25. April 2021 / 14:04 Uhr

Drei sind (mindestens) einer zu viel: Wolfsburger Patzer gefährden die Champions League

Drei sind (mindestens) einer zu viel: Wolfsburger Patzer gefährden die Champions League

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zu viele individuelle Patzer: In Frankfurt war es Josip Brekalo (l.), gegen die Bayern Koen Casteels (M.) und gegen Dortmund leistete sich Ridle Baku einen Blackout.
Zu viele individuelle Patzer: In Frankfurt war es Josip Brekalo (l.), gegen die Bayern Koen Casteels (M.) und gegen Dortmund leistete sich Ridle Baku einen Blackout.
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Wie schon in Frankfurt und gegen die Bayern leistete sich der VfL Wolfsburg auch gegen Borussia Dortmund individuelle Fehler. Kosten die den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten am Ende die Champions League?

Es war ja nicht so, dass der VfL schlecht gespielt hätte – und doch stand er am Samstagabend beim 0:2 gegen Borussia Dortmund mit leeren Händen da. Eklatant: die individuellen Fehler von Ridle Baku und John Anthony Brooks. Wie schon gegen die Bayern (2:3) und in Frankfurt (3:4). Drei Spiele, zu viele Patzer. Fakt ist: Bekommt der Wolfsburger Fußball-Bundesligist das in den restlichen drei Spielen nicht in den Griff, kann es ihn die Champions-League-Teilnahme kosten. Trainer Oliver Glasner angefressen: „Wir müssen uns die Niederlage leider auch wieder selbst zuschreiben, weil wir in diesen Duellen einfach zu viele individuelle Fehler machen.“

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Beim 3:4 im vorletzten Auswärtsspiel in Frankfurt war es Josip Brekalo, der entscheidend gepatzt hatte. Nachdem dem VfL kurz nach Wiederanpfiff das 2:2 gelungen war, ließ sich der Kroate in der eigenen Hälfte von Gegenspieler Daichi Kamada den Schneid abkaufen, Sekunden später lag die Kugel im VfL-Tor. Beim 2:3 gegen die Bayern hatte der sonst so starke Torhüter Koen Casteels beim ersten Gegentor nicht gut ausgesehen, das zweite ging dann komplett auf seine Kappe. Jetzt gegen Dortmund waren es Baku und Brooks, die patzten. Baku hatte sich einen katastrophalen Rückpass geleistet und damit Brooks komplett überrascht, BVB-Torjäger Erling Haaland verwertete ihn zum 1:0. Keeper Casteels: "Solche Sachen passieren, auf diesem Niveau wird das sofort bestraft. Dann macht er ihn auch noch mit Glück rein, wenn er (Maxence Lacroix, Anm. d. Red.) ihn nicht abfälscht, ist es gar nicht so gefährlich." Er machte ihn aber rein. Vorm 0:2 war es dann Brooks, der sich im Spielaufbau einen folgenschweren Fehlpass leistete. Nutznießer war erneut Haaland.

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Frankfurt, Bayern, Dortmund – drei Spiele, schlimme individuelle Fehler, die die Königsklasse gefährden. Fehler, die der VfL so lange nicht in seinem Spiel hatte. „In den Sphären, in denen wir jetzt Spielen, wird die Luft dünn." In der Tabelle lägen mit Bayern und Leipzig weiter "der amtierende Champions-League-Sieger und ein Champions-League-Halbfinalist aus der letzten Saison vor uns", und Dortmund sei auch immerhin gerade ins CL-Viertelfinale gekommen. "Viele unserer Spieler", so der Österreicher, "haben auf diesem Niveau noch nicht gespielt. Das sind Erfahrungen, die wir einfach sammeln müssen - und die wir leider in den Spitzen-Duellen sammeln. Das gehört dazu. Wichtig ist, daraus zu lernen." Denn: "Wenn du beide Spiele gegen Bayern und beide gegen Dortmund verlierst, dann ist es nicht nur Pech - dann fehlt einfach was. Da müssen wir bei uns beginnen. Und das werden wir – und dann werden wir auch gestärkt aus solchen Niederlagen herausgehen."

Am nächsten Wochenende pausiert die Bundesliga, bevor die Wolfsburger am 8. Mai Union Berlin zu Gast haben. Glasner wird in der Pause die vielen individuellen Fehler klar ansprechen. „Wir werden diese Zeit nutzen, um etwas tiefer in die Analyse zu gehen“, kündigt der Coach an. Es werden in den restlichen Wochen der Saison zwar „keine Quantensprünge mehr möglich sein, aber wir sprechen über Details. Und ich erwarte auch ganz klar von den Spielern, dass sie sich damit auseinandersetzen.“ Und die, die „den besten Eindruck“ machen, „die werden dann auch die Spiele bestreiten“. Die Spiele gegen Union, bei RB Leipzig und gegen Mainz, in denen der VfL sich solche Blackouts nicht erneut leisten kann – sonst wird das mit der Champions League am Ende doch nichts.