05. Juli 2016 / 14:04 Uhr

Diskrepanz zwischen Videomaterial und Bericht

Diskrepanz zwischen Videomaterial und Bericht

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Diskrepanz zwischen Videomaterial und Bericht
Diskrepanz zwischen Videomaterial und Bericht © Jan Kuppert
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Landespokal: Finale zwischen Babelsberg 03 und Luckenwalde sorgt weiter für Gesprächsstoff.

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Das Fußball-Landespokalfinale zwischen dem FSV 63 Luckenwalde und dem SV Babelsberg 03 (1:3) sorgt noch immer für Schlagzeilen. Die Auseinandersetzungen zwischen SVB-Fans und der Polizei nach Schlusspfiff überschatteten den 28. Mai. Am Dienstag gewährte der SV Babelsberg den Potsdamer Medien Einblick in ausführliches Videomaterial von Nulldrei-TV, um sich ein eigenes Bild der Geschehnisse zu machen.

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Ende vergangener Woche beschäftigten die Ausschreitungen das Brandenburger Innenministerium. Andreas Backhoff, zuständiger Referent im Innenministerium (der beim Spiel selbst nicht vor Ort war) äußerte sich. Reizgas sei erst eingesetzt worden, nachdem vermummte Babelsberger Fans auf den Platz gestürmt seien und weitere Störer versucht hätten, den Zaun  herunterzudrücken. „Als Reizgas auf die Störenfriede durch den Zaun gesprüht wurde, sind von der Wolke sicher auch Unbeteiligte getroffen worden, das ist so“, räumte er aber ein.

Unterschiedliche Angaben zu Zahl der Verletzten

Dieser Sichtweise zu folgen, fällt nach Einsicht in das Videomaterial vom SV Babelsberg 03 schwer. Vermummte Personen waren darauf nicht zu erkennen. Ebenso wenig ein Abkleben des Zaunes, um diesen organisiert zu überschreiten. „Ich denke, die Bilder sprechen für sich und zeigen die Diskrepanz zwischen dem Verlesenen im Innenausschuss und der Realität“, erklärte SVB-Vorsitzender Archibald Horlitz am Dienstag. Von einem Platzsturm aus dem Babelsberger Block kann nach Einsicht der Bewegtbilder keine Rede sein. Rund zehn bis fünfzehn Leute befanden sich maximal auf dem Feld und wollten den Pokaltriumph mit ihrer Elf feiern. Diese hatte es schwer, durch die Polizeikette, die wenige Minuten nach Spielschluss nicht viel mehr als eineinhalb Meter vom Gästeblock entfernt stand, zu den Fans zu gelangen. Stürmer Andis Shala ging vorneweg und gab auf dem Zaun den Vorsänger – bis dato war alles friedlich.

In der Folge kam es nach weiteren Jubel-Versuchen der Anhänger mit ihren Spielern zu leichten Rangeleien und zum Einsatz von Reizgas. Vereinseigene Ordner, die zwischen Fans und Polizei vermitteln wollten, wurden daran zum Teil gehindert und kamen ebenfalls zu Schaden. Die Situation schaukelte sich hoch. Wenige aufgebrachte Babelsberger stießen mit Fahnenstangen Richtung Beamter beziehungsweise warfen sie über den Zaun. Ein Tor im Gästeblock wurde kurzzeitig aufgestoßen, die meisten der daran Beteiligten wollten Verletzten helfen. Der SVB beklagt 150 Verletzte, darunter auch Frauen und Kinder. Im Innenausschuss wurden von der Polizei 36 Beschädigte angegeben.