26. Dezember 2019 / 16:05 Uhr

„Dieser Sport war mein Ein und Alles“: Isenbütteler Byczkowicz tritt von der Judo-Bühne ab

„Dieser Sport war mein Ein und Alles“: Isenbütteler Byczkowicz tritt von der Judo-Bühne ab

Nick Heitmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
19-12-08 Verabschiedung Peter-02
Mach’s gut Peter: Beim Isenbütteler Weihnachtsturnier ga es den großen Bahnhof zur Verabschiedung von Trainer und Spartenleiter Peter Byczkowicz.
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Anfang Dezember hat Peter Byczkowicz ein wichtiges Kapitel in seinem Leben abgeschlossen. Im Rahmen des Weihnachtsturniers des MTV Isenbüttel feierte er Abschied vom Judo, nach 52 bewegten und erfolgreichen Jahren als Aktiver und Trainer. „Dieser Sport war mein Ein und Alles“, sagt der 66-Jährige. Dass er überhaupt damit in Berührung kam, hatte auch mit Zufall zu tun.

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Leicht fiel es dem Isenbütteler nicht aufzuhören, doch der Entschluss ist wohlüberlegt. „Der Hauptgrund ist mein Alter, jetzt sollen die Jüngeren ran“, sagt Byczkowicz, der sich bei seiner Verabschiedung nicht nur über Präsente, sondern auch über den Besuch seines langjährigen Trainerkollegen Hugo Gans oder des DJB-Vizepräsidenten Egbert von Horn freute. „Es waren viele meiner Wegbegleiter da, das war wirklich emotional.“

Seine ersten sportlichen Meriten hatte er sich im Fußball verdient, als Linksaußen bei Blau-Weiß Neuhof. „Meine Teamkollegen waren traurig, als ich mich für Judo entschieden habe“, so der gebürtige Hildesheimer, der als 14-Jähriger eher zufällig seine Liebe für die japanische Kampfkunst entdeckte. „Fußballfreunde haben mich zum Judo mitgenommen, ich kannte diesen Sport gar nicht“, gibt Byczkowicz zu. „Ich habe aber gleich gemerkt, dass ich dafür eine Grundveranlagung habe.“

"Ich hatte Pech mit Verletzungen"

Vom JC Hildesheim aus landete er über weitere Stationen Ende der 1970er-Jahre beim VfL Wolfsburg. Klaus Glahn, Olympia-Zweiter von 1972, hatte ihn dorthin gelotst. „Das war eine tolle Zeit. Volkswagen hat uns super unterstützt und uns für das Training oder Lehrgänge freigestellt“, schwärmt der ehemalige VW-Angestellte, der mit dem VfL deutscher Mannschaftsmeister wurde und den Europacup gewann.

Als Einzelkämpfer wurde Byczkowicz mehrfach norddeutscher Meister, belegte bei der DM Platz fünf. Seinen Traum von den Olympischen Spielen konnte er dagegen nicht verwirklichen. „Ich hatte Pech mit Verletzungen“, erklärt der Isenbütteler, „außerdem kam ich in meiner Gewichtsklasse nicht an Fred Marhenke vorbei, das war ein Weltklasse-Athlet.“

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In Wolfsburg lernte er auch seine spätere Ehefrau Andrea kennen und machte neben seiner Sportlerkarriere die ersten Gehversuche als Coach. „Ich hatte immer Spaß daran, mit Menschen zu arbeiten“, so Byczkowicz, der selbst den 3. Dan trägt. 1988 zog er mit seiner Familie nach Isenbüttel, gründete 1995 – im Anschluss an seine Trainertätigkeit bei der SV Leiferde – beim MTV die Judosparte.

„Ich habe insgesamt weit mehr als 1000 Kinder und Jugendliche trainiert“, sagt Byczkowicz, der viele Talente formte. Auch den späteren Olympia-Starter André Breitbarth aus Leiferde hatte er unter seinen Fittichen. „Zwar nur kurz, aber ich habe seinen Weg natürlich verfolgt“, sagt das MTV-Ehrenmitglied, dessen Kinder Marc und Anne sich ebenfalls für seinen Lieblingssport begeisterten. „Mein Sohn musste aus gesundheitlichen Gründen aufhören, meine Tochter hat einige Erfolge gefeiert.“

Judo ist bei den Byczkowicz‘ eben Familiensache. Ehefrau Andrea engagiert sich als Trainerin, Kassenwartin und Pressereferentin, Tochter Anne fungiert beim MTV als Spartenchefin, und ihr Ehemann Christopher Nomigkeit leitet das Wettkampftraining. Peter Byczkowicz wird ihnen weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen, will künftig aber auch vermehrt Aktivitäten außerhalb der Sporthalle genießen. „Denn dafür“, so der 66-Jährige „hatte ich in der Vergangenheit eher wenig Zeit.“

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