26. August 2019 / 19:29 Uhr

Dirk Schuster in Aue voller Tatendrang: »Sofort ein gutes Gefühl« 

Dirk Schuster in Aue voller Tatendrang: »Sofort ein gutes Gefühl« 

dpa
August 2019: Dirk Schuster (links) ist neuer Trainer vom FC Erzgebirge Aue und geht mit Co-Trainer Marc Hensel und Präsident Helge Leonhardt zum Trainingsplatz.
August 2019: Dirk Schuster (links) ist neuer Trainer vom FC Erzgebirge Aue und geht mit Co-Trainer Marc Hensel und Präsident Helge Leonhardt zum Trainingsplatz. © dpa
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Der FC Erzgebirge Aue hat im ehemaligen Darmstädter Dirk Schuster einen neuen Cheftrainer gefunden. Der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer folgt auf Daniel Meyer und Interims-Coach Marc Hensel.

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Aue (dpa). Der neue Trainer wollte keine Zeit verlieren. Noch vor seiner Präsentation stattete Dirk Schuster seiner Mannschaft einen Besuch in der Kabine ab. »Ein paar Jungs kenne ich persönlich, aber als Außenstehende können wir den Charakter sowie die fußballerischen Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler nicht hundertprozentig beurteilen. Deswegen ist es wichtig, dass wir schnell auf dem Trainingsplatz stehen«, sagte der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer, der am Montag beim Zweitligisten Erzgebirge Aue einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieb.

»Die zweite Liga muss die Heimat für Aue sein«

»Als ich das Ortseingangsschild von Aue passiert habe, hatte ich sofort ein gutes Gefühl, hier richtig viel bewegen zu können. Es geht jetzt darum, dass wir alle an einem Strang ziehen, angefangen von der Putzfrau bis hin zum Präsidenten. Die zweite Liga muss die Heimat für Erzgebirge Aue sein«, erklärte Schuster, der auf die Frage, warum er das Angebot angenommen hat, mit einer Gegenfrage antwortete: »Warum nicht Aue? Es ist toll, was hier in den vergangenen Jahren entstanden ist. Als ich früher als Spieler in Aue aufgelaufen bin, war das Stadion eine bessere Bruchbude. Inzwischen ist ein Schmuckkästchen mit einem geilen Rasen und einem Nachwuchsleistungszentrum entstanden. Deshalb haben ich und mein Co-Trainer nicht lange gezögert, die Herausforderung anzunehmen.«

DURCHKLICKEN: Stationen des früheren Nationalspielers Dirk Schuster als Trainer

Juni 2014: Trainer Dirk Schuster (rechts) und Torwarttrainer Dimo Wache präsentieren die Neuzugänge des SV Darmstadt 98 für die Saison 2014/2015 vor dem Kongresszentrum der Stadt. Zur Galerie
Juni 2014: Trainer Dirk Schuster (rechts) und Torwarttrainer Dimo Wache präsentieren die Neuzugänge des SV Darmstadt 98 für die Saison 2014/2015 vor dem Kongresszentrum der Stadt. © dpa
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Der Nachfolger des am 19. August beurlaubten Daniel Meyer kann auf die Erfahrung von 48 Erst- und 73 Zweitliga-Partien zurückgreifen. »Wir wollten ein Highlight setzen und einen routinierten Trainer mit Stallgeruch verpflichten, der die Mannschaft weiterentwickeln kann. Das ist uns mit Dirk Schuster gelungen«, betonte Vereinspräsident Helge Leonhardt. »Dirk Schuster kennt die ausgebufften sowie braven Spieler und er weiß, wie man im Fußballgeschäft agieren muss. Wir haben nun ein schlagkräftiges Trainerteam mit einer hohen Kompetenz.«

Fußball mit Herz, Kampf, Leidenschaft

Schuster brachte in Sascha Franz seinen langjährigen Co-Trainer mit ins Erzgebirge. Interims-Coach Marc Hensel kehrt wieder auf seine Position als Co-Trainer zurück. Nach der Vorstellung stand die erste gemeinsame Übungseinheit auf dem Programm. Dem neuen Trainergespann bleiben sechs Tage Zeit, um die Mannschaft auf das nächste Spiel am Sonntag bei Holstein Kiel vorzubereiten. »Wir wollen alle in dieselbe Richtung marschieren und weiterhin die Tugenden verkörpern, die für Erzgebirge Aue typisch sind: ein großes Herz, Kampf, Leidenschaft, aber auch mutiger Fußball nach vorn. Wenn wir das alles richtig umsetzen, werden wir auch erfolgreich sein«, erklärte Schuster.

Die Karriere als Fußballer begann für Schuster in seiner Heimatstadt beim FC Karl-Marx-Stadt. Seine erfolgreichste Zeit feierte der ehemalige Verteidiger beim Karlsruher SC. Unter anderem war er am »Wunder vom Wildpark« 1993 beteiligt, als der KSC den FC Valencia mit 7:0 im Europapokal schlug. Als einer der wenigen schaffte er es zudem, für die Nationalmannschaften der DDR (vier Spiele) und der Bundesrepublik (drei Spiele) aufzulaufen.

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Als Trainer machte sich Schuster einen Namen, als er mit dem SV Darmstadt 98 zwischen 2013 und 2015 den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga schaffte. Bei den Hessen wurde er im Februar nach einer Negativserie von nur einem Sieg aus zehn Spielen freigestellt.

In Aue übernimmt er ein intaktes Team, das mit sieben Punkten auf dem fünften Tabellenplatz rangiert. »Die bisherige Ausbeute ist ein gutes Fundament für die nächsten Aufgaben. Ich möchte gleichzeitig etwas warnend den Finger heben. Es sind erst wenige Spiele absolviert. Das Hauptaugenmerk muss darauf liegen, dass wir auch nächstes Jahr wieder schönen Zweitliga-Fußball in Aue sehen können«, betonte Schuster.

Sebastian Wutzler

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