15. August 2019 / 10:12 Uhr

Drei Clubs aus Nordsachsen starten in die Landesklasse-Nord-Saison

Drei Clubs aus Nordsachsen starten in die Landesklasse-Nord-Saison

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Gierig: Nach 23 Buden in der Nordsachsenliga will ESV-Angreifer Ramon Kaselowsky auch eine Etage weiter oben seine Torgefährlichkeit zeigen.
Gierig: Nach 23 Buden in der Nordsachsenliga will ESV-Angreifer Ramon Kaselowsky auch eine Etage weiter oben seine Torgefährlichkeit zeigen. © Alexander Prautzsch
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Erstmals seit 2010 sind wieder drei Mannschaften aus dem Altkreis in der Fußball-Landesklasse vertreten.

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Damals hieß die Landesklasse Nord noch Bezirksliga Leipzig und das hiesige Trio bestand aus Bad Düben, Krostitz und Delitzsch. Anstelle der Kurstädter ist heuer der Radefelder SV getreten, der am Freitag zur Saisoneröffnung den FSV Krostitz empfängt (18.30 Uhr). Und nach einem Jahr Nordsachsenliga ist der ESV Delitzsch zurück in seiner sportlichen Heimat und startet am Sonnabend mit einem Heimspiel gegen LVB Leipzig (15 Uhr). Wir haben mit den jeweiligen Trainern gesprochen und stellen die Mannschaften vor.

Tino Berger, Trainer des Radefelder SV.
Tino Berger, Trainer des Radefelder SV. © Alexander Prautzsch
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Der Radefelder SV behält seine Ziele für sich

Herr Berger, einige Kontrahenten sehen Ihre Mannschaft nach Platz fünf in der Premierensaison in der Landesklasse nun gleich als Staffelfavorit. Sehen Sie das ähnlich?

Was die Konkurrenz erzählt, lässt mich relativ kalt. Wir probieren einfach, unseren Fußball durchzuziehen. Die zweite Saison nach dem Aufstieg ist ja immer ein bissel schwieriger, aber wir wollen natürlich trotzdem ordentlich bestehen. Ob wir wieder so weit vorn landen wie vergangene Saison lässt sich schwer abschätzen. Aber wir haben im Landespokal gegen Lipsia gezeigt, dass wir gut drauf sind.

Mit Dennis Schöps und Patrick Böhme sind zwei ganz wichtige Offensivspieler weg. Wie wollen Sie diese Verluste auffangen?

Natürlich ist uns Qualität verloren gegangen, aber das können wir auffangen. Statt Böhme/Schöps heißt unser neues Sturmduo eben jetzt Franz Boltze/Justin Salomo. Die beiden sind dabei, sich einzuspielen und werden immer besser.

Sie haben in der vergangenen Saison häufig rotiert, was die Stammelf angeht. Halten Sie daran fest?

Mal schauen. Wir sind ja dieses Jahr nicht allzu viele Spieler, zumal Neuzugang Tommy Lee Böttcher noch verletzt ist und ein halbes Jahr ausfällt. Ich werde trotzdem weiter zusehen, dass jeder auf seine Einsatzzeiten kommt, dafür muss ich in dieser Saison nicht so viel puzzeln.

Wie fällt Ihr Fazit nach der Vorbereitung aus?

Die Vorbereitung war ein bisschen durchwachsen. Es gab in den Testspielen Aufs und Abs, weil wir viel probiert und unsere Formation gesucht haben. Aber ich bin trotzdem guter Dinge, dass wir gleich den ersten Dreier einfahren.

Wie lautet die Zielstellung?

Verrate ich nicht, die haben wir vereinsintern vereinbart und dort soll sie auch bleiben.

Erstmals seit Jahren sind wieder drei Mannschaften aus Nordsachsen in der Landesklasse dabei. Wie schätzen Sie die hiesige Konkurrenz ein?

