25. Februar 2021 / 16:38 Uhr

Dietmar Hamann erklärt: Dann muss Max Eberl über die nahe Zukunft von Trainer Marco Rose nachdenken

Dietmar Hamann erklärt: Dann muss Max Eberl über die nahe Zukunft von Trainer Marco Rose nachdenken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Rose und Max Eberl: Eine Zusammenarbeit auf Zeit. Dietmar Hamann (M.) kann sich vorstellen, dass noch vor Saisonende Schluss ist.
Marco Rose und Max Eberl: Eine Zusammenarbeit auf Zeit. Dietmar Hamann (M.) kann sich vorstellen, dass noch vor Saisonende Schluss ist. © IMAGO/Montage
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Marco Rose wird Borussia Mönchengladbach nach Saisonende in Richtung Borussia Dortmund verlassen. Oder muss er schon vorher gehen? "Sky"-Experte Dietmar Hamann hat nun skizziert, bei welchem Szenario Sportdirektor Max Eberl eingreifen müsste.

Am 15. Februar wurde es offiziell: Zur Saison 2021/22 wechselt Marco Rose von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund, wird der neue Chefcoach des BVB. Ein Wechsel, der in der Bundesliga für Furore sorgte - und bei den Gladbachern nicht unbedingt für eine Leistungs-Explosion. Seit vier Bundesliga-Spielen wartet die Borussia vom Niederrhein bereits auf einen Sieg - zuletzt verlor Gladbach mit 1:2 gegen den Tabellen-Vorletzten Mainz 05. Auch in der Champions League zeigte die Rose-Elf am Mittwoch eine schwache Leistung und war beim 0:2 gegen Manchester City quasi chancenlos. Für Dietmar Hamann ist die (Vertrags-)Situation um den Gladbach-Trainer "eine sehr heikle Geschichte", wie der TV-Experte nun in seiner Sky-Kolumne geschrieben hat.

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Der Ex-Bayern-Profi: "Ich habe nach dem Spiel schon gesagt, dass ich es nie für möglich gehalten hätte, dass die Personalie Marco Rose so eine Eigendynamik annimmt", schreibt Hamann, der den Gladbach-Auftritt gegen ManCity als "relativ blutleer" bezeichnete. Sollten sich die Ergebnisse bald wieder bessern, könnte sich die Diskussion um Rose "schnell wieder legen" - aber aktuell sei die Situation für die Fans und den Verein "sehr schade". Die Aufgabe für den scheidenden Coach in der Kabine werde nach dem selbstbestimmten Abschied immer kniffliger, vermutet der Vize-Weltmeister von 2002. "Für ihn wird es jetzt unheimlich schwer, die richtige Ansprache gegenüber den Spielern zu finden. Wenn du ihnen zum Beispiel sagst, es geht im nächsten Spiel um die Geschichte des Vereins, sagt vielleicht der eine oder andere: 'Wie wichtig ist dir denn die Geschichte, wenn du im Sommer den Absprung machst?'

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Laut Hamann könnte die Glaubwürdigkeit des Trainers leiden: "Glauben die Spieler noch das, was der Trainer ihnen erzählt? Das werden die nächsten Tage oder Wochen zeigen, wenn es in der Bundesliga gegen Leipzig und Leverkusen und dazwischen im Pokal gegen Dortmund geht", meint der Ex-Nationalspieler, der auch den Gladbacher Sportdirektor in die Pflicht nimmt: "Sollte es schlecht laufen, muss Max Eberl entscheiden: "Hilft er uns in dieser Situation oder schadet er uns vielleicht mehr?"

Ausgerechnet Julian Nagelsmann von kommenden Gladbach-Gegner RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr/Sky) kann mit der Diskussion um Rose nichts anfangen: "Ich empfinde die Unruhe von außen als nicht notwendig und als nicht verständlich", so Roses Trainerkollege. "Man hat nicht den Eindruck, dass die Spieler irgendwie weniger laufen, nur weil Marco den Verein verlässt." Der RB-Trainer veranschaulichte dies an einem Beispiel. "Es macht aus der Sicht von Lars Stindl keinen Sinn, jetzt weniger zu machen oder die Spiele mit Absicht zu verlieren, weil Marco Rose zu Dortmund geht. Marco Rose wird das nicht mehr ausbaden müssen, sondern Lars Stindl, weil der in Gladbach bleibt."