21. März 2021 / 15:12 Uhr

Drei Absteiger pro Regionalliga-Staffel? VfL-II-Boss Thiam: "Ist nicht so, dass wir zittern"

Drei Absteiger pro Regionalliga-Staffel? VfL-II-Boss Thiam: "Ist nicht so, dass wir zittern"

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wann geht's für den VfL Wolfsburg II in der Regionalliga zurück auf den Platz? Pablo Thiam ist mit dem Krisenmanagement des NordFV nicht einverstanden.
Gibt's den Re-Start in der Regionalliga Nord? Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses, hofft darauf. © Boris Baschin
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In der Regionalliga Nord war zuletzt in Sachen Re-Start Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Allerdings kann auch alles ganz anders kommen, Klubs und Verband wollen sich nach der Bund-Länder-Konferenz am Montag noch mal zusammensetzen. Sollte es doch losgehen, wird demnächst auch die Abstiegs-Regelung Thema sein, die den VfL Wolfsburg II direkt betreffen könnte. Nachwuchs-Chef Pablo Thiam macht sich da aber noch keine Sorgen.

Zuletzt klang vieles so vielversprechend in der Regionalliga Nord: Der Re-Start in den Spielbetrieb ist für April anvisiert, die Auf- und Abstiegsrunde soll ausfallen, es wird wohl nur die Quali-Runde (Hin- und Rückrunde) zu Ende gespielt. Das beste Team aus beiden Staffeln darf dann am 12. und 19. Juni in die Aufstiegs-Relegation gegen den Vertreter aus Bayern. Gibt's direkte Absteiger in die Oberliga? Spielausschuss-Vorsitzender Jürgen Stebani brachte drei in jeder der beiden Staffeln ins Gespräch. Und genau da könnte es für den VfL Wolfsburg II kritisch werden.

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Denn bis auf die vorgeschlagene Zahl der Absteiger kommen diese Planungen den Wolfsburgern sehr gelegen. Ginge es beim Re-Start direkt in die Auf- Und Abstiegsrunde, müsste der VfL in letztere. Käme der Saison-Abbruch nach Quotientenregel und die letzten drei müssten tatsächlich runter, würde das Team von Trainer Henning Bürger - derzeit Neunter von elf - in der kommenden Spielzeit in der Oberliga an den Start müssen. So weit seien die Planungen aber gar nicht fortgeschritten, betont Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses.

Weitere Sitzung in der kommenden Woche

Deshalb soll es in der nächsten Woche eine weitere Sitzung mit Verband und Klubs geben. "Es wird darum gehen, die Sachlage zu besprechen. Wir haben in der Regionalliga Nord vier Bundesländer, die agieren alle unterschiedlich, das macht es schwer." Schließlich müssen vor einem möglichen Re-Start im April mindestens zwei Wochen Training mit Vollkontakt für alle Teams möglich sein. Und genau daran könnte es schon hapern. Thiam: "Wir können trainieren, andere haben erst in der letzten Woche mit dem Training begonnen und manche sagen, sie trainieren noch gar nicht." Hinzu kommt: "Wir würden gerne spielen, andere Mannschaften finden spielen ohne Zuschauereinnahmen finanziell schwierig, manche können das gesellschaftlich nicht vertreten. Wir sind keine Profi-Liga, es ist schwierig zu prognostizieren, was passiert."

Die Lust auf den Re-Start hinge bei den Teams auch vom Tabellenstand ab, sagt der VfL-Nachwuchs-Chef. In Wolfsburg ist die natürlich groß, der Klub hat dazu andere finanzielle Möglichkeiten als viele andere Staffel-Konkurrenten. Vielleicht kommt aber auch alles anders: Laut einem Bericht des Business-Insiders sollen am Montag bei der Bund-Länder-Konferenz die geplanten Lockerungen für den Kontaktsport wieder zurückgenommen werden. Andererseits wollte Nord-FV-Präsident Günter Distelrath in den vergangen Tagen noch mal auf die Politik zugehen, um den Re-Start zu ermöglichen. Ausgang derzeit: offen.

"Noch keine belastbare Tabelle"

Große Sorgen abzusteigen mache sich Thiam aber nicht, trotz der von Stebani ins Spiel gebrachten drei Absteiger pro Staffel. "Es ist nicht so, dass wir zittern. Es ist gerade mal ein Viertel unserer Saison absolviert, und wir müssen mindestens die Hin- und Rückrunde der Quali-Runde zu Ende bringen, damit wir eine belastbare Tabelle haben, ob wir das hinkriegen, wissen wir aber nicht", sagt Thiam. "Außerdem haben die Oberligen in Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Saison schon abgebrochen." Ohne Aufsteiger muss es auch keine Absteiger geben, so die Rechnung. Die Liga-Größe nach der vergangenen Abbruch-Saison in ein, zwei Jahren wieder zu verkleinern, sei alles im Sommer beschlossen worden, als jeder davon ausging, dass normal gespielt wird, so der Ex-Profi. "Das muss alles neu bewertet werden."

Der VfL plant jedenfalls so, dass es im April wieder losgeht und wäre für den Re-Start bereit, das Riesen-Lazarett aus der Hinrunde hat sich gelichtet, bis auf Neuzugang Tom Gaal sind alle Spieler fit. Vorläufige Spielpläne haben die Klubs bereits erhalten. Gut wäre eine Fortsetzung des Spielbetriebs auch für die weiteren Planungen des VfL II. Transfers, Vertragsgespräche stehen derzeit hinten an. Das betrifft auch Ex-Eredivisie-Profi Tim Hölscher, der bis Saison-Ende beim niederländischen Zweitligisten TOP Oss unterschrieben hat. Thiam: "Er wollte in diesem halben Jahre gerne noch mal anderswo zu spielen. Wir bleiben in Kontakt, werden sehen, was kommt. Entscheidungen treffen wir erst im Mai oder Juli."


Nachwuchs-Bundesligen vor Abbruch

In der Regionalliga besteht also Hoffnung auf einen Re-Start, in den Bundesligen der A- und B-Jugend ist die allerdings nicht mehr groß. "Bei einer Umfrage unter den Klubs hat sich das Stimmungsbild deutlich zugunsten eines Abbruchs verändert", sagt Thiam. "Der DFB war sehr weit, hatte ein Super-Konzept inklusive Testungen, das wir als VfL gern in Anspruch genommen hätten." Es sieht also alles nach Saison-Abbruch aus, aber, so Thiam: "Das letzte Wort hat der Verband."