10. September 2019 / 11:47 Uhr

Drei Platzverweise, Becherwurf, Spielabbruch: Diese Kreispokalpartie hatte es in sich

Drei Platzverweise, Becherwurf, Spielabbruch: Diese Kreispokalpartie hatte es in sich

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Rote Karte mit Folgen
Die rote Karte kam im Pokalduell zwischen Frohburg II und Gnandstein nicht nur einmal zum Einsatz. © Archiv
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Die Partie im Muldentaler Kreispokal zwischen der Zweiten des BSV Einheit Frohburg und der favorisierten SG Gnandstein endete vorzeitig. Bevor es allerdings soweit war erlebten die knapp 200 Zuschauer jede Menge strittige Szenen, Aufregung und einen zwangsweise dauerbeschäftigten Schiri.

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Frohburg. Drei Platzverweise, ein Bierbecherwurf und ein Spielabbruch: Das ist die Bilanz der Zweitrundenpartie im Muldentaler Kreispokal zwischen der Reserve des BSV Einheit Frohburg und der SG Gnandstein. Bei den Gästen konnte man das Geschehene im Anschluss kaum fassen. Der Unmut richtete sich vor allem gegen den Unparteiischen William Pietrasik sowie seine Linienrichter Sven Pörschmann und Lutz Närke. „Ich habe auf beiden Seiten totales Unverständnis über das Auftreten des Schiedsrichters erkannt“, schimpfte SG-Teammanager Frank Lederer. „Er war komplett überfordert, hat mit den Spielern kein Wort geredet, außerdem waren seine Assistenten zu keiner Zeit auf Ballhöhe.“

Gnandstein geht in Führung

Allerdings zeigt ein Blick auf die „Karten-Verteilung“: Sämtliche Verwarnungen und Hinausstellungen kassierten die Gäste. Allein wegen Meckerns gab es dreimal Gelb sowie einmal Gelb-Rot gegen Gnandsteiner Akteure. Logisch, dass die Sicht der Gastgeber auf die Geschehnisse am Sonntag denn auch eine andere war. „Gnandstein hätte das Spiel unter normalen Umständen sicherlich gewonnen, hat sich aber durch zahlreiche Disziplinlosigkeiten selbst geschwächt“, so André Spranger, der den Liveticker zur Partie betreute.

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Die fast 200 Zuschauer sahen zunächst ein wenig (kostenpflichtige?) Pyrotechnik und ein Tor der Gäste. Tom König brachte die Burgherren in der 11. Minute in Front, als er drei Gegenspieler austanzte und BSV-Keeper Hannes Schellbach einen Tunnel verpasste. Von den Hausherren war im ersten Spielabschnitt beinahe nichts zu sehen, die Gnandsteiner mussten sich für die gerechte Führung kein Bein ausreißen. Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Einheit-Reserve die Schlagzahl, blieb aber zunächst ohne Torerfolg. Statt dessen traf Gnandstein zweimal ins Schwarze. Beide Tore wurden aber aufgrund einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Die Frohburger brachten das Runde erst im Eckigen unter, als bei der SG nur noch neun Mann auf dem Platz standen. Ein 27-Meter-Aufsetzer von Winnie Taetz landete in der 87. Minute im unteren rechten Eck.

Zuvor hatte zunächst König den verfrühten Gang unter die Dusche angetreten. Dank beständigen Reklamierens war für den Torschützen nach 58 Minuten Schluss. Kapitän Kendy Schmidt folgte ihm nur wenige Augenblicke später. Nachdem der Schiedsrichter nach einem Foul an Frohburgs Domenic Zein auf Freistoß für Gnandstein entschieden hatte, kam es zur berühmt-berüchtigten Rudelbildung. Welche Worte genau fielen, ließ sich im Anschluss zunächst nicht ermitteln. Sie müssen allerdings schwerwiegender gewesen sein, denn Schmidt sah wegen Beleidigung glatt Rot.

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Die Ereignisse überschlagen sich

Das aus der so entstandenen personellen Überlegenheit resultierende 1:1 sorgte nicht für Beruhigung der Gemüter. Während SG-Coach Sven Miszler seinen Jungs unmittelbar mit auf den Weg gab, eine Verlängerung sei unter allen Umständen zu vermeiden („Lieber ein Eigentor als 120 Minuten!“), hatte Lucas Kipping seine Nerven nicht im Griff. Schiedsrichterbeleidigung, Rot. Da waren es nur noch acht auf Gnandsteiner Seite.

Die Ereignisse überschlugen sich nun vollends, aufgebrachte Gästefans entledigten sich ihrer Bierbecher, zumindest einer wurden auf das Spielfeld in Richtung William Pietrasik geworfen. Der wurde zwar nicht getroffen, hatte aber nun seinerseits die Nase gestrichen voll und brach die Partie in der Nachspielzeit ab. „Uns werden zwei Tore aberkannt und keiner weiß warum. Bei jedem Allerweltsfoul gab es plötzlich eine gelbe Karte gegen uns“, wetterte Frank Lederer im Anschluss. Einer der Linienrichter habe ihm sogar den Handschlag verweigert, „obwohl ich mir nichts habe zu Schulden kommen lassen. Das ist alles nicht nachvollziehbar, dabei war es nie und nimmer ein unfaires Spiel.“

Das Schlusswort hat nun (erst einmal) das Sportgericht.

(mit Heiko Henschel)

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