06. Oktober 2021 / 14:49 Uhr

Drei Nmecha-Tore, Sorgen um Gerhardt: Wolfsburg siegt 4:1 im Test gegen den HSV

Drei Nmecha-Tore, Sorgen um Gerhardt: Wolfsburg siegt 4:1 im Test gegen den HSV

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Er traf sogar mit der Hacke: Lukas Nmecha (hier beim 2:0) war dreifach erfolgreich, Yannick Gerhardt (l.) musste verletzt raus.
Er traf sogar mit der Hacke: Lukas Nmecha (hier beim 2:0) war dreifach erfolgreich, Yannick Gerhardt (l.) musste verletzt raus. © Boris Baschin
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Testspiel-Sieg für den VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV. Aber für das Team von Trainer Mark van Bommel gab es auch eine Hiobsbotschaft.

Egal, ob Pflichtspiel oder Testspiel: So viele Tore schoss der VfL Wolfsburg unter Trainer Mark van Bommel noch nie! Ohne seine Nationalspieler besiegte der VfL am Mittwoch den Zweitligisten Hamburger SV mit 4:1 (3:0). Lukas Nmecha empfahl sich gleich mit drei Treffern, außerdem war Maximilian Arnold erfolgreich. Bitter: Yannick Gerhardt musste früh verletzt raus.

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Die Schock-Szene ereignete sich bereits in der zwölften Minute: Gerhardt wollte den Ball wegschlagen, doch der Linksverteidiger traf mit seinem rechten Fuß nicht das Leder, sondern das ausgestreckte Bein von Robin Meißner. Sofort war klar: Für Gerhardt geht es nicht weiter, der Ex-Kölner musste nach kurzer Behandlung in die Kabine gebracht werden.

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Ein längerer Ausfall des 27-Jährigen wäre total bitter, weil Gerhardt im nächsten Champions-League-Spiel in Salzburg sicher eine Option für das defensive Mittelfeld wäre. Denn der Coach hat nach dem langfristigen Ausfall von Xaver Schlager (Kreuzbandriss) und der Champions-League-Sperre von Josuha Guilavogui (war gegen Sevilla mit Gelb-Rot vom Platz geflogen) auf dieser Position nicht mehr allzu viele Alternativen im Aufgebot.

Das Team ließ sich von der heftigen Gerhardt-Szene aber nicht schocken. Die Van-Bommel-Elf presste früh und ging gegen eine schwache HSV-Mannschaft schon nach einer Viertelstunde in Führung, Lukas Nmecha staubte einen Schuss von Daniel Ginczek unhaltbar für den schwachen Marko Johansson im Hamburger Tor ab. Auch danach blieben die Wolfsburger, bei denen Neuzugang Micky van de Ven in der Abwehr debütierte, am Drücker. Der starke Lukas Nmecha erzielte sehenswert per Hacke nach Zuspiel von Maximilian Philipp das 2:0 – und kurz vor der Pause machte Maximilian Arnold nach einem schweren Torwart-Patzer gar das 3:0.

Littbarski junior eingewechselt

Nach der Pause blieb der VfL auf dem Gaspedal und ließ sich vom Anschlusstreffer von Anssi Suhonen nicht runterziehen. Ganz im Gegenteil: Nach feinem Pass von Ridle Baku stellte der kaltschnäuzige Lukas Nmecha mit seinem dritten Treffer den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Danach ließ der VfL auch nicht mehr viel anbrennen, Neuzugang van den Ven klärte noch eine Chance von HSV-Stürmer Robert Glatzel auf der Linie, Bakery Jatta wiederum knallte einen von Marvin Stefaniak verursachten Elfmeter kläglich links am Tor vorbei.

Kurz zuvor hatte van Bommel übrigens Lucien Littbarski aus der VfL-A-Jugend eingewechselt, der Sohn von Ex-Profi Pierre Littbarski, der beim VfL mal Co-Trainer, Interimscoach und Chefscout war - und jetzt Markenbotschafter des Klubs ist. Während sich Litti Junior für seine Einwechslung bereit machte, hielt das der stolze Papa mit dem Handy fest.


Van Bommel: "Das war ein guter Test"

Van Bommel war zufrieden mit dem Gezeigten. "Das war ein sehr guter Test", meinte der Wolfsburger Trainer, der natürlich Dreierpacker Lukas Nmecha lobte. Der Neuzugang hatte diesmal als einzige Spitze auflaufen dürfen, auf der Position, auf der beim VfL Wout Weghorst gesetzt ist. Ganz vorn. Der Niederländer weilt gerade bei der Nationalelf - und so durfte U21-Europameister Lukas Necha ran. "Er hat es gut gemacht. Vorn drin - das ist seine Lieblingsposition, da kann er gut spielen", fügte der Trainer hinzu, der froh ist, dass er auf dieser Position die Qual der Wahl hat. "Das ist doch schön, da kann man wählen", meinte er grinsend.

Ernster wurde van Bommels Miene, als er über die Verletzung von Gerhardt sprach. Wie schlimm hat er sich verletzt? Van Bommel: "Wie soll ich es sagen? Es sieht nicht so schlimm aus wie es ausgesehen hat." Vorwürfe von ihm an Hamburgs Meißner gab es nicht: "Natürlich ist es schade, dass das jetzt passiert ist. Aber so etwas kann auch im Training passieren." Wie lange Gerhardt ausfällt, ist noch offen - der Wolfsburger wird am Donnerstag noch einmal untersucht. Und diese Untersuchung soll dann Klarheit schaffen, wie schwer er wirklich verletzt ist.

VfL: Pervan (46. Klinger) – Stefaniak, Lang, van de Ven, Gerhardt (13. Di Michele Sanchez) – Philipp, Arnold (46. Wagbe) – Baku (72. Littbarski), Ginczek, F. Nmecha – L. Nmecha.

HSV: Johansson – Gyamerah (64. Leibold) , David, Schonlau, Muheim – Meffert (46. Wintzheimer) – Kinsombi (64. Jatta), Heyer – Suhonen (74. Velasco) – Meißner (64. Glatzel), Alidou.

Schiedsrichter: Schröder (Hannover).

Tore: 1:0 (15.) L. Nmecha, 2:0 (30.) L. Nmecha, 3:0 (44.) Arnold, 3:1 (54.) Suhonen, 4:1 (60.) L. Nmecha.