07. Dezember 2022 / 21:17 Uhr

Donata Hopfen beklagt fehlenden Rückhalt und begründet DFL-Aus: "Schritt war unausweichlich"

Donata Hopfen beklagt fehlenden Rückhalt und begründet DFL-Aus: "Schritt war unausweichlich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Donata Hopfen hat ihren Rücktritt als DFL-Geschäftsführerin erklärt.
Donata Hopfen hat ihren Rücktritt als DFL-Geschäftsführerin erklärt. © 2022 Getty Images
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Zum Jahresende wird Donata Hopfen die DFL als Geschäftsführerin verlassen. In den sozialen Medien erklärte sie die einvernehmliche Trennung nun – und konnte sich dabei einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.

Mit deutlichen Worten und einem kleinen Seitenhieb hat sich Donata Hopfen von der Deutschen Fußball Liga verabschiedet. Die 46-Jährige beklagte mangelnde Rückendeckung, nachdem das Ende der Zusammenarbeit am Mittwochabend verkündet worden war. Rückhalt habe sie "am Ende nicht mehr gespürt", schrieb sie im sozialen Netzwerk "LinkedIn". Und weiter: "Dieser Schritt war für mich, nach vielen Gesprächen in den vergangenen Tagen und den Entwicklungen der vergangenen Wochen, unausweichlich. Zu unterschiedlich sind die Ansichten auf die zukünftige Ausrichtung und Transformation der Liga."

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Sie sei "in diesen Job von außen gekommen, als Nicht-Fußballer, als Frau mit einem klaren Plan, wie die DFL in die Zukunft geführt werden kann", erklärte Hopfen und fügte an: "Oft agiert man auf neuem Terrain, positive Ergebnisse zeigen sich meist erst sehr viel später. Für all das braucht man einen langen Atem, den Rückhalt und das gemeinsame Agieren aller Stakeholder."

Wer Hopfen nun beerben wird, steht indes noch nicht fest. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen wohl wieder Herren die Geschäfte der DFL führen. Der derzeit beim SC Freiburg angestellte Oliver Leki und Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt sollen nun als Doppel-Spitze interimsweise die DFL-Führung übernehmen. Zur neuen Saison soll die Geschäftsführung dann wieder neu verteilt werden. So oder so hat die neue Führung viele Dinge zu erledigen. Die hinter den Kulissen schon seit Monaten geführten Diskussionen um die erst im Januar dieses Jahres gestartete Hopfen zeigen, dass die Liga viele Probleme zu bewältigen hat.

Die Baustellen der DFL im Überblick

Die Unterschiede zwischen den Branchengrößen wie Bayern München oder Borussia Dortmund auf der einen Seite und Zweitliga-Aufsteigern auf der anderen sind naturgemäß groß, die Bedürfnisse sehr unterschiedlich. Zu den schwierigen Aufgaben der DFL-Führung gehört der Interessenausgleich, der nach dem Ausstieg des allseits angesehenen Hopfen-Vorgängers Christian Seifert nicht einfacher geworden ist.

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Das Dauerbrenner-Thema 50+1 hat weiter großes Streitpotenzial. Das Kartellamt drängt auf Klärung. Die Behörde hat nicht grundsätzlich etwas gegen die nur in Deutschland geltende Einschränkung für Investoren, sondern gegen die Ausnahmeregelung für die drei Bundesliga-Klubs Bayer Leverkusen, TSG 1899 Hoffenheim und VfL Wolfsburg. Das Problem stammt noch aus der Zeit von Seifert, ist aber immer noch nicht geklärt. Unter Hopfen war keine Lösung in Sicht.

Das wichtigste Thema der DFL ist die Inlandsvermarktung, die derzeit 1,1 Milliarden Euro pro Spielzeit bringt. Die Klubs wollen nach dem Rückgang der Einnahmen infolge der Corona-Krise beim nächsten Vertrag wieder mehr. Im ersten Quartal 2024 ist die Ausschreibung der audiovisuellen Medienrechte geplant, aber zuvor sind mehrere Schritte notwendig – wie zunächst die Abstimmung mit dem Kartellamt. Das wäre die erste große Aufgabe von Hellmann und Leki.

Eine weitere Baustelle nach der kurzen Hopfen-Ära ist der Investoren-Einstieg. Die DFL arbeitet derzeit daran, dass ein Teil der Medienrechte an Investoren verkauft werden kann - so wie es andere Ligen bereits getan haben. Das Projekt ist allerdings umstritten. Die von Hopfen im September angekündigten Regionalkonferenzen hat es bisher nicht gegeben. Es gibt eine Arbeitsgruppe. Eine Mehrheit für dieses Milliarden-Projekt ist bei den 36 Clubs nicht erkennbar.

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