Delitzsch hat eine kompakte und eingeschworene Truppe, wird im Mittelfeld einkommen. Bei Krostitz muss man schauen, wie die neue Mannschaft und der neue Trainer funktionieren. Aber da mache ich mir keine Sorgen, das ist immer noch eine sehr erfahrene Truppe mit viel Qualität. Insgesamt denke ich, dass die nordsächsischen Mannschaften eine runde Saison spielen werden.

Zugänge: Franz Boltze (SV Naunhof), Tommy Lee Böttcher (Chemie Leipzig II), Paul Klaus (TuS Leutzsch, A-Junioren), Max Köth (SpVgg Leipzig).

Abgänge: Patrick Böhme (Leipziger SV Südwest), Dennis Schöps (beruflich nach Berlin), Patrick Pfefferkorn (Laufbahn beendet).

Testspiele: RSV – VfL Halle 1:5, RSV – Blau-Weiß Brachstedt 3:4, Blau-Weiß Günthersdorf – RSV 5:0, RSV – SG Zschortau 5:0, RSV – Leipziger SC 4:1.

Landespokal: Lipsia Eutritzsch – RSV 1:2 n.V.

Mike Geppert, Trainer des FSV Krostitz.
Mike Geppert, Trainer des FSV Krostitz. © Alexander Prautzsch

Der FSV Krostitz ist im Umbruch und ambitioniert

Sie sind nach neun Jahren wieder Trainer in Krostitz. Was hat sich seitdem verändert, was ist beim Alten geblieben?

Es sind noch einige Spieler von früher dabei, wie Christian Bettfür, Sascha Quasdorf oder Chris Hobusch. Auch im Umfeld hat sich fast nichts verändert. Die Plätze sind definitiv besser als damals. Es macht mir jedenfalls Spaß, mal sehen, wie lange (lacht).

Sie haben zuletzt eineinhalb Jahre die A-Jugend des FC Eilenburg trainiert. Wie sehr unterscheidet sich die Arbeit zwischen Nachwuchs- und Männerbereich?

Männer sind selbstständiger, natürlich reifer. Dafür muss man einige auf den Boden zurückholen, die denken, sie hätten das Fußballspielen erfunden. A-Jugendspieler gucken und hören genau zu, wollen viel mitnehmen. Dafür fehlt das Verantwortungsbewusstsein. Den Ernst der Lage schätzen viele nicht richtig ein.

Krostitz ist vor einem Jahr Meister geworden, mehr geht eigentlich nicht. Warum sind Sie zurückgekommen?

Ich wollte wieder im Männerbereich arbeiten, kannte hier noch einige und musste nicht groß nachdenken, als die Anfrage kam.

Wie fällt Ihr Fazit nach der Vorbereitung aus?

Es war sicher nicht optimal, weil oft nur 12, 13 Mann da waren und viele Neuzugänge auf für sie ungewohnten Positionen spielen mussten. Aber das geht ja vielen Mannschaften so. Ich denke, wir haben trotzdem alle fit gekriegt und das ist erstmal das Wichtigste.

Wie lautet die Zielstellung?

Schwer zu sagen. Wir wollen im oberen Drittel mitspielen, haben entsprechende Spieler geholt. Viel wird davon abhängen, wie wir aus den Startlöchern kommen und wie schnell sich die Mannschaft findet. Wir dürfen uns von der ein oder anderen Niederlage nicht umwerfen lassen.

Erstmals seit Jahren sind wieder drei Mannschaften aus Nordsachsen in der Landesklasse dabei. Wie schätzen Sie die hiesige Konkurrenz ein?

Radefeld hat einige wichtige Spieler auf markanten Positionen verloren, das sind schmerzhafte Verluste. Sie werden trotzdem eine gute Rolle spielen. Delitzsch wird es nach einem Jahr Nordsachsenliga nicht einfach haben. Ich denke aber, sie werden trotzdem die Klasse halten.

