26. Februar 2022 / 10:00 Uhr

Döbelner Handballteams kritisieren schnellen Restart

Döbelner Handballteams kritisieren schnellen Restart

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Vorbereitungszeit zu kurz: Auf Szenen wie diese müssen die Spielerinnen des HSG Neudorf Döbeln noch warten. Das Spiel gegen den HC Glauchau/Meerane wurde abgesagt.
Vorbereitungszeit zu kurz: Auf Szenen wie diese müssen die Spielerinnen des HSG Neudorf Döbeln noch warten. Das Spiel gegen den HC Glauchau/Meerane wurde abgesagt. © Sven Bartsch
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Die Freude über den bevorstehenden Punktspiel-Re-Start im sächsischen Handballsport am ersten Märzwochenende hält sich bei der HSG Neudorf/Döbeln und beim VfL Waldheim 54 in engen Grenzen.

Döbeln/Waldheim. „Ich habe große Angst vor vielen Verletzungen“, erklärt Trainer Daniel Reddiger von den Döbelner Sachsenliga-Frauen. „Handball ist eine der härtesten Sportarten, die wir haben. Wir haben jetzt zwei Jahre ohne Wertung gespielt. Warum setzt der Handball-Verband Sachsen jetzt auf Krampf auf eine Wertungsrunde?“ Erste Konsequenz der Döbelner: Die HSG-Frauen haben ihr Samstag-Gastspiel im Sachsenpokal beim HC Glauchau/Meerane abgesagt. Auf der HVS-Verbandshomepage steht hinter der Ansetzung nur NG. Also Gästemannschaft nicht angetreten. Reddiger: „Der Termin ist für viel zu früh, weil die Vorbereitungszeit bisher viel zu kurz war. Den monatelangen Trainingsausfall können wir so schnell nicht aufholen mit zweimal Training pro Woche. Wir sind kein Profiteam.“

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„Da reicht es nicht mehr für ein Spiel“

Ob Neudorf/Döbeln zum ersten Punktspiel am 6. März beim BSV Sachsen Zwickau II antreten kann und wird, das ist derzeit noch offen. „Ich will erstmal die Stimmung bei meinen Mädels checken“, sagt Reddiger. „Für das Zwickau-Spiel gibt es zwei Optionen. Entweder mit einem sehr kleinen Kader von acht bis neun Spielerinnen antreten oder die Partie nach hinten verlegen.“

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Genau das haben die Nachbarn aus Waldheim getan. Auf der VfL-Homepage steht dazu unter der Überschrift „Start in den Spielbetrieb unter 2G – Ohne Worte“ folgendes: „Obwohl der VfL-Vorstand in einem Rundschreiben an die Führungs- und Spielgremien sein Unverständnis zur Spielbetriebswiederaufnahme Ausdruck verliehen hat, setzt der HVS mit aller Macht auf den Re-Start am 5. März. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens ab 7. März Sport unter 3G wieder möglich ist. Den Spielabsagen des VfL im Erwachsenbereich wegen durch die o.g. Reglung nicht spielfähigen Mannschaften wurde indes stattgegeben und die Spiele verlegt. Los geht es dann am 12. März mit einem kompletten Heimspieltag.“

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Dann sind ab 12 Uhr vier Partien angesetzt, wobei die Verbandsliga-Männer ab 18 Uhr in der Stadtsporthalle gegen die HSG Rückmarsdorf antreten. „Wegen der 2G-Regel waren in letzter Zeit nicht viele zum Training“, berichtet VfL-Männercoach Manuel Kirpal. „Vier meiner Spieler sind noch nicht geimpft und drei andere arbeiten in systemrelevanten Berufen. Da reicht es nicht mehr für ein Spiel.“

„Unser Männerteam hat damit kein Problem“

Auch Kirpal ärgert sich über den Handball-Verband Sachsen: „Vor dem Saisonstart wurde gesagt, es wird keine einfache Hinrunde geben. Jetzt wird es anders gemacht und die Absprachen werden nicht eingehalten. Warum wird die Rückrunde nicht 2022/23 gespielt? Dann wäre die Saison komplett, auch wenn es dieses Jahr im Herbst wieder eine Unterbrechung geben sollte. Momentan sind meine Spieler, die fast aus der Kalten starten sollen, einfach demotiviert. So macht das keinen Spaß mehr.“

