15. Juni 2020 / 08:46 Uhr

Drei Spiele in sieben Tagen: Woche der Wahrheit für Dynamo Dresden

Drei Spiele in sieben Tagen: Woche der Wahrheit für Dynamo Dresden

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Training am 14.06.2020
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski hat wieder mehr personelle Alternativen, aber eine ganz harte Woche vor sich. © Steffen Manig
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Am Montagabend muss Dynamo Dresden in Bielefeld zum ersten von drei Spielen innerhalb von sieben Tagen antreten und der Druck ist gewaltig. Nach dem Sieg von Wiesbaden und dem überraschenden Erfolg der Karlsruher im Derby gegen Stuttgart, wird es für die Dresdner immer schwerer, dem Abstieg zu entkommen.

Dresden. Es regnete am Sonntagvormittag, als sich Dynamo Dresden zu einer lockeren Trainingseinheit im Großen Garten zusammenfand. Ein bisschen Gymnastik, ein bisschen Jonglieren, ein paar nette Worte der Ablenkung halber – viel mehr bürdete Trainer Markus Kauczinski seinen Jungs im feucht-heißen Klima zwischen den alten Baumriesen nicht auf. Einige Kicker hatten noch genug an diesem rabenschwarzen Wochenende zu knabbern, an dem fast alles gegen ihr Team lief.

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Noch ehe sie vorm TV mitansehen mussten, dass nach Wiesbaden (2:1 in Kiel) auch Karlsruhe (2:1 gegen Stuttgart) überraschend drei Punkte einheimste, versuchte Kauczinski unermüdlich, wieder positive Gedanken in den Köpfen seiner Spieler zu wecken. Schließlich steht die Woche der Wahrheit mit Spielen am Montag, am Donnerstag und am Sonntag an. Da braucht es größtmögliche Frische – in Körper und Geist.

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Noch am Abend der bitteren 0:1-Niederlage gegen den HSV hatte Kauczinski zugeben müssen, dass er „erstmal richtig down“ sei. Doch er stellte in der Nachbereitung klar: „Die Leistung, die jeder einzelne gegeben hat, war gut. Wir haben das positiv mitgenommen, dass das die Basis ist.“ Trotz der Siege der ärgsten Konkurrenten sei man noch in Reichweite: „Jetzt gilt es dranzubleiben, da zu sein.“

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„Schlacht liefern“

Alles oder nichts zu spielen, das ist für Kauczinski am Montagabend (20.30 Uhr) beim souveränen Tabellenführer Arminia Bielefeld aber zunächst wohl nicht die richtige Option. Angesichts des Kräfteverschleißes aus fünf Spielen in zwölf Tagen und in Beachtung der Stärke des kommenden Gegners wird Dynamo wahrscheinlich nicht gleich alles riskieren: „Wir wissen, dass wir gewinnen müssen. Trotzdem darf man auch nicht ins offene Messer laufen. Das ist immer eine Gratwanderung.“ Vielleicht werde man das Visier mit abnehmender Spielzeit aufklappen, noch mehr Wagemut zeigen, aber man habe auch so schon genügend offensive Kräfte auf dem Feld, zuletzt ja auch mit zwei Spitzen agiert.

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Die SG Dynamo Dresden kassiert auch gegen Arminia Bielefeld eine Niederlage. 0:1 heißt es nach 90 Minuten. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kassiert auch gegen Arminia Bielefeld eine Niederlage. 0:1 heißt es nach 90 Minuten. © Dennis Hetzschold

Auf jeden Fall wolle man Bielefeld wieder „eine Schlacht liefern – vielleicht diesmal mit dem glücklichen Ende für uns“, gab sich Kauczinski schon wieder kämpferisch. Der Paradesturm der Arminia sei durchaus bundesligareif, „aber das Gleiche gilt für den Hamburger Sturm“, gab er zu bedenken. Gegen den HSV habe man kollektiv gut verteidigt, wenngleich man auch einige Chancen zulassen musste. Doch diesmal würde Kauczinski seine Mannschaft schon mehr nach vorn schieben, „denn Angriff ist immer noch die beste Verteidigung“. Dynamo müsse besser nach vorn spielen, den Gegner über längere Phasen beschäftigen, wie es gegen den HSV zu selten gelang, „Ich will, dass wir am Ball unsere alte Stärke wiederfinden, um nicht so berechenbar zu sein“, bekräftigte der Trainer.

„Belastung so knapp wie möglich halten“

Ein Plus könnte da die Rückkehr des tschechischen Mittelfeldduos mit Josef Hušbauer und Ondrej Petrak sein. Beide haben sich erholt, die Personallage ist auch sonst nicht mehr so angespannt, denn nur noch Dzenis Burnic, Justin Löwe und Godsway Donyoh sind gegen Bielefeld nicht einsatzfähig.

Froh ist der Coach, dass er mit seiner Mannschaft an diesem Montag wieder ins Flugzeug steigen und schnell nach Nordrhein-Westfalen düsen kann. „Es ist wichtig, dass wir die Belastung so knapp wie möglich halten“, so der 50-Jährige. Er sei dankbar, „dass der Verein das möglich gemacht hat“. Hoffentlich lohnt sich der Aufwand auch.