25. November 2021 / 20:09 Uhr

Dortmund noch ohne Remis: "Das spiegelt die Mentalität des Trainers wider"

Dortmund noch ohne Remis: "Das spiegelt die Mentalität des Trainers wider"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kennen und schätzen sich: VfL-Trainer Florian Kohfeldt (l.) und BVB-Coach Marco Rose.
Kennen und schätzen sich: VfL-Trainer Florian Kohfeldt (l.) und BVB-Coach Marco Rose. © DPA
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Borussia Dortmund, der kommende Gegner des VfL Wolfsburg, hat in dieser Saison in noch keinem Pflichtspiel unentschieden gespielt. Das spricht auch für die Gewinner-Mentalität des BVB-Trainers Marco Rose, sagt VfL-Coach Florian Kohfeldt.

Hopp oder top - das ist in dieser Saison bisher die Devise des kommenden VfL-Gegners Borussia Dortmund. Der BVB hat in seinen drei Wettbewerben bisher entweder gewonnen oder verloren, Unentschieden sind für das Team von Trainer Marco Rose ein Fremdwort. Doch genau diese Alles-oder-nichts-Mentalität imponiert Florian Kohfeldt, den Coach des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, der nicht nur sportlich, sondern auch menschlich große Stücke auf seinen Gegenüber hält.

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Von zwölf Liga-Spielen haben die Borussen neun gewonnen und drei verloren (1:2 in Freiburg, 0:1 in Gladbach, 1:2 in Leipzig). Als einzige Mannschaft im Oberhaus gab's für die Dortmunder noch keine Punkteteilung. Aber auch in der Champions League kennt der BVB nur Gewinnen oder Verlieren. In den fünf Königsklassen-Partien gab's zwei Siege und drei Pleiten - die letzte unter der Woche beim 1:3 bei Sporting Lissabon. Und im DFB-Pokal setzte sich Dortmund in beiden Partien nach regulärer Spielzeit durch.

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"Das", so findet Kohfeldt, "spiegelt auch ein Stück weit die Mentalität des Trainers wider." Und er meint damit, "dass sie gerne All-in gehen, wenn es eng ist und sie unbedingt gewinnen und nicht auf unentschieden spielen wollen." Die Statistik sage seiner Meinung nach einiges aus. Und er würde sich für sein Team wünschen, dass "diese Energie bei uns auch dauerhaft drin wäre". Beim 0:2 in Sevilla hatte es beispielsweise danach ausgesehen, als ob die Wolfsburger nur nicht verlieren wollten, dafür auch ein Remis in Kauf genommen hätten.

Diese Gewinner-Mentalität, die Rose und der BVB verkörpern, gefällt Kohfeldt: "Marco hat immer wieder Lösungen im Spiel parat und scheint richtig viel Energie in eine Mannschaft bringen zu können. Ich halte ihn für einen der absoluten Top-Trainer in Deutschland und schätze ihn sehr." Auch menschlich passt es zwischen beiden Trainern. Rose sei "ein Top-Charakter, ein Top-Mensch, mit dem ich mich auch abseits des Fußball ab und zu austausche".

Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Beide Coaches verfolgen mit ihren Klubs ähnliche Ziele, beide Vereine wollen in der Bundesliga oben mitspielen und sich für Europa qualifizieren. Das ist den Dortmundern in den vergangenen Jahren zwar häufiger gelungen, doch die Entwicklung beim VfL geht in die richtige Richtung. "Worüber wir jetzt reden, hätten wir uns vor drei Jahren gewünscht", sagt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. Seitdem gab's eine Europa-League- und die diesjährige Champions-League-Teilnahme, dazu das EL-Quali-Aus in Athen im vergangenen Jahr.

Aber obwohl es beim VfL in die richtige Richtung geht, ist der BVB den Wolfsburgern noch voraus. Schäfer wollte da keine Vergleiche anstellen, zu unterschiedlich seien die Wege beider Klubs. Gleichwohl wisse aber auch der Sportdirektor, "dass die Leistungen in der Vergangenheit nach erfolgreichen Jahren nicht bestätigt werden konnten. Aber dieser Herausforderung stellen wir uns." Um oben dranzubleiben, wäre ein Sieg am Samstag jedenfalls Gold wert.


Schäfer hat Gespräche mit Pongracic geführt

Wenn am Samstag Borussia Dortmund in der VW-Arena gastiert, gibt's auch das Wiedersehen mit Marin Pongracic. Der Innenverteidiger ist noch bis Sommer vom VfL an den BVB ausgeliehen - und hatte zuletzt zum wiederholten Mal Negativ-Schlagzeilen geschrieben. In einem Online-Interview hatte der Kroate ganz offen unter anderem über seine Zeit in Wolfsburg, die Höhe seiner Kaufoption, die zuvor von Dortmund gemeingehaltene Ausfalldauer von Stürmer-Star Erling Haaland sowie über die Fitness-Zustände von Mats Hummels geplaudert.

Da Pongracic noch bis 2024 vertraglich an den VfL gebunden ist, waren die Wolfsburger alles andere als begeistert von den Äußerungen ihres Abwehrspielers. Eine Aussprache hat es inzwischen gegeben. "Wir haben das eine oder andere Gespräch beim VfL, aber auch mit Marin und seinem Berater geführt", sagt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer, der auf das Thema nicht näher eingehen wollte. "Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Das Online-Interview war nicht der erste Ärger um Pongracic. Schon zu VfL-Zeiten soll der Verteidiger zu spät zu Terminen erschienen sein. Zudem hatte er sich in jüngerer Vergangenheit nicht an die Corona-Regeln gehalten.