12. Februar 2020 / 17:20 Uhr

Diskuswerfen in der Halle: Kristin Pudenz ist erstmals dabei

Diskuswerfen in der Halle: Kristin Pudenz ist erstmals dabei

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Kristin Pudenz lässt die Scheibe fliegen.
Kristin Pudenz lässt die Scheibe fliegen.
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Beim 7. Istaf Indoor am Freitagabend in der Arena am Ostbahnhof in Berlin sorgen die Diskuswerfer für ein weltweit einmaliges Spektakel. Kristin Pudenz vom SC Potsdam sagt, warum sie sich riesig darauf freut.

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Endlich ist sie mal nicht nur begeisterte Zuschauerin, sondern darf selbst in den Ring treten. Diskuswerferin Kristin Pudenz vom SC Potsdam erlebt am Freitag (18 Uhr) beim 7. Istaf-Indoor in der Arena am Ostbahnhof in Berlin ihre Premiere und freut sich bereits riesig. „Das gibt es nur einmal auf der Welt. Und für mich wird es auch das erste Mal sein, dass ich in der Halle werfe“, erzählt die gerade 27 Jahre alt gewordene Sportsoldatin. Doch nach ihrem erstmaligen Gewinn der Deutschen Meisterschaft und ihrer WM-Teilnahme im Vorjahr kamen die Veranstalter kaum an Kristin Pudenz vorbei.

„Die Stimmung in der Arena war ja immer super“, sagt sie. Mit 12 500 Zuschauern ist das Istaf-Indoor längst ausverkauft und gilt auch von der Kulisse her als größtes Leichtathletik-Hallenmeeting der Welt. „Ich habe aber keine Ahnung, wie weit ich in der Halle werfen kann. Ohne Wind wird das schon etwas anderes sein“, bemerkt der Schützling von Trainer Jörg Schulte.

Duell Männer gegen Frauen

Kristin Pudenz fühlt sich nach dem bisherigen Wintertraining gut in Schuss, hat in dieser Woche auch ein paar Würfe aus dem Werferhaus im heimischen Luftschiffhafen absolviert. Sie will locker in den Wettkampf gehen, zumal es ja ein Vergleich Männer – diese werfen mit ihrer zwei Kilo schweren Scheibe – gegen Frauen – hier wiegt der Diskus ein Kilo – geben wird. Das Männer-Quartett führt Olympiasieger Christoph Harting an. Bei den Frauen treten neben Kristin Pudenz noch Nadine Müller (Halle), Shanice Craft (Mannheim) und die aus Fürstenwalde stammende Claudine Vita (Neubrandenburg) an. Die WM-Dritte von 2015 Müller stellte im Vorjahr mit 63,89 Metern einen inoffiziellen Hallen-Weltrekord auf. „Das zeigt ja, dass man auch in der Halle weit werfen kann“, meint Kristin Pudenz zuversichtlich. Ohnehin wird dieser Auftritt in Berlin ihr einziger Wettkampf während der Wintermonate sein.

Ziel 2020: Olympia

Längst gilt alle Konzentration der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio. Die Olympia-Norm wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) auf 63,50 Meter heraufgesetzt. Die Konkurrenz im eigenen Land um die drei Olympia-Tickets ist nach wie vor groß. Deshalb hat sich Kristin Pudenz ehrgeizige Ziele gesetzt, wenn Ende Mai die Freiluftsaison beginnt. Die WM-Elfte möchte über 65 Meter werfen. Im Vorjahr steigerte sie ihre Bestmarke von 62,89 Meter (2017) auf 64,37 Meter, die sie sowohl bei ihrem DM-Titelgewinn als auch bei ihrem vierten Platz beim Diamond-League-Meeting in Paris schaffte. Zum DL-Finale in Brüssel wurde sie Dritte.

Groß sei daher der Wermutstropfen, dass das Diskuswerfen nicht mehr zum Programm der Diamond League gehört. „Das ist sehr schade. Aber alles Jammern hilft nicht. Ich will weiter meinen Weg gehen“, meint Kristin Pudenz. Umso dankbarer ist die Potsdamerin, die Chance beim Istaf-Indoor vor der Haustür zu bekommen. Eltern, Bruder und Freunde werden ebenso unter den Zuschauern sein und „Pudi“ anfeuern, wenn der Diskus wie ein Ufo durch die Halle segelt.

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