04. September 2020 / 09:57 Uhr

"Verrückt nach Fußball": Er trägt seit fast 20 Jahren die Nummer sieben

"Verrückt nach Fußball": Er trägt seit fast 20 Jahren die Nummer sieben

Maximilian Bosse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dimitrios Bellos ist seinem Klub schon lange treu.
Dimitrios Bellos ist seinem Klub schon lange treu. © Debbie Jayne Kinsey
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Nur wenige Spieler sind ihrem Klub so treu wie Dimitrios Bellos. Der 38-Jährige fliegt auch schon mal direkt von einer Hochzeitsfeier in Portugal zum Pflichtspiel in Hannover. Nach fast zwei Jahrzehnten im Team hat "Dimi" jetzt mit dem TuS Mecklenheide auch endlich den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.

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Mit seinen 38 Jahren treibt der den Altersschnitt der Mannschaft ordentlich in die Höhe. Und trotzdem ist Dimitrios Bellos noch immer eine feste Säule und ein Leistungsträger beim TuS Mecklenheide. Das Trikot mit der Rückennummer sieben trägt er schon seit knapp zwei Jahrzehnten, seit zehn Jahren ist er Mannschaftskapitän. Nur kurz, für ein Jahr, gab es mal ein Intermezzo bei Fortuna Sachsenross. Und dank der Quotientenregelung geht es jetzt endlich rauf in die Bezirksliga.

Gern denkt der zweifache Familienvater an die ersten Annäherungen an den Fußball zurück. „Bis ich acht Jahre alt war, habe ich mich eher für Judo und allgemein den Kampfsport interessiert“, erinnert sich Bellos. „Angefangen mit dem Fußball habe ich dann bei Eintracht Hannover.“ Seitdem dribbelt er am liebsten auf der Position im offensiven Mittelfeld. In seiner Jugend kickte der Deutsch-Grieche auch für andere Klubs in Hannover - den HSC und Fortuna Sachsenross.

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Dimitrios Bellos (vorn) in Aktion. Hier gegen Philip Stuka (TuS Wettbergen).
Dimitrios Bellos (vorn) in Aktion. Hier gegen Philip Stuka (TuS Wettbergen). © Maike Lobback

Während der Pubertät verlor Bellos kurzzeitig die Lust zum Fußball. Beim TuS kam die zurück, vor allem durch „das familiäre Umfeld in Mecklenheide". Auch sein Vater Vassilios war hier aktiv, stürmte für den Klub. „Die Zuschauer, die Mannschaft und einfach das gesamte Umfeld haben gestimmt“, sagt der Routinier.

Von der Hochzeitsfeier auf den Platz

Und genau diese Verbundenheit zum Verein führte sogar gelegentlich dazu, dass ein Familienurlaub oder andere private Reisen spontan verkürzt wurden. „Damals hat mein bester Freund in Portugal geheiratet. Meine Frau und ich haben quasi 48 Stunden nicht geschlafen und sind dann am Sonntagmorgen schon zurück nach Hannover geflogen. Am Flughafen hat mein Vater gewartet und mich direkt zu unserem Spiel gefahren“, erzählt der 38-Jährige lachend: „Ich war irgendwie immer verrückt nach Fußball.“

Bellos ist selbstständig als Gerüstbauer tätig. Beruflich und familiär habe er nie Konflikte wegen seiner Sportleidenschaft gehabt. „Meine Frau kennt mich nur so“, sagt er schmunzelnd. Und auch seine Zwillingstöchter habe er bereits mit dem Fußballvirus infiziert. Sie spielen beide in der Heimat bei der SV Arnum.

Drei Pokalfinals, kein Happy-End

Seine schmerzlichsten Momente, aus sportlicher Sicht, waren die drei Kreispokal-Endspiele, die allesamt verloren gingen. Im Jahr 2016/17 stand es beim Rivalen Kleeblatt Stöcken sorgar bis zur 95. Minute 2:2, ehe Anil Eksi den Siegtreffer für Stöcken schoss. „Am Ende hat uns eigentlich schon immer nur das Erfolgserlebnis gefehlt“, sagt Bellos und streicht sich dabei über den Bart.

In diesem Jahr gab es dann doch noch ein Happy-End: Beim Corona-bedingten Saisonabbruch standen die Mecklenheider auf dem zweiten Tabellenplatz. Das brachte den lang ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga.

"Er kann noch fünf Jahre"

Ans Aufhören denkt Dimitrios Bellos noch lange nicht. „Ich fühle mich absolut fit und war auch noch nie ernsthaft verletzt“, sagt Bellos und wird von Vereinspräsident Günter Lenz bestätigt: „Fünf Jahre kann der mindestens noch.“

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Beste Voraussetzungen also für die erfolgreiche Saison. Und wer weiß, vielleicht hat sein Klub ja in dieser Spielzeit mehr Glück im Pokal.