29. Mai 2019 / 19:41 Uhr

Kommentar zum neuen HSV-Trainer Dieter Hecking: Wenn er es nicht schafft, wer dann?

Kommentar zum neuen HSV-Trainer Dieter Hecking: Wenn er es nicht schafft, wer dann?

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dieter Hecking ist am Mittwoch als neuer Trainer des Hamburger SV vorgestellt worden. Mit ihm soll im zweiten Zweitliga-Jahr der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen. Es ist der letzte Strohhalm des HSV, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth.
Dieter Hecking ist am Mittwoch als neuer Trainer des Hamburger SV vorgestellt worden. Mit ihm soll im zweiten Zweitliga-Jahr der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen. Es ist der letzte Strohhalm des HSV, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth. © Verwendung weltweit
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Dieter Hecking soll mit dem Hamburger SV den Wiederaufstieg schaffen. Nach der verpassten Bundesliga-Rückkehr haben die Hansestädter weiter am Image als Krisenklub gefeilt. SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint: Hecking ist für den HSV der letzte Strohhalm für eine positive Zukunft.

Nach 14 Jahren in der Bundesliga zieht es Dieter Hecking in die Zweitklassigkeit. Mit Gladbach hat der Trainer-Routinier gerade noch die Qualifikation für die Europa League geschafft. Damit krönte er ein Jahr, in dem die "Fohlen" zwischenzeitlich arg schwächelten. Doch am Ende bewies Hecking: er kann es noch. Und nun soll er genau das als Coach des Hamburger SV tun - eine Herkulesaufgabe.

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Aufgabe mit Schleudersitz-Garantie

Der ehemalige Gladbach-Trainer hat sich eine der aktuell schwierigsten Aufgabe im deutschen Profifußball ausgesucht - eine mit Schleudersitz-Garantie: Hecking ist inklusive zwischenzeitlicher Interimstrainer der 18. Coach beim HSV in den vergangenen zehn Jahren. In der vergangenen Saison durften Christian Titz und Hannes Wolf auf der Bank im Volksparkstadion Platz nehmen. Das Ziel Wiederaufstieg verfehlten die Hamburger trotz des Trainerwechsel im Oktober 2018, Wolf musste gehen.

Die neue Hoffnung heißt also Hecking. Und es ist die letzte, um schnell ins Fußball-Oberhaus zu kommen und sich dort wieder zu etablieren. Der 54-Jährige steht für Kontinuität und Ruhe. Das hat er nicht zuletzt in Gladbach bewiesen, wo er die Borussia vom Abstiegskandidaten wieder bis nach Europa führte. Mit dem VfL Wolfsburg holte Hecking zuvor 2015 den DFB-Pokal im Finale gegen Borussia Dortmund. Seine durchschnittliche Amtszeit als Trainer beträgt 2,61 Jahre - also mehr als zweieinhalb Saisons. Die Verweildauer eines Coachs beim ehemaligen Bundesliga-Dino beträgt mit 1,3 Jahren genau die Hälfte.

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HSV braucht Heckings Kontinuität

Heckings Kontinuität ist es, was der HSV endlich braucht. Der neue Sportvorstand Jonas Boldt - selbst vor wenigen Tage in Folge einer Entscheidung in Krisenklub-Manier als Nachfolger von Ralf Becker vorgestellt - weiß das. Hecking könne auch mal "einen Sturm aushalten", betonte Boldt bei der Vorstellung des neuen Trainers am Mittwoch. Das sucht der HSV – doch die Verantwortlichen müssen ihn auch lassen.

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Dieter Hecking: Seine Trainer-Karriere in Bildern

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Die Anfänge einer Karriere: Der neue Lübeck-Trainer Dieter Hecking (r.) 2001 mit VfB-Macher „Molle“ Schütt. © Wolfgang Maxwitat

Man muss kein Prophet sein um zu behaupten: Stürme wird es in Hamburg nicht nur aufgrund der geographischen Lage auch in der kommenden Saison geben. Das wird Hecking wohl schon mit dem Trainingsauftakt am 17. Juni merken. Doch er kann es allen Widrigkeiten zum Trotz mit seiner Erfahrung und seinem unbedingten Willen schaffen, den Krisenklub wieder nach oben zu führen. Wenn nicht er, wer dann?

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