23. Dezember 2021 / 15:05 Uhr

Doppelter Pechvogel des Jahres beim VfL Wolfsburg: Aber Otavio lässt sich nicht unterkriegen

Doppelter Pechvogel des Jahres beim VfL Wolfsburg: Aber Otavio lässt sich nicht unterkriegen

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Pechvogel des Jahres beim VfL Wolfsburg: Paulo Otavio.
Der Pechvogel des Jahres beim VfL Wolfsburg: Paulo Otavio.
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Bundesliga, Pokal, Champions League: Der SPORTBUZZER resümiert das Jahr des VfL Wolfsburg. Im dritten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Pechvogel des Jahres - und das ist Paulo Otavio.

Paulo Otavio – der stets gut gelaunte Brasilianer ist das Stehaufmännchen des VfL. So einige seiner Kollegen würden nach zwei schweren Verletzungen innerhalb kürzester Zeit Frust schieben und sich hängen lassen, aber der schnelle Linksverteidiger ist da anders. Dennoch war er in diesem Jahr der Pechvogel des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten.

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Ab und an mal ein paar Regentropfen, dazu ein kalter Wind – es war bestimmt nicht das Wunsch-Wetter von VfL-Brasilianer Paulo Otavio an diesem grauen Montagnachmittag Mitte Oktober - und doch lächelte der VfLer häufiger. Aus gutem Grund, denn Otavio stand damals nach seiner schweren Sprunggelenks-Verletzung aus der Vorbereitung im letzten Sommer-Testspiel gegen Atletico Madrid vor seinem Comeback. Nach einem Zweikampf mit Atleticos Rodrigo Riquelme war Otavio in diesem Spiel mit deutlich schmerzverzerrtem Gesicht liegen geblieben.

Damals war es erneut der rechte Fuß, der betroffen war. Wie schon im Mai 2020, als sich der Brasilianer im Training ohne Fremdeinwirkung am Sprunggelenk verletzt hatte und daraufhin lange nicht mitwirken konnte. Am 20. Oktober beim Champions-League-Spiel in Salzburg dann das Comeback – nachdem er den Großteil seiner Reha in Sao Paulo absolviert hatte, in der "Sports Clinic" im Stadteil Moema. Da schwitzte er für seine Rückkehr - Gewichte stemmen, Übungen an Geräten für die Stabilisation, schweißtreibende Laufeinheiten auf Laufbändern, Sprints samt Tor-Abschluss auf dem Platz. Bis er das nun alles wieder machen darf, wird es dauern.


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Denn: Der Außenverteidiger hatte im drittletzten Hinrunden-Spiel beim 0:2 gegen den VfB Stuttgart nach 52 Minuten mit schmerzverzerrter Miene ausgewechselt werden müssen. Otavio war ohne Einwirkung eines Gegenspielers mit seinem Knie weggeknickt. Das Spiel war an einem Samstagabend, am Montag danach war endgültig klar, dass sein Knie kaputt ist, er operiert werden muss. Und dass er in dieser Saison sehr wahrscheinlich gar nicht mehr spielen kann.

Und was macht Otavio? Er wird sicher auch geknickt gewesen sein, aber er zeigte nach dem Drama auch Humor. „Montag ist immer ein schwieriger Tag“, schrieb Otavio auf Twitter und setzte ein Lach-Smiley dazu. Frei nach dem Motto: war eben ein Montag… Der Montag mit der Schock-Diagnose "war für mich etwas schwieriger als normal", so Otavio weiter. Und: "Ich glaube an einen wunderbaren Gott, und ich weiß, dass alles seinen Sinn hat. Ich danke allen, die mir positive Energie senden. Ich wünsche ihnen viel Licht - wir gehen da durch!" Bis zur Rückkehr auf den Platz brauche er nun "für ein paar Monate harte Arbeit und Engagement". So, wie nach seiner ersten schweren Verletzung in diesem Jahr.

In der nächsten Folge: Der Abschied des Jahres