Für eines der sechs ausstehenden Hinrunden-Spiele – das Heimspiel gegen den HV Böhlen – hat der VfL noch nicht einmal einen Termin gefunden. Im Gespräch ist ein Wochenende im Mai, obwohl der HVS seine Saison eigentlich Ende April beenden will. „Da muss der Verband eben mal flexibel sein“, sagt Kirpal, dessen Team als Tabellenachter auch noch abstiegsbedroht ist. „Drei Spiele müssen wir noch gewinnen, auch das Heimspiel gegen Rückmarsdorf. Zuhause haben wir schon oft starke Gegner geschlagen.“ Gewinnt der VfL am 12. März, wäre er in der Tabelle mit 6:6 Punkten an Rückmarsdorf – dann 5:5 Punkte – auf jeden Fall schon mal vorbei. „Gegen Böhlen und in Glauchau müssen wir auch gewinnen.“

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Zurück zur HSG Neudorf/Döbeln. Dort haben die Verbandsliga-Männer, die in der aktuellen Tabelle punktgleich vor Waldheim auf Platz sieben stehen, am 6. März ab 11 Uhr das Auswärtsspiel beim sieglosen Tabellenschlusslicht HSG Sachsenring auf dem Plan. „Unser Männerteam hat damit kein Problem“, sagt der Döbelner Vereinsvorsitzende Steffen Händler. „Das nur die Hinrunde gespielt wird, ist auch okay. Der Verband braucht einfach was für die Wertung. Aber natürlich hoffen wir, dass die Saison 2022/23 dann endlich mal komplett gespielt werden kann.“

Döbelns Frauen müssen sich mächtig strecken

Die HSG-Männer müssen die Punkte für einen sicheren Klassenverbleib schon in den ersten drei der sechs ausstehenden Spiele einfahren. Nach dem Auswärtsspiel beim Schlusslicht folgt am 13. März die Heimpartie gegen den Tabellenelften Böhlen und am 20. März geht die Reise zum HC Glauchau/Meerane II, der Rang zehn belegt. Anschließend werden die Gegner immer schwerer, bevor am 30. April das letzte Punktspiel beim aktuellen Spitzenreiter SC DHfK Leipzig III auf dem Programm steht.

Apropos Klassenverbleib: Für den müssen sich die Döbelner Sachsenliga-Frauen auch noch mächtig strecken, denn sie stehen aktuell mit 2:6 Punkten auf Platz zehn. Und es stehen noch vier Auswärts- und nur zwei Heimspiele im Restprogramm. Coach Daniel Reddiger: „Da bei uns nur mit elf statt zwölf Teams gespielt, wird es wohl nur einen Absteiger aus der Sachsenliga geben. Es bleibt aber abzuwarten, wer aus der MHV-Oberliga absteigt und wer aus den Verbandsligen aufsteigen möchte.“

In der Oberliga stehen aus Sachsen derzeit die Reserve vom HC Leipzig und der Görlitzer HC auf Plätzen, die die Teilnahme an den Play-downs um den Klassenverbleib bedeuten würden. Die Reserve vom Drittligisten HC Rödertal wurde schon am 19. November 2021 aus dem Oberliga-Spielbetrieb zurückgezogen. Damit gibt es aktuell nur noch zehn Teams in dieser Spielklasse. In der Verbandsliga West führen souverän die AAC Amazonen aus Leipzig mit 10:0 Punkten. Die gleiche Bilanz weist in der Ost-Staffel die führende Reserve vom Görlitzer HC auf, die aber nur aufsteigen kann, wenn die Erste nicht aus der Oberliga absteigt. Bleibt also abzuwarten, wie die Lage im Mai sein wird. Noch ist in allen Ligen alles möglich.

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