03. April 2021 / 18:46 Uhr

Dietmar Hamann zählt BVB-Führung wegen Haaland-Wirbel an: "Schärfe und Härte" fehlt

Dietmar Hamann zählt BVB-Führung wegen Haaland-Wirbel an: "Schärfe und Härte" fehlt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dietmar Hamann ist wegen des Transfer-Wirrwarrs um Erling Haaland hart mit der BVB-Führungsetage ins Gericht gegangen.
Dietmar Hamann ist wegen des Transfer-Wirrwarrs um Erling Haaland hart mit der BVB-Führungsetage ins Gericht gegangen. © Getty/IMAGO
Anzeige

Der Wirbel um die Haaland-Entourage vor dem Topspiel gegen Eintracht Frankfurt lässt "Sky"-Experte Dietmar Hamann auch nach der Niederlage des BVB im Heimspiel gegen die Hessen nicht kalt. Der Ex-Nationalspieler kritisiert die BVB-Bosse scharf und stellt auch einen Zusammenhang mit der Pleite her.

Anzeige

Sky-Experte Dietmar Hamann hat einen Zusammenhang zwischen der Pleite von Borussia Dortmund im wichtigen Endspiel um den Champions-League-Platz gegen Eintracht Frankfurt (1:2) und dem Wirbel um den Vater und dem Berater von Stürmer-Star Erling Haaland nicht ausgeschlossen. Alf-Inge Haaland und Mino Raiola waren zwei Tage vor der Partie zu mehreren europäischen Topklubs (unter anderem Real Madrid und dem FC Barcelona) gereist, um mögliche Transfer-Perspektiven für BVB-Supertalent Haaland auszuloten. Das daraus entstandene mediale Theater um Haalands Zukunft habe, so glaubt Hamann, die Mannschaft gegen die SGE negativ beeinflusst.

Anzeige

Bereits vor dem Spiel hatte Hamann seinen Unmut über die Entwicklungen kundgetan, das Vorgehen von Haaland senior und Raiola "taktlos" genannt hatte. Nach Anpfiff ging er hart mit den Dortmunder Verantwortlichen um Sportdirektor Michael Zorc und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl ins Gericht. "Keiner der beiden war in der Lage, das Verhalten zu verurteilen. Es ist das wichtigste Spiel der Saison. Und sie sind nicht in der Lage, das Verhalten anzuprangern." Ihm fehle vor allem "die Schärfe und Härte" bei den Führungskräften des BVB. Kehl hatte vor dem Spiel lediglich gesagt, Dortmund gehe mit der Situation "entspannt" um.

Die Dortmunder "sollten sich Gedanken machen, warum die Spieler ihnen immer wieder auf der Nase herumtanzen", sagte Hamann und verwies auf Beispiele wie Pierre-Emerick Aubameyang, der während seiner BVB-Zeit immer wieder mit Undiszipliniertheiten auffiel, und Ousmane Dembélé, der sich einen Wechsel zum FC Barcelona erstreikte. Hamann: "Es ist respektlos, schamlos was sich Haaland und sein Beraterteam erlauben." Gespräche mit anderen Vereinen hätten sie "vor Wochen" führen können - nicht aber vor dem wichtigen Spiel gegen die Frankfurter.

"Mir fehlt da die Führung von der Vorstandsebene, dass man das nicht anprangert", so der Ex-Nationalspieler weiter, der auch Haaland in der Pflicht sieht, Licht ins Dunkel zu bringen. "Wenn er gehen will, dann soll er gehen. Wenn er gehen will soll er zu Kehl oder Zorc gehen und sagen, ich will weg - ob wir in die Champions League kommen oder nicht. Er soll froh sein, dass er in Dortmund spielen kann."

Haaland war im Januar 2020 für die festgeschriebene Ablösesumme von 20 Millionen Euro von Red Bull Salzburg nach Dortmund gekommen und hatte sich mit 49 Toren in 50 Spielen in den Fokus internationaler Topklubs gespielt. Im Spiel gegen Frankfurt lieferte er eine insgesamt enttäuschende Leistung ab und blieb wie schon während der Länderspielreise mit Norwegen ohne Torerfolg.