05. Dezember 2020 / 20:24 Uhr

Drei Tore, stark gespielt, kein Sieg: RB Leipzig bezwingt Bayern nur fast

Drei Tore, stark gespielt, kein Sieg: RB Leipzig bezwingt Bayern nur fast

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Kopfballduell zwischen Javi Martinez und Nordi Mukiele. Auch Tyler Adams mischt noch mit.
Kopfballduell zwischen Javi Martinez und Nordi Mukiele. Auch Tyler Adams mischt noch mit. © Getty Images
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Sie teilen sich dann doch wieder die Punkte. RB Leipzig zeigt beim FC Bayern München vor allem in Halbzeit eins eine starke Vorstellung, führt zweimal, nimmt aber erneut nur einen Punkt aus der Allianz Arena mit. Das Duell Erster gegen Zweiter der Bundesliga endet 3:3 (2:2).

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München. 3:3 im Gipfeltreffen: RB Leipzig und der FC Bayern München trennen sich zum dritten Mal in Folge unentschieden. Überraschend ist aber der unbedingte Wille der Roten Bullen, die Bereitschaft zu laufen und der Wunsch, endlich bei den Bayern zu gewinnen. Anders als Trainer Julian Nagelsmann, der dem Champions-League-Spiel gegen Manchester United am Dienstag (21 Uhr) mehr Bedeutung zuschrieb, wollten seine Schützlinge definitiv drei Punkte mitnehmen. Umso bitterer ist der Ausgang des Spitzenduells.

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Nkunku zum Dritten

Schon in den ersten Minuten zeigen die Messestädter Herz, setzen das um, was ihr Coach vor dem Spiel „einen mutigen Plan, eine mutige Idee“ nannte. Bereits in der zweiten Spielminute knallt Kapitän Marcel Sabitzer das Leder an die Latte. Gerade er hat gegen den Tabellenersten eine offensivere Rolle in der Aufstellung.

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Starker Punktgewinn für RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf kam bei Rekordmeister FC Bayern München zu einem verdienten 3:3-Unentschieden. Zur Galerie
Starker Punktgewinn für RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf kam bei Rekordmeister FC Bayern München zu einem verdienten 3:3-Unentschieden. ©

Nach einer knappen Viertelstunde hat sich das Spiel noch nicht wirklich entfaltet, aber RB hat Chancen. Die Bayern hingegen leiden unter Kommunikationsproblemen im Mittelfeld, lassen den Gästen dort viel Platz. Den nutzen die Sachsen. Christopher Nkunku lässt in der 13. Minute einen Schuss auf's Tor los, der Ball fliegt aber über Manuel Neuers Kasten. Zweiter Versuch wenige Minuten später: vorbei. Da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, klappt es dann in der 19. Minute. Der Franzose läuft einen schönen Konter, lässt den Nationalkeeper rechts liegen, drin. RB führt mit 1:0 in der Allianz Arena und damit kurzzeitig die Bundesligatabelle an.

Es klingelt und klingelt

Allerdings nur zehn Minuten lang. Denn dann findet Bayern zur gewohnten Form. Ausgerechnet Jamal Musiala, das 17-Jährige Ausnahmetalent, den Trainer Hansi Flick in der 25. Minute für den verletzten Javi Martinez eingewechselt hatte, macht nach einer halben Stunde den Ausgleich. Alles auf null, die Tabellenführung geht wieder an den Abo-Spitzenreiter.


Dabei bleibt es nicht. Schließlich haben die Münchner einen Ruf zu verlieren, zumindest spielen sie nun so. Knapp fünf Minuten später legt Thomas Müller nach Hereingabe von Kingsley Coman nach - 2:1. Weil es aber das Spiel der Leipziger Premieren ist, dauert es keine ganze Minute, da klingelt es erneut im Kasten von Nationalkeeper Neuer. Diesmal heißt der Schütze Justin Kluivert. Es ist das erste Tor des Niederländers im RB-Trikot. Mit dem 2:2 geht es in die Kabinen.

Zweite Führung reicht nicht

Aus der Pause kommen die Bullen hungrig, scharren mit den Hufen und machen sich an die Arbeit. In den Zweikämpfen schenken sich die Kontrahenten ebenso wenig wie in allen anderen Aspekten der Partie. Verschenken will RB Leipzig vor allem nicht den Sieg. Deshalb macht es diesmal Emil Forsberg selbst: Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff netzt der Schwede nach Vorlage von Angelino zur erneuten Führung der Leipziger ein.

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So sehen Guido Schäfers Noten für die Kicker von RB Leipzig aus. ©

Julians Nagelsmänner, zeigen sich in beneidenswerter Form, laufen was das Zeug hält. Kein Weg ist zu weit oder zu lang. Sie sind offensiv stark, schmeißen alles nach vorne, wollen den Bayern Aufgaben stellen. Konstant setzen die Sachsen den Rekordmeister unter Druck, fangen Münchener Pässe ab, kreieren viele Umschaltmomente. Der „Bock zu gewinnen“, den Nagelsmann vor dem Spiel angesprochen hatte, ist definitiv spürbar.

Aber auch Bayern holt nochmal alles aus sich heraus, vor allem einer ihrer ältesten Akteure zeigt ein zweites Mal eine Glanzleistung. Erneut gleicht der FCB aus, erneut schreibt sich Thomas Müller einen Treffer aufs Konto. Kopfball - 3:3. Der Rest der Partie ist auf beiden Seiten dynamisch, intensiv. Noch will niemand aufgeben, Bayern ist dominanter in den letzten Minuten. Zu einem erneuten Treffer kommt es aber auf keiner Seite mehr.