30. Juni 2022 / 13:46 Uhr

"Die Liga braucht Stars wie Götze und Mané": Was DFL-Chefin Donata Hopfen über den Fußball der Zukunft denkt

"Die Liga braucht Stars wie Götze und Mané": Was DFL-Chefin Donata Hopfen über den Fußball der Zukunft denkt

Manuel Becker
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Donata Hopfen (links) freut sich über die Transfers von Mario Götze (Mitte) und Sadio Mané.
Donata Hopfen (links) freut sich über die Transfers von Mario Götze (Mitte) und Sadio Mané. © IMAGO/MIS/Philippe Ruiz/Kessler-Sportfotografie (Montage)
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DFL-Chefin Donata Hopfen hat beim "Horizont Kongress" am Donnerstag in Frankfurt über den Fußball der Zukunft gesprochen. Dabei lobte sie die Verpflichtungen der Stars Sadio Mané und Mario Götze in diesem Sommer. Zudem formulierte Hopfen drei Wünsche für die kommende Saison.

Donata Hopfen, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), sieht die Bundesliga auf einem guten Weg – auch dank der spektakulären Transfers von Sadio Mané und Mario Götze. "Die Liga braucht solche Stars und große Namen", sagt Hopfen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Fußball der Zukunft" beim "Horizont Kongress" am Donnerstag in Frankfurt. Mané, der in Europa heiß umworben war und schließlich vom FC Liverpool zum FC Bayern wechselte, und Götze, den es von der PSV Eindhoven zurück in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt zog, "bringen Emotionen und sind eine tolle Visitenkarte für die Liga", sagt Hopfen.

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Götze sei für sie immerhin der Spieler, der das "wichtigste Tor der letzten Jahre für den deutschen Fußball geschossen hat" – das entscheidende 1:0 in der Verlängerung des WM-Finals 2014, das Deutschland zum Weltmeister machte. "Ich freue mich sehr, dass er in der neuen Saison bei Frankfurt ist", sagt Hopfen. Entsprechend euphorisch blickt sie auch auf den ersten Spieltag, wenn am 5. August Frankfurt mit Götze zum Saisonauftakt den deutschen Meister aus München mit Superstar Mané empfängt.

Hopfen wünscht sich "spannendes Saisonfinale bis zum letzten Spieltag"

Für die neue Saison wünscht sich die DFL-Chefin drei Dinge: "Zuschauer auf den Rängen, eine Saison ohne Corona-Zäsur, das ist wirklich wichtig für uns. Und ein spannendes Saisonfinale bis zum letzten Spieltag."

Die Corona-Pandemie, berichtet Hopfen zuvor, sei nicht spurlos am Fußball vorbeigegangen. Da habe man mehr als eine Milliarde Euro an Einnahmen verloren. Umso zuversichtlicher stimmte sie das Saisonfinale: "Volle Stadien, emotionale Bilder und ein spannendes Finale um den Abstiegskampf und in der Relegation. Das stimmt mich zuversichtlich, dass die Menschen wieder zurück in die alte Normalität wollen.“

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Hopfen weiß aber auch um die Herausforderungen, denen der Fußball gegenübersteht: das schwindendes Zuschauerinteresse etwa, auch durch "ein verändertes Konsumverhalten der jungen Zielgruppe". Und die erwarte einen anderen Fußball und können sich nicht 90 Minuten allein auf ein Fußballspiel konzentrieren. "Wir wollen die digitalste Liga der Welt sein", hatte Hopfen zuletzt gesagt. Mehr Daten, Players-Kameras, vielleicht sogar an den Körpern der Spieler und zusätzliche Grafiken während des Spiels sind Überlegungen. "Die Jungen haben einen anderen Anspruch als die Fans, die einfach nur ein Spiel sehen", sagt Hopfen. Das "ordinäre Stadionerlebnis" wolle man dabei natürlich erhalten. Da wolle man auch nichts wegnehmen, "aber wir wollen es ergänzen".

"Alles, was wir tun, steht mit der Tradition im Einklang"

Auch zur Zersplitterung bei den Übertragungen durch eine Anbieterlandschaft mit Sky, DAZN, RTL+ und Amazon bezog Hopfen Stellung. Sie betonte zwar, dass man mit Sky und DAZN sehr gute Partner habe, "aber wir haben auch ein Auge auf die Fans. Wir wollen da sein, wo die Fans sind, und so leicht wie möglich konsumierbar sein." Diese Gedanken werde man auch mit in die nächste Ausschreibung nehmen. "Wir müssen uns der Masse öffnen", sagt die DFL-Chefin. Die große Resonanz bei den frei empfangbaren Spielen zum Saisonauftakt, Rückrundenauftakt und in der Relegation bestätigt sie darin.

Die Herausforderungen an Hopfen sind groß. So wirbt sie neben der Digitalisierung auch für Nachhaltigkeit, die jetzt auch als Richtlinie in der Lizenzierungsordnung aller Erst- und Zweitligisten verbindlich verankert ist. Dabei ginge es etwa um Müllkonzepte, Mobilität und Geschlechtergerechtigkeit. "Wir messen die Kriterien bei den Klubs", sagt die 46-Jährige. "Wir sind die erste Liga der Welt, die das tut." Auch wenn es erste Schritte seien. Auch bei der Digitalisierung der Klubs wolle man unterstützen – "wenn gewünscht", sagt Hopfen, die wohl weiß, dass einige Pläne durchaus kritisch betrachtet werden. Und so versichert sie: "Alles, was wir tun, steht mit der Tradition im Einklang."

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