06. April 2020 / 13:08 Uhr

Diese Voraussetzungen müssen Schiedsrichter in Brandenburg erfüllen

Diese Voraussetzungen müssen Schiedsrichter in Brandenburg erfüllen

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Damien Jacobs, Schiedsrichter.
Damien Jacobs ist einer von 105 Schiedsrichtern der Landesklassen. © Marius Böttcher
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Von Regeltests, über Intervallläufe und Sprinteinheiten: Die Brandenburger Schiedsrichter werden im Sommer wieder neu bewertet und müssen einige Vorraussetzungen erfüllen.

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1.546 Schiedsrichter sind in dieser Spielzeit für den Fußball-Landesverband Brandenburg aktiv. Von der untersten Kreisklasse bis zur Regionalliga sind Unparteiische für den FLB im Einsatz und wollen sich für höhere Aufgaben beweisen. Derzeit gibt es 23 Schiedsrichter in der Brandenburgliga, 46 in der Landesliga und 105 in der Landesklasse. Zum neuen Spieljahr werden die Referees dann bewertet und können sowohl eine Liga auf-, sowie absteigen oder weiter auf dem jetzigen Niveau Spiele leiten. Dafür gibt es jedoch Voraussetzungen, die der FLB bekannt gibt.

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Profis gegen Schiedsrichter – Faustschläge, Schubser und Streiche

Im Testspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem portugiesischen Spitzenverein Benfica Lissabon 2012 streckte Kapitän Luisao (ganz rechts) den deutschen Schiedsrichter Christian Fischer rüde zu Boden. Der Referee lag einige Zeit benommen auf dem Rasen und fiel mehrere Wochen aus. Zur Galerie
Im Testspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem portugiesischen Spitzenverein Benfica Lissabon 2012 streckte Kapitän Luisao (ganz rechts) den deutschen Schiedsrichter Christian Fischer rüde zu Boden. Der Referee lag einige Zeit benommen auf dem Rasen und fiel mehrere Wochen aus. ©

Dabei werden zunächst die Qualifikationsmerkmale beachtet. Dabei stehen die Persönlichkeit und Perspektive des Unparteiischen an erster Stelle. Danach werden die Ergebnisse der Leistungsüberprüfungen und die Beobachtungsergebnisse bewertet. Auch das Engagement im Schiedsrichterwesen, die Erfüllung des Hausregeltrainings, die Verfügbarkeit und die Teilnahme an Weiterbildungen im Fußballkreis bleiben nicht unbeachtet. Ebenfalls spielen territoriale Aspekte eine Rolle.

Nicht weniger wichtig sind die Leistungsüberprüfungen der Unparteiischen. Die Normen dieser Tests sind dabei abhängig davon, mit welchem Alter in welcher Liga gepfiffen werden soll. Der FLB bedient sich dabei an modifizierten FIFA-Tests zur Bestimmung des Leistungsvermögen. Wir haben für euch die Anforderungen in einer Übersicht zusammengefasst:

Diese Normen müssen Brandenburger Schiedsrichter erfüllen

Brandenburgliga-Schiedsrichter:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 6,2 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 35 Sekunden/35 Sekunden)

Landesliga-Schiedsrichter:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 7,0 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 35 Sekunden/40 Sekunden)

Landesklasse-Schiedsrichter unter 35 Jahre:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 7,0 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 40 Sekunden/40 Sekunden)

Landesklasse-Schiedsrichter über 35 Jahre:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 7,2 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 40 Sekunden/40 Sekunden)

Schiedsrichterinnen im DFB-NOFV-Bereich:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 6,6 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 35 Sekunden/45 Sekunden)

Schiedsrichterinnen im FLB-Bereich:
- 6 x 40 m Sprint in je maximal 7,0 Sekunden
- 10 x 2 x 150 m Intervall-Lauf (150 m Lauf/50 m Erholung - 40 Sekunden/45 Sekunden)

Mehr zu Schiedsrichtern

Auch einen Regeltest haben die Unparteiischen zur neuen Saison zu absolvieren. Ein Brandenburgliga-Schiedsrichter muss mindestens 80 Prozent der erreichbaren Punkte sammeln. Ein Landesliga-Schiedsrichter mindestens 75 Prozent und ein Referee der Landesklasse 70 Prozent. Schiedsrichter-Beobachter müssen 85 Prozent des Regeltests richtig beantworten, um weiter ihrer Aufgabe nachgehen zu können.

Vorausgesetzt sind jedoch immer die Altersbegrenzungen. Aus dem NOFV scheiden Schiedsrichter am Ende des Spieljahres aus, in welchem sie das 47. Lebensjahr vollenden. In der Brandenburgliga dürfen Schiedsrichter bis zur Vollendung des 48. Lebensjahres pfeifen. In der Landesliga dürfen noch im Alter von 55 Jahren Spiele geleitet werden. Spätestens mit 58 Jahren verabschiedet sich der Unparteiische aus dem Landesspielbetrieb und darf nur noch im jeweiligen Fußballkreis weiterpfeifen. Der Schiedsrichterausschuss behält sich hier jedoch Einzelfallentscheidungen vor.