28. Juni 2020 / 13:10 Uhr

„Super-Arbeit“: Watzke lobt RB Leipzig – Mintzlaff sieht „kleine Restchance“ auf Titel

„Super-Arbeit“: Watzke lobt RB Leipzig – Mintzlaff sieht „kleine Restchance“ auf Titel

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff glaubt an die minimale Titelchance in dieser Saison.
RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff glaubt an die minimale Titelchance in dieser Saison. © GEPA Pictures
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Beim Sport1-Doppelpass sind sich BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und RB-Boss Oliver Mintzlaff ziemlich grün. Timo Werner und die Königsklasse bleiben ein heißes Thema. Und vielleicht braucht man durch einen Champions-League-Titel im August eine größere Vitrine am Cottaweg.

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München. Der Sport1-Doppelpass in München rundet seit Jahrhunderten das Fußball-Wochenende ab. Star-Gäste von Moderator Thomas Helmer, 55, nach dem letzten Bundesliga-Spieltag: RB-Boss Oliver Mintzlaff, 44, und BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, 61. Die mächtigen Männer sind neuerdings dicke Tinte und in Sachen Ausrichtung Brüder im Geiste. Beide wollen trotz übermächtiger Bayern irgendwann an selbigen vorbeiziehen. Mintzlaff sprach mit Blick aufs Champions-League-Viertelfinale (12. bis 15. August) von einer zeitnahen Möglichkeit dazu: „Wir könnten es noch vor Dortmund tun, diese Saison noch, denn wir spielen ja noch Champions League. Daher haben wir noch eine kleine Restchance“. Wenn es das Los will und RB einen Sahntag erwischt.

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RB Leipzig kann den Heimkomplex einfach nicht ablegen: Im Spitzenspiel des 33. Spieltages unterlagen die Roten Bullen dem BVB mit 0:2. Zur Galerie
RB Leipzig kann den Heimkomplex einfach nicht ablegen: Im Spitzenspiel des 33. Spieltages unterlagen die Roten Bullen dem BVB mit 0:2. ©

Das Dortmunder 0:4 gegen Hoffenheim hatte viel mit dem 2:0-Sieg in Leipzig zu tun, so Watzke. „Wir wollten in Leipzig zeigen, dass wir die Nummer zwei in Deutschland sind. Das haben wir. Und danach kam es zum totalen Spannungsabfall.“ Mintzlaff retournierte, dass es zuweilen auch bei den Roten Bullen an der 100-prozentigen Hingabe gefehlt hat, nannte die verlustreichen Heimpartien gegen Freiburg und Paderborn.

Werner und die Champions League

Springer-Kolumnist Alfred Draxler stichelte Richtung Timo Werner, der zum FC Chelsea wechselt und beim RB-Viertelfinale der Königsklasse nicht dabei sein wird. Draxler: „Was ist das für eine Einstellung?“ Mintzlaff sprach von einer „Gesamtgemengelage, einer gemeinsamen Entscheidung und besonderen Situation.“ Der RB-Chef: „Ich mache Timo keinen Vorwurf. Er hat nicht die Hand gehoben und gesagt, dass er nicht spielen will.“

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2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) ©

Marcel Reif erinnerte an die Causa Leroy Sané, dessen Transfer zum FC Bayern im Vorjahr wegen einer Verletzung kurz vor knapp scheiterte. Das Thema Werner/RB/Chelsea/Königsklasse habe natürlich eine verletzungstechnische und versicherungstechnische Dimension, so Reif. „Ich glaube, dass Timo am wenigsten mit der Entscheidung zu tun hatte.“

„Sie leisten Super-Arbeit“

Und wer kann den 28-fachen Saisontorschützen im Team der Roten Bullen ersetzen? Oliver Mintzlaff: „Sicherlich ist Milot Rashica ein Spieler, mit dem wir uns beschäftigen.“ Der spielt noch bei Werder Bremen. „Damit sind wir nicht die einzigen und er ist nicht der einzige Spieler, mit dem wir uns beschäftigen“.

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Klare Spielphilosophie plus Leidenschaft müssen in jedem Spiel auf den Platz, so Mintzlaff, sonst gehe künftig beim Rennen um die Fleischtöpfe der Königsklasse wenig. Wir haben ordentlich Geld zur Verfügung, diskutieren die Vorteilhaftigkeit mit unserem Sponsor Red Bull gar nicht. Aber wir arbeiten hart und nachhaltig, wollen uns unter den Top-4 etablieren. Wir sind nicht der Bayern-Jägern, sondern - wenn überhaupt - Dortmund-Jäger.“ Watzke über RB: „Sie leisten Super-Arbeit“, das „Konstrukt“ (Watzke) mag er trotzdem nicht.