Zugänge: Dennis-Sven Radig, Maximilian Theinert, Jan Evers (alle FC Grimma), Erik Böhme (FV Bad Düben), Maxime Rinaldoni (Concordia Schenkenberg), Christian Beschnidt (FC Eilenburg, A-Jugend), Johannes Grützner (FC Eilenburg), Maximilian Radig (vereinslos).

Abgänge: Christoph Wittig, Marc Sachse, Sven Skwarczynski (alle Laufbahn beendet), Alexander Marzog (Kickers Markkleeberg).

Testspiele: Concordia Schenkenberg – FSV 1:3, FSV – SSV Landsberg 5:3, Eintracht Schkeuditz – FSV 3:4, FV Bad Düben – FSV 1:3, SV Naunhof – FSV 1:4.

Tilo Ohlig, Trainer des ESV Delitzsch.
Tilo Ohlig, Trainer des ESV Delitzsch. © Alexander Prautzsch

Der ESV Delitzsch geht als Außenseiter in die Saison

Hat Ihnen das Sachsenpokalspiel gegen Meerane vor Augen gehalten, wie schwer die Saison werden könnte?

Wir haben auch vorher gewusst, dass es schwer wird. Meerane will in seiner Staffel oben angreifen und wir haben uns gegen sie richtig gut geschlagen, nur unsere Chancen nicht reingemacht. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das bessert. Wir haben vergangene Saison so viele Tore gemacht, das wird zwar eine Klasse weiter oben etwas schwieriger, aber nicht unmöglich.

Mit Philipp Motscha haben Sie einen Oberligaspieler verpflichtet. Wie viel hängt von ihm ab?

Klar, es hängt viel an ihm. Er reißt die Mannschaft mit, gibt ihr Sicherheit. Andererseits wird er nicht immer da sein, dann können und müssen andere beweisen, dass sie zu Unrecht auf der Bank sitzen.

Zum Auftakt geht es gegen LVB. Das sollte ein Gegner auf Augenhöhe sein. Ein guter Gradmesser?

Es ist grundsätzlich immer wichtig, gut in die Saison reinzukommen. Gewinnen ist das Ziel, bei Heimspielen sowieso. Aber ich kann LVB vorm Start natürlich schwer einschätzen. Vorige Saison waren sie in der Hinserie richtig schwach und dann richtig gut. Das muss und kann uns aber ziemlich egal sein. Wir wollen ohnehin unsere eigenen Stärken ausspielen.

Und welche wären das?

Unser Zusammenhalt, einer kämpft für den anderen.

Wie fällt Ihr Fazit nach der Vorbereitung aus?

Es lief schleppend. Die Urlaubszeit hat extrem reingehauen, es haben fast immer sieben Mann gefehlt und das macht sich natürlich bemerkbar. Wir sind noch nicht ganz so gefestigt und eingespielt. Das müssen wir uns von Spiel zu Spiel holen.

Wie lautet die Zielstellung?

Wir wollen nicht absteigen. Am besten wäre ein Platz im gesicherten Mittelfeld.

Erstmals seit Jahren sind wieder drei Mannschaften aus Nordsachsen in der Landesklasse dabei. Wie schätzen Sie die hiesige Konkurrenz ein?

Bei Radefeld muss man gucken, wie die Mannschaft die personellen Veränderungen verkraftet. Ich denke, sie spielen trotzdem im oberen Drittel mit. Für Krostitz gilt ähnliches. Das wird wohl noch nicht ganz unsere Kragenweite sein, aber die Derbys wollen wir trotzdem ziehen. Da kommt es ja nicht nur auf spielerische Fähigkeiten an.

Zugänge: Anton Heinrich (FC Eilenburg, A-Jugend), Philipp Motscha (VfL Halle).

Abgänge: Reinhard Wolff (SG Zschortau), Justin Viertel (Laufbahn beendet).

Testspiele: SG Trebitz – ESV 2:0, VfL Halle – ESV 4:0, SV Friedersdorf – ESV 3:6, CFC Germania Köthen – ESV 3:2.

Landespokal: ESV – Meeraner SV 1:2.

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