18. Juni 2022 / 21:16 Uhr

Diskriminierung im Internet: FIFA will mit künstlicher Intelligenz gezielt gegen Hass und Hetze vorgehen

Diskriminierung im Internet: FIFA will mit künstlicher Intelligenz gezielt gegen Hass und Hetze vorgehen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Weltfußballverband FIFA will verstärkt gegen Hass im Internet vorgehen.
Weltfußballverband FIFA will verstärkt gegen Hass im Internet vorgehen. © Getty Images
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Der Fußball-Weltverband FIFA und die Spielergewerkschaft FIFPRO wollen die Verbreitung von Hass in den sozialen Medien bekämpfen. Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz sollen entsprechende Beiträge frühzeitig erkannt werden.  

Angesichts der ausufernden Diskriminierung in den sozialen Netzwerken wollen der Fußball-Weltverband FIFA und die Profigewerkschaft FIFPRO gezielt gegen Hassreden vorgehen. Als Reaktion auf den zunehmenden Missbrauch durch Beleidigungen von Fußballspielern soll ein spezieller Moderationsdienst bei Männer- und Frauenturnieren eingerichtet werden, teilte die FIFA am Samstag mit.

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Erkannte Hassreden, die in sozialen Medien veröffentlicht werden, sollen gescannt werden, um zu verhindern, dass derartige Kommentare vom Adressaten und dessen Followern gesehen werden. Dadurch sollen Sichtbarkeit und Reichweite deutlich verringert werden.

Fünf Monate vor der WM in Katar hat die FIFA einen Bericht vorgelegt, in dem das Ausmaß von Beleidigungen, Hetze und Diskriminierung erschreckend deutlich wird. Mit künstlicher Intelligenz wurden zuvor in einer umfangreichen Studie mehr als 400.000 Beiträge in sozialen Medien untersucht. Ausgewertet wurden Kommentare während der Halbfinal- und Finalphase der Fußball-EM und beim Africa Cup of Nations jeweils 2021.

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Die Resultate waren bestürzend: Über 50 Prozent der Spieler seien in irgendeiner Form diskriminierend beschimpft worden, wobei ein Großteil dieser Äußerungen aus ihrem jeweiligen Heimatland kam. Homophobe (40 Prozent) und rassistische (38 Prozent) Kommentare machten den Großteil der Beschimpfungen aus. Viele dieser Kommentare seien auch weiterhin auf den Konten sichtbar, auf denen sie ursprünglich veröffentlicht wurden.

"Es gehört zu unseren Pflichten, den Fußball zu schützen, und dies fängt bei den Spielern an, die uns allen durch ihre Leistungen auf dem Spielfeld so viel Freude schenken", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino.