28. Dezember 2020 / 13:20 Uhr

Doppelpack! Matti Steinmann als Goalgetter in Indien

Doppelpack! Matti Steinmann als Goalgetter in Indien

Hendrik König
Lübecker Nachrichten
Matti Steinmann hat in Indien seinen Torriecher wiederentdeckt, traf zuletzt für den SC East Bengal doppelt.
Matti Steinmann hat in Indien seinen Torriecher wiederentdeckt, traf zuletzt für den SC East Bengal doppelt. © SC East Bengal
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Der 25-Jährige Ex-HSVer traf für seinen Klub SC East Bengal zweifach - zuletzt gelang ihm das 2017 gegen den VfB Lübeck.

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Bereits Mitte November berichtete der LN-Sportbuzzer über den Wechsel von Matti Steinmann. Der defensive Mittelfeldspieler, der in seiner Jugendzeit für den TSV Bargteheide und den SV Preußen Reinfeld am Ball war und für den Hamburger SV neun Bundesliga-Einsätze zu verzeichnen hat, wechselte zu Saisonbeginn von Wellington Phoenix (Neuseeland) zum SC East Bengal. Das Team aus der 4,5-Millionenstadt Kalkutta spielt in der Indian Super League, der dortigen ersten Liga.

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Früher 0:1-Rückstand in Goa

Bei der Mannschaft in den rot-gelben Jerseys war Matti vom ersten Match an unumstrittener Stammspieler, stand bislang in allen sieben Begegnungen in der ISL über die volle Distanz auf dem Rasen. Die Saison, die in drei verschiedenen Stadien im Bundesstatt Goa über die Bühne geht, um die Infektionsgefahr durch die extremen Entfernungen in dem riesigen Land möglichst gering zu halten, findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am zweiten Weihnachtstag stand für East Bengal der achte Spieltag auf dem Programm, man traf auf den Chennaiyin FC. Für Steinmann & Co. begann es denkbar schlecht, denn schon nach 13 Minuten geriet man durch ein Tor von Lallianzuala Chhangte in Rückstand.

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Kopfballtreffer und Abstauber von Matti Steinmann

Dann aber Spielminute 59: Bikash Jairu tritt einen Eckball von der rechten Seite scharf auf den ersten Pfosten. Dort steht Steinmann völlig ungedeckt und wuchtet den Ball mit einem präzisen Kopfball oben links ins Eck. Doch keine fünf Minuten später war man erneut im Hintertreffen: Nach Traumpass durchs Zentrum vom slowakischen Stürmer Jakub Sylvestr, der Fußballfans noch aus seiner Zeit beim FC Erzgebirge Aue oder dem 1. FC Nürnberg ein Begriff sein könnte und auch den ersten Treffer für Chennaiyin aufgelegt hatte, verwandelte Rahim Ali zum 1:2. Es fielen jetzt Treffer quasi im Minutentakt, das sollte sich auch erst nach dem 2:2-Ausgleich ändern. Ausgangspunkt war wieder ein Eckstoß von rechts: Nachdem der gegnerische Keeper Vishal Kaith einen Kopfball nur zur Seite abwehren konnte, nutzte Matti Steinmann diese unglückliche Aktion mit einem Abstauber eiskalt aus. Letztlich blieb es im Tilak Maidan Stadium, das 5.000 Zuschauer fasst, beim 2:2-Remis. Für die Rückennummer Sechs war es der erste Doppelpack nach drei Jahren. Zuletzt gelang ihm das ausgerechnet gegen den VfB Lübeck - und zwar beim 2:0-Heimsieg des HSV II am 16. September 2017.

Saison für das Team von FC-Liverpool-Legende Robbie Fowler nicht zufriedenstellend

Der Saisonverlauf entspricht trotz Steinmanns wiedergefundener Torgefahr bisher überhaupt nicht den sich selbst gestellten Ansprüchen. Schließlich ist der Kader des SC East Bengal vom Marktwert her betrachtet der viertwertvollste der aus elf Mannschaften bestehenden Indian Super League. Und man ist noch immer sieglos, trennte sich drei Mal Remis, zog schon vier Mal den Kürzeren und steht auf dem vorletzten Rang. Am kommenden Sonntag - 12.30 Uhr Ortszeit - kickt Steinmann wieder. Dann trifft die Mannschaft von FC Liverpool-Sturmlegende Robbie Fowler, der den Ex-Hamburger überhaupt von einem Engagement in Indien, überzeugte, im Heimspiel auf Schlusslicht Odisha.