29. Oktober 2020 / 07:50 Uhr

"Eines Vizemeisters nicht würdig": Dietmar Hamann kritisiert BVB-Leistung gegen Zenit scharf

"Eines Vizemeisters nicht würdig": Dietmar Hamann kritisiert BVB-Leistung gegen Zenit scharf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Dietmar Hamann war mit der BVB-Leistung gegen Zenit nicht einverstanden.
Dietmar Hamann war mit der BVB-Leistung gegen Zenit nicht einverstanden. © imago images/Team 2/MIS/Montage
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Während sich die Spieler und Verantwortlichen des BVB nach dem 2:0-Arbeitssieg gegen Zenit St. Petersburg größtenteils erleichtert zeigten, legt "Sky"-Experte Dietmar Hamann den Finger in die Wunde. Dortmund habe behäbig agiert. An der Zukunft von Trainer Lucien Favre in Dortmund hat er Zweifel.

Die Spieler und Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben nach dem 2:0-Arbeitssieg gegen Zenit St. Petersburg am zweiten Spieltag der Champions League eigentlich viele Gründe, um zufrieden die Vorbereitung für das Bundesliga-Spiel am Samstag bei Arminia Bielefeld (15.30 Uhr/Sky) zu gehen: So gewann der BVB nicht nur gegen einen direkten Konkurrenten, die Mannschaft von Trainer Lucien Favre brachte sich nach einem Patzer von Lazio Rom (nur 1:1 gegen den FC Brügge) auch noch ins Rennen um die ersten beiden Ränge in der Gruppe. Dennoch hat Sky-Experte Dietmar Hamann die Dortmunder kurz nach der Partie hart kritisiert. "Gnade vor Recht", meinte der ehemalige Nationalspieler nach der schwachen BVB-Leistung gegen den Vertreter aus Russland.

Und danach legte Hamann richtig los - denn die Art und Weise, wie der knappe BVB-Erfolg zustande gekommen ist, missfiel dem Ex-Bayern-Star komplett: "Sie haben zum Schluss das Spiel noch gewonnen – nicht unverdient. Sie hatten aber eigentlich auch in der zweiten Hälfte keine richtigen Chancen, waren auch wieder zu behäbig und langsam im Spielaufbau", kritisierte Hamann. Erst durch ein Elfmeter-Tor von Jadon Sancho (78. Minute) und einen Treffer von Erling Haaland (90.+1) wurden die Dortmunder erlöst. "Die Art und Weise sollte schon angesprochen werden", so der Sky-Experte in Richtung von Trainer Favre, der sein 100. Pflichtspiel als BVB-Coach absolvierte.

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Hamann ist aktuell einer der größten BVB-Kritiker. Schon nach der 1:3-Niederlage zum Champions-League-Auftakt bei Lazio Rom vermutete der ehemalige Premier-League-Spieler, dass Favre seine Mannschaft nicht mehr verstehe. "Sollte nichts Außergewöhnliches passieren, stehen die Zeichen wahrscheinlich auf Trennung", mutmaßte Hamann.

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Erst kürzlich eröffnete der 47-Jährige zudem die Debatte um Kapitän Marco Reus. Vor dem Anpfiff des Zenit-Spiels legte er nach: "Das Amt als Kapitän ist für ihn aus meiner Sicht derzeit mehr Bürde als Ansporn", so Hamann, für den "ein anderer besser geeignet wäre".

Hamann fordert "mehr Esprit" vom BVB

Generell sei der BVB aktuell eine Wundertüte, so der Champions-League-Sieger von 2005. "Im Moment weißt du nicht, was du von ihnen bekommst. Das ist schlecht für eine Top-Mannschaft", meinte Hamann, der noch deutlicher wurde: "Im Moment ist es so, dass sie Ausreißer nach oben haben. Über 90 Minuten war es einfach zu wenig. Das war nicht eines deutschen Vizemeisters würdig heute." Für die künftigen Auftritte wünscht sich der Ex-Profi von den Dortmundern "mehr Esprit". "Sie müssen überzeugender auftreten", sagte Hamann. Man müsse erkennen, dass "eine Mannschaft auf dem Platz steht".