02. März 2020 / 16:51 Uhr

Nicht nur Bayer, Hopp, Red Bull und VW: Diese Investoren sind beim FC Bayern, beim BVB und Co. aktiv

Nicht nur Bayer, Hopp, Red Bull und VW: Diese Investoren sind beim FC Bayern, beim BVB und Co. aktiv

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim, Red Bull bei RB Leipzig und Lars Windhorst bei Hertha BSC - drei Beispiele für Investoren in der Bundesliga.
Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim, Red Bull bei RB Leipzig und Lars Windhorst bei Hertha BSC - drei Beispiele für Investoren in der Bundesliga. © imago images/Picture Point LE/Pressefoto Baumann/Nordphoto
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Die verbalen Angriffe auf Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp verdeutlichen die Abneigung von Teilen der Bundesliga-Fanszene gegen Investoren. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick, bei welchen Klubs private Sponsoren oder Konzerne aktiv sind - und dies ist nicht nur in Hoffenheim oder Leipzig der Fall.

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Das Skandalspiel zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern am vergangenen Samstag hat eines zum wiederholten Male offenbart: Die Fanszenen vieler Klubs können dem gestiegenen Kommerz in der Bundesliga wenig abgewinnen. Die Proteste sind gleichermaßen gegen den Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und die Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie die Entwicklung des modernen Profi-Fußballs gerichtet. Als Feindbilder werden dabei häufig Hoffenheim um Mäzen Dietmar Hopp, der nach der gegen die BVB-Fans verhängten Kollektivstrafe erneut in den Mittelpunkt der Fan-Kritik rückte, und RB Leipzig innerhalb des Red-Bull-Konstrukts von Dietrich Mateschitz gesehen.

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Ebenso werden auch Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg als klassische Werksklubs von einigen Teilen der traditionellen Anhängerschaft kritisiert. Doch ein Blick auf die weiteren Bundesligisten verdeutlicht, dass längst nicht nur diese vier Klubs von Investoren oder Anteilseignern unterstützt werden. Der SPORTBUZZER zeigt die zentralen Geldgeber, die in Deutschlands Elite-Liga aktiv sind - unter anderem beim FC Bayern oder Borussia Dortmund.

Red Bull, Dietmar Hopp, Lars Windhorst und Co.: Investoren im deutschen Profifußball

Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim, Red Bull bei RB Leipzig und Lars Windhorst bei Hertha BSC - drei Beispiele für Investoren im deutschen Profifußball. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt in der Galerie noch weitere Geldgeber von der Bundesliga bis zur 3. Liga. Zur Galerie
Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim, Red Bull bei RB Leipzig und Lars Windhorst bei Hertha BSC - drei Beispiele für Investoren im deutschen Profifußball. Der SPORTBUZZER zeigt in der Galerie noch weitere Geldgeber von der Bundesliga bis zur 3. Liga. ©

Die Bayern haben 2001 ihre Profi-Abteilung in eine AG ausgegliedert. Haupt-Anteilseigner daran ist immer noch der eingetragene Vereine der Münchner, der 75 Prozent daran hält. Seit der Gründung sind drei Investoren mit jeweils 8,33 Prozent an der AG beteiligt: Adidas, Allianz und Audi. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach ist gleichzeitig Ausrüster des FCB, das Versicherungsunternemen betitelt das Stadion der Münchner und der Autobauer stattet den deutschen Rekordmeisters exklusiv mit Fahrzeugen aus.

BVB ist einziger börsennotierter Bundesliga-Klub

Eine unübersichtlichere Aktionärsstruktur weist der BVB als einziger börsennotierter Klub der Liga auf. Evonik, zudem auch Trikotsponsor der Dortmunder, ist derzeit mit 14,78 Prozent der größte Anteilseigner des Klubs. Im Zuge des Hauptsponsoren-Deals mit 1&1 wird der Stormversorger ab der kommenden Saison nur noch bei nationalen oder internationalen Pokal-Spielen mit seinem Logo präsent sein - und auch seine Anteile verringern. Weiterhin hält Stadion-Namensgeber Signal Iduna 5,43 Prozent der BVB-Aktien, Ausrüster Puma ist mit 5 Prozent an der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA beteiligt. Auch Unternehmer Bernd Geske (9,33 Prozent) und der BVB e.V. (5,53 Prozent) besitzen Anteile. Der Großteil der Aktien (59,93 Prozent) befindet sich in Streubesitz, stehen dem Börsenhandel also frei zur Verfügung.

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Viele weitere Klubs werden in Teilen von privaten Sponsoren oder Unternehmen finanziell unterstützt. Jüngstes Beispiel ist Investor Lars Windhorst bei Hertha BSC. Bei Eintracht Frankfurt engagieren sich seit der Ausgliederung die Gemeinschaften "Freunde des Adlers" und "Freunde der Eintracht" sowie das Unternehmen von Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing in der AG der Hessen. Beim FC Augsburg hält eine Investoren-Gruppe um Präsident Klaus Hofmann insgesamt 99 Prozent der Kapital-Anteile.

Vier Bundesligisten firmieren als eingetragene Vereine

Auch der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen haben ausgegliederte Profi-Abteilungen, bisher aber noch keine Klub-Anteile verkauft. Vier Bundesligisten nehmen noch als eingetragener Verein am Spielbetrieb teil: Der FC Schalke 04, der SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf und Mainz 05.

Die Chronologie im Fall Hopp: So eskalierte der Hass gegen den Hoffenheim-Mäzen

Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ist über die Jahre zur Hassfigur der aktiven Fanszenen geworden. Im Februar 2020 kam es zum Eklat. Doch was ist die Ursache für die Anfeindungen? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie des Hasses gegen Hopp! Zur Galerie
Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ist über die Jahre zur Hassfigur der aktiven Fanszenen geworden. Im Februar 2020 kam es zum Eklat. Doch was ist die Ursache für die Anfeindungen? Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie des Hasses gegen Hopp! ©

Der zentrale und nur in der Bundesliga in dieser Form geltende Grundsatz für die Beteiligung von Investoren ist die 50+1-Regel. Diese besagt, dass die Mehrheit der Stimmanteile (mindestens 50,01 Prozent) und damit die Entscheidungshoheit auf dem Papier stets beim eingetragenen Verein und dessen Mitgliedern liegen muss. Das Beispiel BVB zeigt, dass zwar 100 Prozent der Kapital-Anteile veräußert wurden, nicht aber die Mehrheit der Stimmanteile.

Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg als Ausnahmen

Es gibt Ausnahmefälle wie bei Leverkusen und Wolfsburg, die als Werksklubs zählen, sowie Hoffenheim, wo die 20-Jahres-Regel gilt. Weil Dietmar Hopp die Kraichgauer über diese Zeitspanne in erheblichem Maße gefördert hat, wurde ihm von der DFL eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Davon nicht betroffen ist RB Leipzig, weil die Klub-GmbH zu 99 Prozent Red Bull gehört, aber der Stammverein der Sachsen rein rechtlich 51 Prozent der Stimmanteile hält. Doch auch dieses Konstrukt wird häufig scharf kritisiert, weil diesem nachgesagt wird, die 50+1-Regel damit zu umgehen.