19. März 2021 / 09:03 Uhr

Doppel-Rot, Kung-Fu-Tritt, Rassismus-Vorwurf: Wirbel bei Rangers-Aus in der Europa League - Slavia Prag reagiert

Doppel-Rot, Kung-Fu-Tritt, Rassismus-Vorwurf: Wirbel bei Rangers-Aus in der Europa League - Slavia Prag reagiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Beim Spiel zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag ging es heiß her.
Beim Spiel zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag ging es heiß her. © IMAGO/Shutterstock (Montage)
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Die Glasgow Rangers mussten am Donnerstag im Achtelfinale der Europa League gegen Slavia Prag die Segel streichen. Für Aufsehen sorgten jedoch vielmehr die Rahmenbedingungen. Zwei Spieler der Schotten wurden mit einer Roten Karte vom Platz gestellt, kurz vor Schluss kam es zudem zu einer Rudelbildung wegen angeblicher rassistischer Beleidigungen gegen einen Glasgow-Spieler. Beide Parteien reagierten bereits.

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Das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag (0:2) war nichts für schwache Nerven. Zwei Szenen sorgten abseits des Resultats und der ersten Rangers-Heimpleite im Ibrox seit über einem Jahr besonders für Wirbel: Erst flog Glasgows Kemar Roofe nach einem Kung-Fu-Tritt gegen Slavia-Keeper Ondrej Kolar vom Platz (61.), dann kam es in der Schlussphase zu tumultartigen Szenen, weil Glen Kamara von einem Spieler der Tschechen angeblich rassistisch beleidigt worden sein soll (89.). Während der mitgenommene Kolar nach dem üblen Foul blutüberströmt ausgewechselt werden musste, kurze Zeit später aber wieder auf der Ersatzbank der Gäste auftauchte, hatte der Tumult in der Schlussphase größere Nachwehen. Dass auch Rangers-Verteidiger Leon Balogun (73.) wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte sah, geriet zur Randnotiz.

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Rangers-Trainer Steven Gerrard forderte nach dem angeblichen Rassismus-Vorfall von der UEFA ein konsequentes Eingreifen. "Es ist krank, schrecklich", sagte der 40 Jahre alte ehemalige englische Nationalspieler. Nach Aussagen von Gerrard sei Glasgow-Profi Kamara in der Schlussphase der Partie am späten Donnerstagabend von Prags Spieler Ondrej Kudela rassistisch beleidigt worden.

"Manche Sachen sind größer als Fußball", sagte der spürbar erschütterte Gerrard nach der 0:2-Niederlage in Glasgow, die nach dem 1:1 im Hinspiel das Aus der Rangers im Achtelfinale der Europa League bedeuteten: "Jetzt ist die Sache bei der UEFA und ich hoffe nur, dass sie nicht unter den Teppich gekehrt wird."

Gerrard unterstützt Kamara - Slavia Prag reagiert

Sein Spieler sei verärgert, er selbst sei verärgert und wütend, betonte Gerrard. Er wolle die Aussagen, die Kudela dem dunkelhäutigen Kamara ins Ohr geflüstert hatte, nicht wiederholen. Kamara, finnischer Nationalspieler, hatte daraufhin auf dem Platz wütend reagiert. "Ich habe ihn gefragt, willst du vom Platz oder willst du weiter spielen", erzählte Gerrard. Er kenne den Spieler seit zweieinhalb Jahren, so habe er ihn aber noch nie erlebt. Gerrard betonte auch, dass er an Stelle der Verantwortlichen bei Slavia Prag wissen wollen würde, warum Kamara so reagiert habe, aber "ihr Spieler wird es verneinen, der Verein wird es verneinen."

Slavia veröffentlichte anschließend ein Statement zu den Vorwürfen gegen Kudela und bestritt sie. Es seien widerliche Anschuldigungen, hieß es. Kudela habe "nach einem der brutalen Fouls" zu einem Spieler der Rangers gesagt: "You fucking guy." (Deutsch: Du verdammter Kerl) Es sei in der Emotion passiert, "aber ich streite absolut ab, dass in den Worten etwas rassistisches war", sagte Kudela in dem Statement. Darüber hinaus sei es dem Team im Anschluss nicht erlaubt gewesen, die Kabine zu betreten. Zudem hieß es: Kudela sei vom Glasgower Spieler Kamara beleidigt worden und mit Fäusten am Kopf getroffen worden.