07. Juli 2019 / 18:53 Uhr

Dominique Bloodworth: So kam die Vizeweltmeisterin zum VfL Wolfsburg

Dominique Bloodworth: So kam die Vizeweltmeisterin zum VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dominique Bloodworth spielt in der kommenden Saison für den VfL Wolfsburg
Dominique Bloodworth spielt in der kommenden Saison für den VfL Wolfsburg
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Die Fußballerinnen der USA sind Fußball-Weltmeister. Im Endspiel in Lyon besiegte der Titelverteidiger die Niederlande mit 2:0: Im Oranje-Team dabei: Dominique Bloodworth, die jetzt von den Arsenal Ladies zum VfL Wolfsburg wechselt. Und das war für Wolfsburger Verhältnisse kein normaler Transfer.

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Wolfsburg hat eine Vize-Weltmeisterin: Dominique Bloodworth verlor am Sonntag das Finale der Fußball-WM in Frankreich mit der Niederlande 0:2 gegen den hohen Favoriten USA. Seit dem 1. Juli ist Bloodworth offiziell Spielerin des VfL, kommt von den Arsenal Ladies aus London. Sie war die absolute Wunschspielerin von Trainer Stephan Lerch. Und sie war ein für Wolfsburger Verhältnisse ungewöhnlicher Transfer. Denn sie hat eine Ablöse gekostet.

Ablösesumme im Frauenfußball werden selten zum Thema gemacht. Zum einen, weil sie im Vergleich zu den Transfersummen bei den Männern lächerlich gering wirken - bei Bloodworth sollen es um die 50.000 Euro gewesen sein -, zum anderen, weil die allermeisten Transfers ablösefrei ablaufen. "Darum", so Ralf Kellermann, "kommt es meistens darauf an, dass man sehr frühzeitig auf Spielerinnen zugeht, deren Verträge auslaufen. Dann hat man eine Chance." Der VfL macht das regelmäßig so, war auch bei Fridolina Rolfö (gewann am Samstag mit Schweden im Spiel um Platz drei 2:1 gegen England) schon vor Monaten dran und lockte die Außenstürmerin so vom FC Bayern nach Wolfsburg - ablösefrei.

Bei Bloodworth (24) lief es anders, sie war noch bis 2020 bei Arsenal gebunden, ihr Klub wollte den Vertrag gern bis 2023 verlängern, was die Verteidigerin ablehnte. Der VfL war da schon auf die ehemalige Essenerin (2013 bis 2015 in der Bundesliga) aufmerksam geworden, Trainer Lerch reiste ihretwegen im Herbst zu den WM-Play-Off-Spielen der Niederländerinnen nach Viborg in Dänemark und nach Utrecht, als es gegen die Schweiz ging. Kellermann schaute sich anschließend das Rückspiel in Schaffhausen an. In zwei Telefonaten stellten Bloodworth und Lerch dann fest, dass man fußballerisch auf einer Wellenlänge liegt - und schließlich war Arsenal bereit, den Wechsel nicht mittels überzogener Ablöseforderungen zu verhindern.

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Im Finale agierte Bloodworth als Linksverteidigerin, in den WM-Spielen davor agierte sie innen in der Abwehr. "Sie ist gut im Aufbauspiel, beidfüßig und kann auch auf der Sechs spielen", so Lerch, "deswegen passte sie so gut in unser Anforderungsprofil." Bloodworth, die im limburgischen Horst aan de Maas unweit der deutschen Grenze geboren wurde, spricht zudem gut Deutsch und kennt die Bundesliga. Zu ihrer Essener Zeit hieß sie allerdings noch Dominique Janssen, den neuen Namen trägt sie seit ihrer Hochzeit 2018 mit dem US-Amerikaner Brandon Bloodworth auf dem Trikot.

Mit ihrem Mann war Janssen auch zur Vertragsunterzeichnung nach Wolfsburg gereist, beide drehten dabei für eine Doku des Senders NOS ein cooles Video, das es bei YouTube zu sehen gibt ("Dominique Bloodworth tekent bij Topclub in Duitsland") - und das nach seiner Entstehung noch eine ganze Zeit unter Verschluss bleiben musste, ehe der Transfer im Mai öffentlich wurde. Ein Transfer übrigens, der zwar Ablöse kostete, aber im Nachhinein doch ein Schnäppchen ist - denn nach der erfolgreichen WM liegen die aufgerufenen Ablösesummen für holländische Spielerinnen zum Teil deutlich über der 100.000-Euro-Grenze, die im Frauenfußball immer noch als Schallmauer gilt.

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