13. Juli 2020 / 11:40 Uhr

"HSV ist mein Topfavorit": So sieht 96-Legende Schatzschneider die neue 2. Liga

"HSV ist mein Topfavorit": So sieht 96-Legende Schatzschneider die neue 2. Liga

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dieter Schatzschneider hält große Stücke auf Daniel Thioune - und Kenan Kocak.
Dieter Schatzschneider hält große Stücke auf Daniel Thioune - und Kenan Kocak. © imago images/Rust
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Die letzte Entscheidung ist gefallen, der 1. FC Nürnberg bleibt in der 2. Bundesliga. Dieter Schatzschneider, der frühere Torjäger von Hannover 96, wirft einen Blick voraus. Seinem Ex-Klub Hamburger SV sieht er als Topfavoriten, Kenan Kocak und den Roten traut er zu, um den Aufstieg mitzuspielen.

Der letzte Akt war dramatisch. Nürnberg hat sich durch ein Tor in der Nach-Nachspielzeit in Ingolstadt den Klassenerhalt gesichert. „Das hätte uns auch blühen können“, glaubt Dieter Schatzschneider, „wenn wir nicht Trainer und Sportchef ausgetauscht hätten.“ So aber konnte sich der Ex-Torjäger von Hannover 96 entspannt die Relegationsspiele anschauen.

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Die 18 Teams stehen nun fest – so sieht Schatzschneider die neue 2. Liga. „Meine Favoriten kommen aus dem Kreis HSV, Düsseldorf und Paderborn. Und ich hoffe, dass 96 zumindest um die drei oberen Plätze mitspielen kann.“ Dazu rechnet Schatzschneider „wieder mit dem einen oder anderen Überraschungsteam“. Seine Favoriten im Check.

Hamburger SV

Schatzschneider setzt auf den neuen Trainer – er wird für ihn zum wichtigen Faktor im Aufstiegsrennen. „Ich habe Daniel Thioune schon mal für 96 empfohlen“, erinnert er sich, „aber das hat leider nicht geklappt.“ Der ehemalige HSV-Stürmer glaubt, dass der Nachfolger von Dieter Hecking erfolgreich arbeiten wird im schwierigen Hamburger Umfeld: „Mit dem Hurra-Stil wird es vorbei sei, Thioune weiß, wie er Mannschaften anpacken muss. Das macht ihn gefährlich.“

Der Ex-Stürmer lobt ­Thioune. „Er war selbst Spieler und kann mit Druck umgehen. Dazu hat er seinen Trainerjob von der Pike auf gelernt, hat erst Jugendmannschaften betreut und sich dann langsam nach oben gearbeitet. So ein bisschen wie Ralph Hasenhüttl.“ Der ehemalige Leipziger Coach betreut jetzt Southampton in der englischen Premier League. „Thioune kann aus wenig viel machen, das hat er in Osnabrück bewiesen. Beim HSV hat er mehr Mittel als früher und auch als jeder andere Zweitligist, die wird er gut einsetzen. Der HSV ist mein Topfavorit.“

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„Die Mannschaft wird mir immer zu schnell unterschätzt, aber Paderborn ist unbequem zu spielen.“ Schatzschneider erklärt das auch: „Das ist eine Mannschaft, die gut organisiert hinten steht und blitzschnell nach vorne umschalten kann. Ich glaube nicht, dass sich daran nach dem Abstieg etwas ändern wird. Und die Mannschaften muss man suchen, die dagegen gut aussehen können.“ Deshalb vermutet der 62-Jährige: „Paderborn wird oben wieder mitmischen.“

Fortuna Düsseldorf

„Fortuna hat auch eine gute Mannschaft. Selbst wenn einige Spieler nach dem Abstieg den Verein verlassen, sieht es danach aus, dass die Achse erhalten bleibt. Die können richtig Alarm machen, die werden an der Spitze dabei sein.“


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Ron-Robert Zieler
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1. FC Nürnberg

„Die werden nicht noch mal da unten reinrutschen“, meint Schatzschneider, „wenn man sich da unten rausgekämpft hat, wird man in der nächsten Saison gefestigter sein, da gibt’s genug Beispiele. Nürnberg könnte für mich ein Überraschungsteam werden.“

Und Hannover 96?

„Unser Problem ist, dass wir zu viele Spieler weggeben müssen, weil die Mannschaft schlecht zusammengestellt war. Und jetzt muss schnell eine neue Mannschaft zusammengebaut werden“, sagt Schatzschneider, „ich schätze Ke­nan Kocak sehr. Ich weiß aber nicht, ob der Trainer es schafft, seine Mannschaft zu bekommen. Wenn er seine Spieler kriegt, muss er sich auch daran messen lassen. Ich traue ihm auf jeden Fall zu, dass er mit 96 um die drei Topplätze spielen kann.“