04. Januar 2021 / 10:04 Uhr

Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich gastiert in Winterberg

Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich gastiert in Winterberg

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Francesco Friedrich und Alexander Schüller aus Deutschland in Aktion beim 1. Durchgang des Weltcups in Innsbruck am 20.12.2020.
Bob-Pilot Francesco Friedrich will gemeinsam mit seinen starken Anschiebern in Winterberg überzeugen. © Expa/Johann Groder/APA/dpa
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In Winterberg möchte Francesco Friedrich am kommenden Wochenende seine Siegesserie weiter ausbauen. Erstmals in dieser Saison geht es auch im Vierer zur Sache.

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Winterberg. Nach einer kurzen Pause zum Jahreswechsel düsten die deutschen Bob-Athletinnen und -athleten am Sonntag bereits nach Winterberg. Auf der Bahn im Hochsauerland steigt am kommenden Wochenende der nächste Bob- und Skeleton-Weltcup, bei dem zugleich die Europameister gekürt werden. Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich (Oberbärenburg) will seine Siegesserie weiter ausbauen. Von den acht Weltcup-Rennen im Zweier gewann der 30-jährige Rekordweltmeister bisher sieben.

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In Winterberg steht neben dem Zweier erstmals in diesem Winter ein Viererrennen auf dem Plan. Auch im großen Schlitten gewann der Pirnaer Bob-König seit 2017 alle vier Saison-Höhepunkte – wurde dreimal Weltmeister und holte 2017 Olympia-Gold. „Franz und seine Jungs sind gut drauf, deshalb sehe ich seine Dominanz nicht gefährdet. Selbstläufer werden es aber keinesfalls, zumal jetzt die Konkurrenz größer wird, da einige Athleten aus Übersee dazukommen“, so Co-Bundestrainer Gerd Leopold. So hat sich auf jeden Fall der Kanadier Justin Kripps angesagt. Ob die US-Amerikaner ebenfalls anreisen, stand am Sonntag noch nicht fest.

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Wichtige Aufschlüsse hinsichtlich des Materials sammelten Friedrich und sein deutscher Kollege Johannes Lochner zwischen Weihnachten und Silvester bei Testfahrten im WM-Eiskanal von Altenberg. „Der Schwerpunkt lag dabei auf dem großen Gerät. Schon im letzten Winter hat Franz angefangen, mit einem neuen Vierer aus der Berliner FES-Bobschmiede zu fahren. Immerhin konnte er damit bereits zwei Weltcup-Siege erkämpfen“, erläutert Leopold.

Anschieber Bauer entscheidet sich für Winterberg

Zuvor war Friedrich mit einem Schlitten des österreichischen Bobbauers Hannes Wallner unterwegs und mit diesem Vierer feierte er ja auch den Olympiasieg. „Doch die FES hat nachgezogen. Zwar ist der Vierer noch nicht so ausgereift wie der Zweier, da die großen Buden schon ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben, aber wir sind auf einem guten Weg. Natürlich bekommt man die entscheidenden Aufschlüsse vor allem bei den Wettkämpfen“, weiß der erfahrene Heimtrainer von Friedrich. „Unser Blick geht dabei natürlich schon über die Heim-WM im Februar in Altenberg hinaus. Wir richten alles auf die Olympischen Spiele in Peking aus“, macht Leopold klar.

Das gilt auch für den Konkurrenzkampf im Team. So absolvierten kürzlich die beiden Anschieber Candy Bauer und Martin Grothkopp einen Test in Oberhof, den Bauer für sich entschied. Der Sieger durfte entscheiden, welchen Weltcup er fahren möchte, Winterberg oder anschließend St. Moritz. Der gebürtige Zschopauer entschied sich für den ersten Wettkampf im neuen Jahr. Gesetzt sind die beiden stärksten Anschieber Thorsten Margis und Alexander Schüller, die sich bei den bisherigen Zweier-Rennen abgewechselt haben. Mit dem 31-jährigen Margis gewann Friedrich fünf WM-Titel im Zweier und beide olympische Goldmedaillen. Inzwischen hat sich der 23-jährige Alexander Schüller zur echten Konkurrenz der bisherigen Nummer eins entwickelt, ist aktuell sogar stärker.

„Wir wollen natürlich auch im Vierer mit den besten Leuten antreten“, wie Leopold hervorhebt. Und deshalb macht Margis im großen Schlitten jetzt seine bisherige Position vier an der Bremse frei für Schüller und rückt dafür an die Seite. „Da muss er sich jetzt umstellen. Winterberg wird für Thorsten der erste Wettkampf mit einem Einstieg an der Seite. Aber im Training hat er das schon x-Mal gemacht, deshalb habe ich da keine Bedenken“, meint Leopold, der davon überzeugt ist, dass von Francesco Friedrich bald die magische „50“ geknackt wird. „Er hat jetzt 44 Weltcup-Siege. Mit dem nächsten Erfolg hat er Rekordhalter André Lange eingeholt und dann ist es nicht mehr weit bis zur 50“, ist der Coach überzeugt.