28. Dezember 2018 / 07:35 Uhr

Drei neue Spieler im Winter? So will Hannover 96 sich vor dem Abstieg retten

Drei neue Spieler im Winter? So will Hannover 96 sich vor dem Abstieg retten

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
André Breitenreiter und Horst Heldt stehen bei Hannover 96 unter Druck.
André Breitenreiter und Horst Heldt stehen bei Hannover 96 unter Druck. © imago/Eibner
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Zum Ende des Jahres verschärfte sich die sportliche Krise bei Hannover 96 enorm und der erneute Abstieg aus der Bundesliga droht. Wer hat die falschen Schalter gedrückt, wie kann das Team von Trainer André Breitenreiter doch oben bleiben? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Neustart in 2019. 

2018 war von Anfang bis Ende kein gutes 96-Jahr. Am Ende verschärfte sich die sportliche Krise jedoch enorm. Der Klub droht nach 2016 erneut in den Fahrstuhl Richtung zweite Liga zu steigen. Wer hat die falschen Schalter gedrückt, wie kann 96 doch oben bleiben? Die Fragen vor dem Neustart in 2019.

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Wie sind die Fakten?

Nach einer guten Hinrunde in der vergangenen Bundesligasaison mit 23 Punkten folgte ab Januar 2018 eine schwächere Rückrunde, in der 96 nur noch 16 Punkte in 17 Spielen holte. In der aktuellen Spielzeit setzte sich der Abwärtstrend fort. Nur noch mickrige elf Punkte sammelte die Mannschaft in 17 Partien. Die letzten eineinhalb Jahre unter Trainer André Breitenreiter lassen sich in der Zahlenkombination 23 – 16 – 11 ausdrücken. Der Trend ist eindeutig – es geht Richtung zweite Liga.

SPORTBUZZER-Prognose: Wo Hannover 96 nachbessern muss

In welchen Mannschaftsteilen ist Hannover 96 aufgestellt - und in welchen hat die Hinrunde eklatante Schwächen offenbart?  Zur Galerie
In welchen Mannschaftsteilen ist Hannover 96 aufgestellt - und in welchen hat die Hinrunde eklatante Schwächen offenbart?  ©

Hat 96 schlecht eingekauft?

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Verantwortlich für die Transfers sind Manager Horst Heldt und Trainer Breitenreiter. Eingeschlagen hat in dieser Saison nur Walace. Bobby Wood, Genki Haraguchi, Takuma Asano und Kevin Wimmer – fast alle waren Risikotransfers, weil sie bei ihren Ex-Klubs kaum gespielt haben – sind nicht die erhofften und benötigten Verstärkungen. Besonders die Abgänge von Salif Sané (Schalke) und Martin Harnik (Werder) konnten nicht aufgefangen werden.

Hat 96 zu wenig investiert?

Der Klub hat 40 Millionen Euro in den vergangenen beiden Jahren in Spieler investiert – viel Geld für 96-Verhältnisse. Dem stehen Einnahmen von etwa 17 Millionen gegenüber. Vor allem der Rekordflop Jonathas, der 96 zehn Millionen Euro kostete, verhagelt weiter die Bilanz. Auch der Drei-Millionen-Euro-Einkauf Josip Elez erfüllte die Erwartungen nicht. Dazu fiel mit Ihlas Bebou der beste Spieler der ersten Saisonhälfte lange aus. Kurzum: Der Mannschaft fehlt es hinten an Stabilität und vorne an Durchschlagskraft.

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Wird die Mannschaft im Winter verstärkt?

Vier Spieler stehen auf der Wunschliste von Trainer und Manager. Drei Spieler könnten es werden, wenn 96-Chef Martin Kind über das bereits bestehende Haushaltsminus von 17 Millionen Euro weiter ins Risiko geht. Ein Innenverteidiger, ein Stürmer – als Ausgleich für den am Donnerstag erfolgreich wegen eines Knorpelschadens am Knie operierten Niclas Füllkrug – sowie ein Mittelfeldspieler werden wohl verpflichtet.

Wie sicher ist Breitenreiters Job?


Der Trainer wackelt stark. Dass Breitenreiter bei den teilweise katastrophalen Leistungen überhaupt noch im Amt ist, hat er der vorzeitigen Vertragverlängerung bis 2021 zum Saisonstart zu verdanken – und der teuren Abfindung. Die Konflikte im Team und das ab Freitag (16 Uhr) beginnende Straftraining haben die Probleme weiter verschärft. Sicher ist: 96 wird mit Breitenreiter nicht in die zweite Liga gehen, sondern vorher mit einem anderen Trainer einen Rettungsversuch starten.

Die Wintertransfers von Hannover 96 von 2010 bis heute (Stand: 31.12.2018)

Saison 09/10 – Élson (VfB Stuttgart -> Hannover 96, Leihgebühr: 300 Tsd. Euro) Zur Galerie
Saison 09/10 – Élson (VfB Stuttgart -> Hannover 96, Leihgebühr: 300 Tsd. Euro) ©

Das sind die Großbaustellen bei Hannover 96:

<b>Die Grabenkämpfe:</b> Der vereinsinterne Kampf zwischen Klubchef Martin Kind und der Opposition wirkt sich auch negativ auf die Mannschaft aus. Die Gegner positionierten sich vor dem Bayern-Spiel mit der größten Plakataktion in der Geschichte der Nordkurve. Etwa 40 Plakate mit Anti-Kind-Botschaften und für den Erhalt der 50+1-Regel, die eine Mehrheit der Mitgliederstimmen garantiert, wurden von den Fans ausgerollt. „Ich hatte keine Zeit, alle Plakate zu lesen“, sagte Schwegler und fügte hinzu: „Wir sollten die Baustellen schließen.“ Zur Galerie
Die Grabenkämpfe: Der vereinsinterne Kampf zwischen Klubchef Martin Kind und der Opposition wirkt sich auch negativ auf die Mannschaft aus. Die Gegner positionierten sich vor dem Bayern-Spiel mit der größten Plakataktion in der Geschichte der Nordkurve. Etwa 40 Plakate mit Anti-Kind-Botschaften und für den Erhalt der 50+1-Regel, die eine Mehrheit der Mitgliederstimmen garantiert, wurden von den Fans ausgerollt. „Ich hatte keine Zeit, alle Plakate zu lesen“, sagte Schwegler und fügte hinzu: „Wir sollten die Baustellen schließen.“ ©

Wie sicher ist der Job von Manager Heldt?

Das Vertrauen in Heldts Arbeit ist angekratzt. Kind wurde vom Manager zugesagt, die Qualität der aktuellen Mannschaft sei höher als im Vorjahr – das stellt sich nun ganz anders dar. Doch einer muss den Job ja jetzt machen – Heldt soll Verstärkungen finden und Verträge aushandeln.

Wie geht’s weiter?

Im Trainingslager (ab 3. Januar) soll die neue Mannschaft mit den Verstärkungen zusammenfinden. Schon am 19. Januar beginnt für 96 die Rückrunde. Drei der ersten vier Spiele werden in der HDI-Arena angepfiffen (gegen Werder, Leipzig, Nürnberg), auswärts geht’s nach dem Bremen-Spiel nach Dortmund. Gelingt der Start mit zwei oder drei Siegen, hat 96 eine Chance, den Abstieg zu verhindern. Nur – mit Leistungen wie beim 0:1 gegen Düsseldorf oder dem 0:2 gegen Hertha wird 96 gegen keine Mannschaft mehr gewinnen.

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