21. Mai 2021 / 09:28 Uhr

Olympia-Boot mit Nwajide umbesetzt: Doppelvierer erhöht die Schlagzahl

Olympia-Boot mit Nwajide umbesetzt: Doppelvierer erhöht die Schlagzahl

Stefan Dinse und Christian Held
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wollen nach vorne fahren: Der Vierer mit Daniela Schultze(von links), Carlotta Nwajide, Franziska Kampmann und FriedaHämmerling bei der EM. Das Boot ist aber umbesetzt worden.
Wollen nach vorne fahren: Der Vierer mit Daniela Schultze(von links), Carlotta Nwajide, Franziska Kampmann und FriedaHämmerling bei der EM. Das Boot ist aber umbesetzt worden. © IMAGO/Laci Perenyi
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Der deutsche Doppelvierer soll früher beschleunigen, schneller Fahrt aufnehmen als bisher. Das ist das Rezept, um das Frauenflaggschiff bei Olympia zu einer Medaille zu bringen. Carlotta Nwajide vom DRC Hannover spielt bei diesem Vorhaben eine wichtige Rolle. Sie ist die kräftigste Athletin im Boot, das vor dem Weltcup in Luzern auf dem Rotsee noch mal umbesetzt worden ist.

„Wir wollen ganz vorn reinfahren und mit einer Medaille und einem guten Gefühl in die letzten sechs bis acht Wochen vor den Spielen gehen“, sagt Carlotta Nwajide vom DRC Hannover.

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Die 25-jährige Zweiereuropameisterin von 2019 ist eine Position nach hinten an die dritte Stelle gerückt und ist jetzt für die „Schlagübernahme“ verantwortlich. „Damit wird das Boot startschneller“, sagt Thorsten Zimmer, Trainer am Bundesstützpunkt Hannover. Nwajide gibt die Impulse von Frieda Hämmerling (Kiel), die nun wieder am Schlag sitzt, sofort weiter. Franziska Kampmann (Waltrop) ist nun auf Position zwei, während Daniela Schultze Bugfrau bleibt.

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Kräftemessen in der Schweiz

Der Vierer hat es in der Schweiz mit den großen Rivalen zu tun, die auch in Tokio um Gold fahren, darunter sind die Niederlande sowie Großbritannien. Erstmals ist auch China dabei, deren Frauenachter vom früheren deutschen Bundestrainer Hartmut Buschbacher trainiert wird. Zu ihm hat Zimmer guten Kontakt und sich über die Vorbereitungen informiert. „Ich schätze das chinesische Boot als Topfavorit ein“, sagt Zimmer. China hat sich ebenso wie beispielsweise Russland unabhängig von Corona bestens vorbereiten können – im Gegensatz zu vielen westlichen Nationen. „Die haben ohne Einschränkungen perfekt trainiert, alle sind Vollprofis“, so Zimmer.

Davon abgesehen ist der Druck für die deutsche Crew nach der enttäuschenden Olympianachqualifikation nicht kleiner geworden. Nur sieben Boote entsendet der DRV nach Tokio, auf mindestens neun hatte er gehofft. „Klar ist, dass Carlotta mit Druck gut umgehen kann. Der Vierer will in Luzern ein Zeichen setzen“, so Zimmer.

Aaron Erfanian hat große Ziele

Da pandemiebedingt für den Nachwuchs alles internationale Kräftemessen ausfällt, muss der Ruderverband bei der Zusammenstellung der Nationalmannschaft für die U23-WM im Juli in Tschechien weiter auf interne Ranglistenfahrten in Kleinbooten setzen. Die nächste dieser Miniregatten steht für drei DRC-Talente über Pfingsten in München an. Aaron Erfanian zählt dabei zu den Favoriten im Einer: „Mein Ziel ist, unter die Top 5 zu rudern“, sagt der 20-Jährige, der in den vergangenen Jahren der eifrigste Titel- und Medaillensammler in der Talentschmiede von Trainer Zimmer war.

Nach Zimmers Ansicht bringen die Wettfahrten auf dem Olympischen Ruderkanal von 1972 eine Vorentscheidung: „Wenn Aaron seine bisherigen guten Saisonleistungen in München bestätigt, hat er eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen, um sich im Juni bei einer weiteren Regatta in Ratzeburg für die U23-WM zu qualifizieren“, erklärt Zimmer den geplanten Modus. Erfanian sieht da alles betont locker: „Mein Ziel ist, viel Spaß zu haben. Und schnell rudern macht mir am meisten Spaß.“


DRC-Duo um Smith und Knaack will sich "verbessern"

Mit leichten Abstrichen gilt dasselbe auch für den Zweier mit Schlagmann Ryan Smith und Leon Knaack. Aber das DRC-Duo muss sich dafür noch deutlich kräftiger in die Riemen legen als beim ersten internen Test im April. „Für München sind wir gut vorbereitet und wollen uns verbessern“, sagt Knaack.