13. Februar 2020 / 15:47 Uhr

Drama in der Oberliga: Großenheidorns Lars Pommer bangt um seine Sehkraft

Drama in der Oberliga: Großenheidorns Lars Pommer bangt um seine Sehkraft

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Augenverletzung war doch zu schwer: Torwart Lars Pommer wird vom Platz geführt.
Die Augenverletzung war doch zu schwer: Torwart Lars Pommer wird vom Platz geführt. © Uwe Serreck
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Nachdem es im Regionsderby der Handball-Oberliga zwischen dem MTV Großenheidorn und dem HV Barsinghausen zu einem unglücklichen Zusammenprall gekommen ist, rückt für Torwart Lars Pommer der Sport in den Hintergrund.

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Nach den Spitzenspielen gegen den Lehrter SV und die HSG Nienburg ist für die Männer des MTV Großenheidorn morgen Abend (19.30 Uhr, Aue-Halle) gegen die HF Helmstedt-Büddenstedt wieder grauer Alltag in der Oberliga angesagt. Trainer Stefan Alsmeyer erwartet trotzdem den vierten Sieg in Folge: „Die Mannschaft muss jetzt ihr wahres Gesicht zeigen, sonst war der Erfolg in Nienburg nichts wert.“

Hervorragende Trainingsbeteiligung lässt Alsmeyer hoffen

Die Trainingsbeteiligung in dieser Woche unterstreicht: Alle Spieler sind heiß darauf, die Serie fortzusetzen. Auch die personelle Situation bereitet den MTV-Verantwortlichen zurzeit keine Sorgen. Die Verletzung von Luca Ritter aus der vergangenen Woche ist nicht so schlimm wie befürchtet. „Wir werden beim Warmmachen entscheiden, ob er spielen kann“, hofft Alsmeyer auf einen Einsatz seines Rechtsaußen.

„Ich hätte nie gedacht, dass meine erste Verletzung am Auge sein würde."

Verletzt fehlen wird lediglich Torhüter Lars Pommer, für den der Handball derzeit jedoch nur eine Nebenrolle spielt. Der Versicherungskaufmann ist froh, dass er überhaupt wieder arbeiten kann. Die zweite Spielminute im Derby am 18. Januar beim HV Barsinghausen hat im Leben des 23-Jährigen viel verändert.

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Verletzung entsteht bei unglücklichem Zusammenprall

Die Barsinghäuser hatten einen langen Pass zum Tempogegenstoß auf Philip Obrock gespielt. Der Ball flog etwas zu weit und schon in den Torraum. Obrock versuchte, das Spielgerät trotzdem noch zu erreichen. „Philipp wollte den Ball an mir vorbei ins Tor bugsieren, dabei trifft er mich mit dem Finger am Kinn, und von da rutscht mir der Finger ins Auge“, beschreibt Pommer den unglücklichen Zusammenprall.

Anfangs schien alles nicht so schlimm, doch im Laufe des Spiels nahmen die Schmerzen zu und die Sehkraft ab. „Ich konnte recht schnell alles nur noch verschwommen erkennen“, sagt Pommer. Mehrere Untersuchungen brachten die Diagnose: Hornhaut und Bindehaut sind verletzt. Weil auch der Augeninnendruck lange extrem hoch war, musste der MTV-Torhüter die ersten 14 Tage liegen. Um die Augen nicht zu überanstrengen, war Fernsehen verboten. „Die Europameisterschaft habe ich verpasst“, sagt Pommer und versucht sich dabei mit einem Lächeln.

Bilder vom Handball-Spiel der Oberliga Niedersachsen zwischen dem MTV Großenheidorn und TV 1887 Stadtoldendorf

Großenheidorns Tim Bretz (links) setzt sich gegen zwei Stadtoldendorfer durch. Zur Galerie
Großenheidorns Tim Bretz (links) setzt sich gegen zwei Stadtoldendorfer durch. ©
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Ungewisse Zukunft lässt Pommer zittern

Für den MTV-Torwart geht es in den nächsten Wochen ausschließlich darum, so weit wie möglich wieder gesund zu werden. Eine Prognose können die Ärzte im Moment nicht stellen. „Das fühlt sich beängstigend an“, gibt Pommer einen Einblick in seine Stimmungslage. Im Augenblick heißt es abwarten, mehr kann er nicht tun. Wenn es gut läuft, bildet sich die Vernarbung der Hornhaut zurück. Später könnte ein Lasereingriff Besserung bringen.

Ob Pommer noch mal das Trikot der ersten Mannschaft überstreift, ist offen, zumal der Schlussmann im Sommer aus beruflichen Gründen ohnehin kürzertreten wollte. Den Abschied hat er sich auf jeden Fall anders vorgestellt. „Ich kämpfe dafür, dass ich noch mal auf die Platte zurückkehre und einige Spiele machen kann“, sagt Pommer.

Bilder vom Handball-Spiel der Oberliga zwischen dem MTV Großenheidorn und HV Barsinghausen

Barsinghausens Philipp Obrock verkürzt auf   9:10, Großenheidorns Jörg Harre wird gleich überwunden. Zur Galerie
Barsinghausens Philipp Obrock verkürzt auf 9:10, Großenheidorns Jörg Harre wird gleich überwunden. ©

Teamgeist der 3. Liga ist zurück

Die Mannschaft könnte ihrem Torhüter mit weiteren Siegen helfen und so zumindest für angenehme Ablenkung sorgen. Bislang hat das schon gut funktioniert. Das Geheimnis des Erfolges ist für Pommer der neue, alte Teamgeist: „Es ist wieder ein Zusammenhalt entstanden. Der Abstieg aus der 3. Liga hatte schon an unserer Moral genagt. Mit den jüngsten Siegen kam das Selbstvertrauen zurück.“ Für Pommer auch ein Verdienst der neuen Trainer: „Stefan und Maxi Wölfel machen einen guten Job.“

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