10. Februar 2022 / 21:24 Uhr

Turbine Potsdams Dina Orschmann spricht über ihr Buchprojekt - Trainer Sofian Chahed fehlt gegen Leverkusen

Turbine Potsdams Dina Orschmann spricht über ihr Buchprojekt - Trainer Sofian Chahed fehlt gegen Leverkusen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Goldenes Händchen: Dina Orschmann (l.) traf kurz nach ihrer Einwechselung zum Punktgewinn für Turbine Potsdam.
Dina Orschmann (l.) in der Bundesliga: Über ihren Weg dorthin hat die Spielerin von Turbine Potsdam jetzt ein Buch geschrieben. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Dina Orschmann ist bei Turbine Potsdam die Frau für alle Fälle und veröffentlicht demnächst ein Buch. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen hat nicht nur sie noch eine offene Rechnung. Trainer Sofian Chahed wird es verpassen.

In Jena schoss Dina Orschmann das schönste Tor des Tages. Eine punktgenaue Flanke nahm die 24-jährige Offensivspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam direkt mit der Innenseite ihres linkes Fußes und versenkte den Ball zum 6:0-Endstand im Kreuzeck. Beim Frauenfußball-Bundesligisten aus der Brandenburger Landeshauptstadt ist sie so etwas wie die Zuverlässigkeit in Person. Bei ihren zwölf Saisoneinsätzen stand sie siebenmal in der Startelf, fünfmal kam sie als Joker rein – aber der Einsatz stimmt bei Dina Orschmann immer. Auch neben dem Platz, denn dort arbeitet die gebürtige Berlinerin gerade an einem eigenen Buch.

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In der Corona-Zeit, als viele Sportlerinnen nur individuell trainieren konnten, sei die Idee dazu gekommen. „Ich habe mich viel mit jungen Fußballerinnen ausgetauscht und gemerkt, dass es große Wissenslücken darüber gibt, wie es im Alltag einer Profispielerin zugeht. Dass es zum Beispiel wichtig sein kann, ein zweites Standbein zu haben, weil man eben nicht so viel verdient“, gibt Dina Orschmann einen Einblick. Der Inhalt steht. Anfang des Jahres konnte sie durch ein Crowdfunding-Projekt auch die Finanzierung sicherstellen. „Rundum fit“ soll ihr Frauenfußball-Buch heißen, das Anfang April erscheinen und Tipps zu den Themen individuelles Training, gesunde Ernährung und positive Denkweise bieten soll. Eine Mischung aus Ratgeber für junge Kickerinnen und ihrer ganz eigenen Geschichte.

Über Union und USA zu Turbine Potsdam

Die begann einst in Berlin-Steglitz beim SFC Stern, führte sie zum 1. FC Union Berlin und aufs College nach Amerika zu den Central Florida Knights. Die Zeit in den USA habe sie viel gelehrt. „Vielleicht sogar mehr auf der persönlichen Ebene als auf der fußballerischen“, sagt Dina Orschmann heute. Trotzdem startete sie auf dem Platz nach ihrer Rückkehr so richtig durch. Seit 2019 gehört sie bei Turbine zum Bundesliga-Team, für das sie 33 Erstliga-Spiele (elf Tore) bestritten hat.

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„Für das Buch habe ich mir zu jedem Bereich Experten dazu geholt, etwa DFB-Trainerinnen, einen Mentalcoach oder auch den DFB-Koch. Aber es fließt auch viel eigene Erfahrung von mir mit rein“, verrät die Außenbahnspielerin, die mit der deutschen Auswahl zweimal an einer U20-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. 2016 in Papua-Neuguinea sogar Seite an Seite mit ihrer Zwillingsschwester Katja, die nach einer Zeit in Turbines zweiter Mannschaft heute wieder für Regionalligist Union Berlin aufläuft.

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An diesem Freitagabend gehen im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg wieder die Flutlichter an, wenn die Turbinen als Bundesliga-Fünfte den Verfolger Bayer Leverkusen empfangen (18.10 Uhr/Eurosport und MagentaSport). Das sind die Momente, für die Dina Orschmann auch in ihrem Buch wirbt. Dafür würden sich die Entbehrungen einer Profikarriere lohnen, findet sie. „Jena war ganz gut, um sich noch mal Selbstbewusstsein zu holen“, sagt sie. Ihr Tor? „Typisch! Ich bin aber froh, dass ich noch mal reingekommen bin.“

Bilder aus dem Turbine-Trainingslager in Lindow.

Turbine Potsdam bereitet sich in der Sportschule Lindow (Ostprignitz-Ruppin) auf den Rückrundenstart in der Frauenfußball-Bundesliga vor. Am ersten Trainingstag stand Coach Sofian Chahed fast der gesamte Kader zur Verfügung. Zur Galerie
Turbine Potsdam bereitet sich in der Sportschule Lindow (Ostprignitz-Ruppin) auf den Rückrundenstart in der Frauenfußball-Bundesliga vor. Am ersten Trainingstag stand Coach Sofian Chahed fast der gesamte Kader zur Verfügung. © Christoph Brandhorst

Mit den Bayer-Frauen haben die Turbinen noch eine Rechnung offen. „Leverkusen hat uns in der Hinrunde geärgert, da haben wir unser erstes Spiel verloren. Das haben wir wirklich noch im Kopf“, bemerkt die Potsdamerin. „Wir wissen, dass da ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt.“ Dieses will Dina Orschmann abliefern – egal, ob von Beginn an oder als Einwechselspielerin. „Ich habe die Rolle angenommen, obwohl mein Sportlerherz natürlich auch in die Startelf möchte, das ist immer mein Ziel.“ Aber sie bleibt geduldig und weiß, dass gerade zum Saisonende jede Spielerin wichtig wird.

Sofian Chahed fehlt nach positivem Test

Ihr Trainer Sofian Chahed weiß diese Einstellung sicherlich zu schätzen, die Partie am Freitagabend wird er aber nicht von der Trainerbank aus verfolgen können. Chahed wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Co-Trainer Dirk Heinrichs wird ihn vertreten. „Wir müssen die zweiten Bälle gewinnen“, fordert der Coach trotz Quarantäne. Und er warnt vor Gästeangreiferin Milena Nikolic (sechs Saisontore). „Sie weiß, wo das Tor steht“, so Chahed.

Neuzugang Irena Kuznezov kommt für die Partie noch nicht in Frage. Ihr fehle noch die Spielberechtigung, bestätigt Chahed. Isabel Kerschowski wird nach einer Wadenverletzung gegen ihren Ex-Club zurückkehren.

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