28. Februar 2020 / 21:37 Uhr

Doppelschlag in den Schlussminuten! Lok Leipzig gewinnt gegen ZFC Meuselwitz

Doppelschlag in den Schlussminuten! Lok Leipzig gewinnt gegen ZFC Meuselwitz

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Jubel nach dem Tor von Maik Salewski im Spiel 1. FC Lok Leipzig – ZFC Meuselwitz, Fußball Regionalliga.
Jubel nach dem Tor von Maik Salewski im Spiel 1. FC Lok Leipzig – ZFC Meuselwitz, Fußball Regionalliga. © Alexander Prautzsch
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In einem ereignisreichen Spiel gewinnt Lok gegen Meuselwitz mit 4:2. Zwei Mal gehen die Leipziger in Führung, doch der ZFC gleicht immer wieder aus. Erst in den letzten Minuten entscheidet Lok das Spiel für sich.

Leipzig. Der 1. FC Lok Leipzig wird am Montag den Lizenzantrag für die dritte Liga abgeben – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Und das als Tabellenführer der Regionalliga Nordost – zum ersten Mal in dieser Saison. Denn durch eine vielleicht göttliche, aber in jedem Fall wetterbedingte Fügung wurde das Spiel des vorherigen Spitzenreiters VSG Altglienicke gegen Wacker Nordhausen abgesagt, Lok nutzt dies am Freitagabend und gewinnt im Bruno-Plache-Stadion in einem bis zur letzten Minute spannenden Spiel 4:2 gegen den ZFC Meuselwitz. Die sechs Tore sind nicht das einzige Feuerwerk, was gezündet wird. Die Lok-Ultras fackeln ab der 70. Minute mehrmals Pyros und Raketen ab und sorgen damit unter anderem für eine kurze Spielunterbrechung.

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1. FC Lok Leipzig – ZFC Meuselwitz, Fußball Regionalliga. Zur Galerie
1. FC Lok Leipzig – ZFC Meuselwitz, Fußball Regionalliga. ©

Das die Vereine das Profitum sowie 20 Punkte in der Tabelle trennen, wird in den Anfangsminuten durch das Auftreten beider Mannschaften deutlich: Lok spielt mit dem Selbstverständnis eines Topteams, hat vor Anpfiff immerhin auch 12 ungeschlagene Spiele im Rücken. Kein Team der fünf Regionalligen kann eine erfolgreichere Serie vorweisen. Entsprechend selbstbewusst spielt das Team von Trainer Wolfgang Wolf und dessen heißblütigem Assistenten und Lehrling Nicky Adler zu Beginn. Wolf erklärte unter der Woche, er habe keine Lieblingsspieler, eine Lieblingself hat er anscheinend jedoch schon und schickt die gleichen Spieler wie beim 3:1-Sieg gegen Optik Rathenow aufs Feld.

Einer der Unverzichtbaren: Maik Salewski. Der Mittelfeldspieler legt sich in der 11. Minute seinem Freund, den Ball, ungestört zurecht und trifft aus 25 Metern mit einem druckvollen Schlenzer der besonderen Art zur 1:0-Führung. Daraufhin spielen die Leipziger dominant, aber mit wenig Zug zum Tor. Pfiffige Experten würden nun sagen: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“, und schelmisch ein paar Münzen in das Phrasenschwein werfen. Doch zur Wahrheit gehört auch: Meuselwitz wird von Minute zu Minute stärker und findet mehr und mehr ins Spiel. Nachdem alle Beteiligten sowie die 3061 Zuschauer etwas eingedöst sind, schießt ZFCs Fabian Reithel knapp am rechten Pfosten vorbei und weckt damit zumindest seine Meuselwitzer auf. Lok dagegen drückt nochmal auf dem Schlummermodus und kassiert in der 39. Minute den Ausgleich durch Alexander Dartsch.

Schinke traf in den letzten vier Spielen

In den zweiten, hektischen 45 Minuten behält Lok zumeist die Oberhand und spielt sich mitunter beste Möglichkeiten heraus. Schon in der 49. Minute drückt Kapitän Robert Zickert mit seinem Oberschenkel den Ball über die Linie und feiert seinen vierten Saisontreffer ausgelassen. Auf einmal ist das Selbstverständnis zurück, doch die Dominanz ist trügerisch. Sepp Maier, der am Freitag seinen 76. Geburtstag feiert, sagte einst: „Ein Torhüter muss Ruhe ausstrahlen. Doch er muss aufpassen, dass er nicht einschläft.“

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Lok-Keeper Fabian Guderitz passiert genau das: nach 61 gespielten Minuten spielt der 23-jährige Winterneuzugang völlig unerklärlich im eigenen Sechzehner den Ball vor die Füße der Meuselwitzer, die in Person von Sebastian Albert erneut ausgleichen. Dass in Prosbtheida dennoch über einen Sieg gejubelt wird, entscheidet sich erst in der Nachspielzeit. Zunächst verwandelt Loks neuer Goalgetter Paul Schinke, der nun in den letzten vier Spielen jeweils einmal traf, in der 89. Minute einen Foulelfmeter zum 3:2, der eingewechselte Ishamel Schubert-Abubakari erzielt das letzte Tor dieses furiosen Fußballabends.

Schubert-Abubakari blüht auf

Leipzigs Elfmeterschütze Paul Schinke sagte nach dem Spiel euphorisiert: "Wir sind an dem Punkt, wo wir unbedingt wollen! Wir sind jetzt oben und wollen da bleiben. Wäre Steinborn noch drin gewesen, hätte er geschossen. Ich freue mich, dass ich getroffen habe. Meine Eier sind ein bisschen kleiner geworden beim Anlauf, aber alles gut. Wollte ihn erst Vollspann draufkrachen, hat mich dann aber doch ein bisschen der Mut verlassen, deswegen habe ich mich für die sichere Variante entschieden. Ja, so eine Spielunterbrechung ist schon unangenehm. Es sieht schön aus, aber wir waren in einer Druckphase."

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Trainer Wolfgang Wolf sieht hingegen noch Verbesserungspotenzial: "Wir haben ab der 20. Minute keine Zweikämpfe mehr geführt. In der Halbzeit habe ich gesagt ich möchte meine Lok-Mannschaft wieder sehen. Das Spiel hintenrum mit dem Torwart werde ich der Mannschaft austreiben. Da gebe ich Fabi (Fabian Guderitz) gar nicht die Schuld, sondern wir müssen mehr nach vorne spielen. Mein kleiner Isi (Ishmael Schubert-Abubakari) blüht auf bei uns, ich freue mich über sein Tor."

"Es war dann verdient. Es ist nicht ganz einfach hier in Leipzig zweimal einen Rückstand aufzuholen. Unser Ärger ist, dass wir mit Mittelmaß zufrieden sind. Wir werden Zehnter und Leipzig wird aufsteigen. Wir können konstatieren, dass Lok besser war, hoffentlich aufsteigt und ich hier nächstes Jahr nicht sitze. Die besten Spieler heute, David Urban und Romario Hajrulla, kamen aus Meuselwitz.", äußerte sich ZFC-Coach Heiko Weber.

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