14. Juni 2021 / 16:51 Uhr

Dirk Schwarten hat mit dem SV Ellerbek alle Höhen und Tiefen erlebt

Dirk Schwarten hat mit dem SV Ellerbek alle Höhen und Tiefen erlebt

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Bekennender VfB Stuttgart-Fan: Der ehemalige Libero Dirk Schwarten.
Bekennender VfB Stuttgart-Fan: Der ehemalige Libero Dirk Schwarten. © Privat
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Der KN-Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf Dirk Schwarten, der für den SV Ellerbek, VfR Laboe, SC Comet Kiel und BW Friedrichstadt die Schuhe schnürte

Denkt man zurück an die Verbandsliga und Landesliga der 80er und 90er Jahre, in denen der SV Ellerbek eine gewichtige Rolle spielte, bleibt man automatisch bei Dirk Schwarten hängen. Der heute 57-Jährige prägte als Libero den SVE weit über ein Jahrzehnt. Angefangen hat der bekennende VfB Stuttgart-Fan im Alter von sechs Jahren. Schnell wurde Schwarten in die Stadtauswahl Kiel berufen. Mit der C-Jugend-Auswahl wurde er Landesmeister unter Trainer Gerd Zimmermann, der später als Bundesliga-Schiedsrichter für Furore sorgte. Die komplette Jugendzeit verbrachte Schwarten am Radsredder. Als 18-Jähriger zog es ihn im ersten Seniorenjahr zum VfR Laboe. "Der damalige Trainer Holger Saager fragte mich und schon spielte ich in der damaligen Landesliga Nord", erinnert sich Schwarten an seine ersten Schritte im Seniorenbereich. Das Glück währte jedoch nicht lange.

Rückkehr zum SVE - Team eilt von Aufstieg zu Aufstieg

Der VfR stieg ab, sodass es Schwarten in der Saison 83/84 zurück zum SVE zog. Unter Trainer Wolff-Waldemar Penning gelang dem Team Aufstieg um Aufstieg. "Das waren wirklich beeindruckende Zeiten. Wir mussten Penning siezen. Er war eine der schillerndsten Trainer-​Persönlichkeiten des Kieler Fußballs", weiß Schwarten, der sich gerne an die Duelle um den Aufstieg in die Landesliga gegen den TSV Kronshagen erinnert. "Eine Partie am Radsredder musste 15 Minuten später angepfiffen werden, da über 1400 Zuschauer dem Spiel bewohnen wollten", schwelgt Schwarten in Nostalgie. Auch die Spiele gegen Eutin 08 und den VfB Lübeck sind für Schwarten absolute Highlights gewesen. "Die Mannschaften sind mit namenhaften Akteuren gespickt gewesen. Spieler wir Holger Willmer, Horst Feilzer und Holger Behnert sind in der ganzen Bundesrepublik bekannt. Gegen Lübeck haben wir im Hinspiel sogar 0:0 gespielt. Das Rückspiel sind wir dann mit 1:5 abgeschossen worden", so Schwarten.

Der SV Ellerbek hatte zu Verbandsliga-Zeiten namenhafte Akteure in seinem Team. Spieler wie Olaf Hansen (3.v.l.), Axel Möller (4.v.l.), Reiner Menzel (8.v.l.) und Dirk Schwarten (O.R,7v.l.) kickten am Radsredder.
Der SV Ellerbek hatte zu Verbandsliga-Zeiten namenhafte Akteure in seinem Team. Spieler wie Olaf Hansen (3.v.l.), Axel Möller (4.v.l.), Reiner Menzel (8.v.l.) und Dirk Schwarten (O.R,7v.l.) kickten am Radsredder. ©

Wechsel nach Friedrichstadt

Trotz des späteren Abstiegs in die Bezirksliga (Saison 1987/88) hielt Schwarten dem SVE die Treue. Erst im Sommer 1992 erlag er dem Lockruf des Geldes (Schwarten grinst) und wechselte zum Verbandsligisten Blau-Weiß Friedrichstadt. BW-Chefcoach Peter Siegel wollte den schussstarken Abwehrspieler unbedingt haben. "Ich wollte auch mal etwas anderes sehen und war auch auf Anhieb Stammspieler. Zwar waren die Fahrten zum Training sehr anstrengend und im Winter teilweise sehr abenteuerlich, aber es war eine tolle Erfahrung, mit Spielern wie Torhüter Günter Hoff zusammengespielt zu haben", berichtet Schwarten.

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Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig kommt für ein halbes Jahr

Im Winter hatten die Friedsrichstädter einen prominenten Neuzugang. Der ehemalige Nationalspieler Jimmy Hartwig gab sich die Ehre und schloss sich dem Siegel-Team an. "Das war eine witzige Anekdote. Jimmy wollte in St. Peter Ording eine Fußballschule eröffnen. Der ehemalige 2. Vorsitzende von uns war dort Bürgermeister und sagte zu ihm, dass er die Genehmigung nur erhält, wenn er für uns spielt. Gesagt - getan. Die Zuschauerzahlen siegen nach der Verpflichtung merklich an", lacht Schwarten. Nach einem Jahr war das "Abenteuer Friedrichstadt" aber wieder beendet. "Der Verein erlitt einen finanziellen Kollaps. Ich bin dann zurück nach Ellerbek", erklärt Schwarten. Mittlerweile waren die Ellerbeker wieder aufgestiegen und pendelten zwischen Landes- und Verbandsliga. "Ich erinnere mich noch an ein Spiel gegen den FC Kilia Kiel. Es war in der Saison 1996/97. War waren klarer Abstiegsfavorit. Penning war mittlerweile Trainer bei Kilia. Vor gut 1000 Zuschauern haben wir am Hasseldieksdammer Weg mit 2:1 gewonnen. Penning stapfte nach dem Schlusspfiff wütend an mir vorbei und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, ihn mit dem Spruch "gegen uns haben schon ganz andere verloren" zu verabschieden", grinst Schwarten. Im Winter 1999/00 gingen beim SVE dann die Lichter aus.

Schwarten wechselt zum Erzrivalen SC Comet Kiel

Schwarten wechselte zum Erzrivalen SC Comet Kiel, saß eine halbjährige Sperre ab und hatte bei den Ellerbekern den Namen "Judas" weg. "Heutzutage bilden die beiden Vereine eine Spielgemeinschaft. Das haben Manfred Boll und Kay Barfknecht von Seiten des SVE sehr gut eingefädelt", befürwortet Schwarten die Fusion. 2002 erfolgte dann der Umzug nach Dänemark. Mittlerweile war der einstige Abwehrchef für die Firma Alfa Laval in Kolding als Metallschleifer tätig. "Trotzdem verfolge ich natürlich das Geschehen in Kiel. Auch alles was mit Holstein Kiel passiert. Ich bin dankbar, so eine Karriere gehabt zu haben. Zudem habe ich tolle Menschen kennengelernt und in Oliver Kalwis, mit dem ich bei Comet gekickt habe, einen wahren Freund gefunden. In Ellerbek habe ich alle Höhen und Tiefen erleben dürfen. Das hat mich geprägt. Es war eine tolle Zeit", so Schwarten, der seit einiger Zeit in Flensburg wohnt.

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