21. Juni 2020 / 13:44 Uhr

Doppelpack-Wout? Schmadtke traut Weghorst einen Tor-Rekord zu

Doppelpack-Wout? Schmadtke traut Weghorst einen Tor-Rekord zu

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Durfte gleich zweimal jubeln: VfL-Toptorjäger Wout Weghorst (r.) erzielte auf Schalke einen Doppelpack.
Durfte gleich zweimal jubeln: VfL-Toptorjäger Wout Weghorst (r.) erzielte auf Schalke einen Doppelpack. © (c) AP-Pool
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Mit seinen beiden Toren zum 1:0 und zum 2:0 hatte VfL-Torjäger Wout Weghorst maßgeblichen Anteil am 4:1-Sieg des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten beim FC Schalke, es waren seine Treffer 15 und 16 in dieser Saison. Müssen sich die VfL-Verantwortlichen Sorgen machen, dass der Niederländer im Sommer etwa von einem Premier-League-Klub weggekauft wird?

Seine beiden Treffer brachten den VfL am Samstag beim 4:1 beim FC Schalke auf die Siegerstraße - doch beinahe wäre Doppeltorschütze Wout Weghorst nicht rechtzeitig fit geworden. Der Stürmer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hatte mit Adduktorenproblemen zu kämpfen. Aber der ehrgeizige Niederländer, der beim 0:3 in Gladbach die Einstellung des Teams kritisiert hatte, biss auf die Zähne und erzielte seine Saisontore Nummer 15 und 16. 17 waren es in der vergangenen Saison. Werden es in seinem zweiten Jahr beim VfL mehr? Und muss sich Manager Jörg Schmadtke Sorgen machen, dass der Sturm-Riese den Klub im Sommer möglicherweise verlässt?

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"Im Moment mache ich mir keine Sorgen, es gibt keine Anfragen. Er hat bei uns Vertrag", sagt Schmadtke, der Weghorst natürlich zutraut, dass er die 17 Tore aus seiner ersten VfL-Saison im Saisonfinale am Samstag gegen die Bayern noch übertrifft. "Ja, er kann das schaffen. Es gibt ja Spieler, die Tausend Ballkontakte brauchen und unglaublich im Spiel eingebunden sein müssen, um Tore zu erzielen. Aber das ist bei Wout nicht so, er ist ein Torjäger." Einer, der aus wenig viel machen kann.

Einer, der in der Vergangenheit immer mal wieder gesagt hatte, dass er neben der deutschen auch die englische Liga richtig gut findet. Erst im vergangenen Sommer haben die sportlich Verantwortlichen des VfL um Manager Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer den Kontrakt des Niederländers bis 2023 verlängert - und zwar ohne Ausstiegsklausel.

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Weghorst hatte vor der Partie im Fokus gestanden, weil ihm bei der Niederlage in Gladbach die Einstellung einiger seiner Kollegen nicht gefallen hatte - das hatte er hinterher auch öffentlich gesagt. Schmadtke: "Wenn du dich öffentlich so positionierst, bist du gefordert, im nächsten Spiel zu liefern - und das hat er getan." Manchmal brauche Weghorst solchen Druck einfach, das pushe den ohnehin schon so ehrgeizigen Nationalspieler noch mehr, so der Manager.

Neun Tore hat er in seinen letzten elf Liga-Spielen gemacht, in den jüngsten vier Partien waren es fünf Treffer. Beim Duell mit Schalke war er besonders torhungrig, dabei hatte sich Weghorst vor dem Spiel gar nicht besonders gut gefühlt. "Ich bin aufgestanden und war komplett platt, muss ich ehrlich sagen", so der Angreifer. "Ich habe das nicht oft, aber es für uns alle sehr schwer, so viele Spiele nacheinander zu machen." Für die Wolfsburger war es das achte Spiel binnen fünf Wochen. Und das spiegelt sich auch in der körperlichen Verfassung der Spieler wieder. "Vor zwei Tagen hatte ich noch Adduktorenprobleme und konnte mein rechtes Bein gar nicht heben. Das war heute eine mentale Sache", so Weghorst, der selbstkritisch anmerkte: "Ich habe kein gutes Spiel gemacht, aber ich wusste, dass ich da sein muss, wenn sich eine Möglichkeit ergibt – und ich war da."

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Koen Casteels: Kurz vorm Pausenpfiff wurde er gebraucht – und war zur Stelle, als McKennie die Chance zum Ausgleich hatte. Bärenstark nach dem Wechsel bei der dicken Möglichkeit von Caligiuri. Note: 2 ©

Und das nicht nur einmal. Zweimal war es Renato Steffen, der Weghorst auf Schalke bediente, zweimal wusste der Niederländer etwas mit den Vorlagen anzufangen. Zunächst profitierte er davon, dass Daniel Ginczek die Flanke von links nicht verarbeiten konnte. Weghorst drehte sich um Juan Miranda herum und schob ein. Beim 2:0 grätschte er den Ball nach starkem Steffen-Zuspiel ("Der Pass war super") an Torhüter Alexander Nübel vorbei ins Netz. Damit war das Spiel bei schwachen Schalkern eigentlich schon entschieden, Kevin Mbabu und Joao Victor machten mit ihren Toren den Deckel drauf.


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Aber was hatte Weghorsts Geste (zeigte mit Fingern Geld an) nach dem ersten Tor zu bedeuten? "Meine Tochter ist unglücklich, wenn Papa immer wegfährt. Ich sage immer, Papa muss Geld verdienen. Deswegen habe ich so gejubelt", so der stolze Familienvater zweier Mädels. "Meine Große ist zwei Jahre alt und sie versteht langsam, dass Papa im Fernsehen ist und sie zu Hause. Aber auch wenn Papa nicht getroffen hat und nach Hause kommt, ist alles gut. Für sie macht es gar keinen Unterschied – das ist am schönsten."