22. Februar 2020 / 20:56 Uhr

Banner gegen Hopp: Hoffenheim erwog Spielabbruch in Gladbach und spricht von "Morddrohung"

Banner gegen Hopp: Hoffenheim erwog Spielabbruch in Gladbach und spricht von "Morddrohung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder (l.) und TSG-Torhüter Oliver Baumann (r.) zeigen sich nach den Schmäh-Plakaten gegen Mäzen Dietmar Hopp bestürzt
Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder (l.) und TSG-Torhüter Oliver Baumann (r.) zeigen sich nach den Schmäh-Plakaten gegen Mäzen Dietmar Hopp bestürzt © dpa/Imago images/Huebner
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Die Plakate in der Gladbacher Fankurve gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp hätten offenbar fast zu einem Spielabbruch geführt. TSG-Trainer Alfred Schreuder erwog, sein Team vom Platz zu holen. Auch Torhüter Oliver Baumann wählt deutliche Worte.

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Trainer Alfred Schreuder hat wegen der Schmäh-Plakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Bundesliga-Spiel bei Borussia Mönchengladbach erwogen, seine Mannschaft vom Feld zu holen und die Partie abzubrechen. "Ich habe gesagt: Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim. Dann können sie die drei Punkte haben", sagte der Niederländer nach dem 1:1. TSG-Torhüter Oliver Baumann zeigte sich ebenfalls tief bestürzt und wählte deutliche Worte "So ein Plakat fällt schon unter Morddrohung, so etwas geht gar nicht", sagte der Keeper bei Sky.

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Baumann weiter: "Es sollen sich alle mal mit Herrn Hopp beschäftigen und damit, was er alles macht und was er für ein toller Mensch ist. So etwas hat in unserem Fußball, in unserem Sport, nichts zu suchen." Der Hoffenheim-Torwart reihte sich damit in eine lange Liste von Kritikern ein, die ihren Ärger über die Beleidigungen gegen Hopp deutlich äußerten. Seinem Zorn freien Lauf ließ auch Gladbach-Manager Max Eberl.

Gladbach-Manager Eberl spricht von "Hornochsen"

"Wir sind gegen Rassismus und Ausgrenzung, hatten vor dem Spiel eine Schweigeminute für einen sehr bestürzenden Vorfall (den offenbar rassistisch motivierten Amoklauf in Hanau, d. Red.). Und dann müssen 50 Hornochsen so ein Plakat hochhalten. Da schäme ich mich", sagte Eberl bei Sky. Der 46-Jährige hatte bereits während des Spiels versucht, der Entgleisung der eigenen Fans ein Ende zu machen. Nachdem Schiedsrichter Felix Brych die Partie wegen der Banner, auf denen Hopp in einem Fadenkreuz zu sehen war und zudem schwer beleidigt wurde, unterbrochen hatte, war Eberl wie auch Gladbach-Kapitän Lars Stindl vor gestikulierend die Fankurve geschritten, um auf die Anhänger einzuwirken.

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Nach Plakaten gegen Hopp: Gladbach-Manager Eberl verspricht Aufklärung

Eberl versprach Aufklärung bei der Frage, wie solche Plakate ins Stadion gelangen. "Auch wir werden uns hinterfragen. Aber die Menschen am Eingang tun ihr Bestmögliches, solche Plakate zu finden", sagte er: "Inzwischen ist das ein bisschen wie Räuber und Gendarm. Sie finden immer Wege, solche unsäglichen Plakate ins Stadion zu bringen." In der Nordkurve hing ein Plakat mit der Aufschrift: "Hurensöhne beleidigen einen Hurensohn und werden von Hurensöhnen bestraft."

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Dabei handelte es sich offensichtlich um eine Reaktion auf das Urteil des DFB-Sportgerichts, das Borussia Dortmund wegen Beleidigungen von Hopp zum Fan-Ausschluss bei den kommenden beiden Spielen in Hoffenheim verurteilt hatte.

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