05. März 2021 / 11:56 Uhr

Diskussion um seine Zukunft macht Wolfsburg-Trainer Glasner "keine Sorgen"

Diskussion um seine Zukunft macht Wolfsburg-Trainer Glasner "keine Sorgen"

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Oliver Glasner tritt mit dem VfL bei 1899 Hoffenheim an
Oliver Glasner tritt mit dem VfL bei 1899 Hoffenheim an © Roland Hermstein
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Pokal-Aus, Diskussion um die Zukunft des Trainers, Champions-League-Perspektive - beim VfL Wolfsburg ist eine Menge los. Und am Samstag steht schon die nächste Aufgabe an: Das Team von Oliver Glasner will im Bundesliga-Spiel bei 1899 Hoffenheim Platz drei festigen.

Das Pokal-Aus in Leipzig und die Diskussion um die Zukunft des Trainers sollen den überragend guten Lauf in der Bundesliga nicht bremsen - unter diesem Motto geht der VfL Wolfsburg in das Spiel am Samstag bei 1899 Hoffenheim. "Mein Job macht mir Riesen-Spaß", so Coach Oliver Glasner, "wir spielen eine tolle Saison."

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Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Coach per Ausstiegsklausel am Saisonende gehen könnte - was der Österreicher nicht dementierte: "Dass wir über Vertragsinhalte nicht reden, ist der einzige Vertragsinhalt, den ich bestätigen kann", meinte er schmunzelnd und fügte ernst hinzu: "Ich habe mal ein bisschen recherchiert. Ich bin jetzt 20 Monate hier, damit bin ich der sechstlängste Trainer der Bundesliga. Soviel zu Planbarkeit eines Trainerjobs in der Bundesliga...Was soll ich jetzt sagen, was in 16 bis 18 Monaten der Fall sein wird? Ich weiß es nicht!" Die Diskussion um seine Person habe ihn überrascht, er macht sich aber "keine Sorgen" über mögliche sportliche Auswirkungen. Bei einem Pokalspiel am Mittwochabend und einem anschließenden Bundesliga-Spiel am Samstag habe er "sowieso keine Ruhe" - und auch nicht viel Zeit, sich damit zu beschäftigen.

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Beschäftigt hat er sich stattdessen mit dem "Spiel eins" nach der Niederlage am Mittwoch - der ersten VfL-Pleite seit dem Bundesliga-0:2 am 3. Januar in Dortmund. Glasner: "Am Donnerstag waren alle noch etwas niedergeschlagen - und es war für uns alle ein komisches Gefühl, weil die letzte Niederlage zuvor lange her ist - das zeigt aber auch, was die Spieler in der Zwischenzeit geleistet haben." Sein Eindruck aus dem Training: "Wir sind schon wieder voll in der Spur."

Die Tabellensituation hilft dabei. Wolfsburg ist Dritter, hat sechs Punkte Vorsprung auf Nicht-Champions-League-Platz fünf. Beim Blick auf die Tabelle schaue Glasner "nur auf Platz drei und sehe dort den VfL Wolfsburg mit 45 Punkten. Dann lache ich und es geht mir richtig gut", sagt der Coach. "Ich schaue weder auf Platz zwei oder vier. Ich konzentriere mich nur auf unsere Mannschaft. Wir wollen noch besser werden."

Allerdings muss der VfL am Samstag ohne Jerome Roussillon auskommen, er wird mit Wadenproblemen weiterhin fehlen, Marin Pongracic muss seine Gelb-Rot-Sperre aus dem Hertha-Spiel abbrummen. Gute Nachrichten gibt's von Josip Brekalo, der in Leipzig umgeknickt war. "Es ist nichts kaputt, aber er hat noch Schmerzen. Bei ihm warten wir das Abschlusstraining ab", hatte Glasner noch am Vormittag gesagt. Die Wolfsburger haben abgewartet, seit dem Nachmittag steht fest, Brekalo ist im Kader fürs Spiel am Samstag.

Der VfL ist seit neun Spielen in der Bundesliga ungeschlagen (gewann dabei sechsmal), führt die Rückrundentabelle an und hat zuletzt vier Auswärtsspiele in Folge gewonnen. Da kann man sich aufs Reisen freuen - was vor allem für Wout Weghorst gilt. Der Niederländer, zuletzt Elfer-Fehlschütze im Pokal gegen Leipzig, hat schon sechs Treffer gegen Hoffenheim erzielt (fünf davon in Sinsheim) - gegen kein aktuelles Bundesliga-Team mehr. Dass sein Top-Stürmer nach dem verschossenen Strafstoß jetzt den Kopf hängen lässt, glaubt Glasner nicht. "Wir haben am Donnerstag ein paar Minuten gesprochen. Er hat unser vollstes Vertrauen. Ich habe null Zweifel an seiner Qualität als Torjäger", sagt der Coach und vergleicht seine Situation mit einem Schüler. "Wenn du in jeder Schularbeit eine 1 schreibst und dann mal einen Ausrutscher mit einer 3 oder 4 hast, bist du immer noch ein Einser-Schüler. Und Wout ist ein Einser-Schüler."


Wolfsburg als Bundesliga-Mannschaft der Stunde - das stachelt den Ehrgeiz beim Gegner an. 1899-Trainer Sebastian Hoeneß: "Für uns sind solche Statistiken immer dann interessant, wenn es extreme Ausprägungen gibt", sagte er - und das gelte hier vor allem für die Wolfsburger Zu-null-Serie, die nun schon 666 Liga-Minuten lang hält. "Entscheidend ist, was wir draus machen", so Hoeneß. "Es spornt uns an, diejenigen zu sein, die ihnen in der Liga mal einen reinhauen."