichen Qualität, die das Slomka-Team im Angriff hat: Marvin Ducksch war schon Zweitligatorschützenkönig, Rechtsaußen Genki Haraguchi WM-Torschütze für Japan und Cedric Teuchert U21-Nationalspieler.

Tore, Taktik und mehr: Das ist die Bilanz von Hannover 96 nach zehn Spielen

<b>Tabelle:</b> Der Absteiger aus der Bundesliga – oder, wie Osnabrücks Trainer Daniel Thioune nach dem 0:0 am Sonntag meinte, „der gefühlte Erstligist“ – steht da wie ein schlechter Zweitligist. Nur Platz zwölf, drei Punkte vor einem Abstiegsplatz – und weit weg vom formulierten Anspruch. „Der Aufstieg ist das Ziel“, hatte 96-Chef Martin Kind festgelegt. Ausgeschlossen ist das noch nicht, aber dazu müsste sich sehr viel drehen bei 96. Zur Galerie
Tabelle: Der Absteiger aus der Bundesliga – oder, wie Osnabrücks Trainer Daniel Thioune nach dem 0:0 am Sonntag meinte, „der gefühlte Erstligist“ – steht da wie ein schlechter Zweitligist. Nur Platz zwölf, drei Punkte vor einem Abstiegsplatz – und weit weg vom formulierten Anspruch. „Der Aufstieg ist das Ziel“, hatte 96-Chef Martin Kind festgelegt. Ausgeschlossen ist das noch nicht, aber dazu müsste sich sehr viel drehen bei 96. ©
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Auswärts hui, daheim pfui

Es ist mitunter aber auch eine undankbare Situation für Slomkas Stürmer. Egal, ob ganz vorne Ducksch oder Hendrik Weydandt stehen, allzu viele Möglichkeiten legen die Kollegen häufig nicht vor. Ge­gen Osnabrück gab es einige gute Vorlagen und Chancen. Zwingend waren die wenigsten. Der schwer zu nehmende Kopfball von Weydandt, der an den Pfosten ging, war die beste. Doch wenn es mal gefährlich wurde, fehlten 96 Glück, Selbstvertrauen und Coolness.

Wie in der ganzen Saison gilt beim Toreschießen: auswärts hui, da­heim pfui. 96 hat zu Hause nur zwei Treffer erzielt, in den letzten drei Heimspielen gab es gar keinen. Slomka nach dem Osnabrück-Spiel: „Wir müssen in Führung gehen. Es sind so viele Bälle, die quer vors Tor gegangen sind. Da müssen wir da sein, da waren wir nicht ef­fek­tiv.“ Das monierte auch Sportdirektor Jan Schlaudraff. „Ich bin enttäuscht. Ei­ner­seits über das Ergebnis, andererseits über die Chancenverwertung.” Will sich 96 noch mal nach oben orientieren, muss im letzten Drittel des Platzes einiges besser klappen.

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Es wird langsam Zeit, dass 96 Tempo macht

Stichwort Berechenbarkeit: Wenn 96 Platz bekommt, kann es wirklich gefährlich werden. Zwei geniale Vorlagenmomente von Marc Stendera brachten beim 2:0 in Dresden drei Punkte – da liefen das Spiel nach zwei roten Karten im Zehn-gegen-zehn und der Ball bei 96 schnell. Wenn die Räume eng werden, was in Heimspielen üblich ist, fehlen 96 die Ideen, um sie sich freizuspielen.

Slomka erwartet auch von seinen offensiven Außen mehr im bevorzugten 4-3-3-System. Der Coach nach dem Remis: „Wenn wir die Sy­ste­ma­tik spielen, brauche ich erstens torgefährliche Achter, die auch durchstarten und die ein Tor machen wollen.“ Und: „Wir brauchen auch Au­ßen­stür­mer, die sofort reingehen in die Box, wenn der Ball über die ballentfernte Seite geht. Das sind Themen, die sich noch verbessern lassen.“

Einer, der für mehr besondere Momente sorgen könnte, ist Emil Hansson. Beim Dresden-Sieg überzeugte er mit frechen Dribblings. Denn langsam wird es Zeit, dass 96 Tempo macht.

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