28. Juli 2020 / 11:36 Uhr

Drei Varianten auf der Torwart-Baustelle: Wer wird die Nummer 1 bei Hannover 96?

Drei Varianten auf der Torwart-Baustelle: Wer wird die Nummer 1 bei Hannover 96?

Dirk Tietenberg und Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stefanos Kapino (links), Michael Esser (Mitte) und Martin Hansen (rechts) sind die drei Kandidaten auf den Platz im 96-Tor.
Stefanos Kapino (links), Michael Esser (Mitte) und Martin Hansen (rechts) sind die drei Kandidaten auf den Platz im 96-Tor. © dpa/picture alliance / imago images/foto2press / dpa/Swen Pförtner / Wolfgang Cibura/Fotolia
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Ron-Robert Zieler wird in der kommenden Saison nicht mehr die Nummer 1 bei Hannover 96 sein, das hat Trainer Kenan Kocak schon entschieden. Bleibt die Frage nach seinem Nachfolger. Das sind die drei Varianten auf der Torwartposition.

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Schließt sich ein Tor, öffnet sich vielleicht ein anderes. Das ist leicht ge­sagt. Für Torwart Ron-Robert Zieler ist der Zugang zum 96-Tor in der kommenden Saison versperrt. Trainer Kenan Kocak und Sportdirektor Ger­hard Zuber entschieden gemeinsam: Zieler bleibt nicht die Nummer eins in der kommenden Saison. Seine Saison wurde als zu schwach beurteilt, starke Torwart-Tage wie in Fürth (3:1) gaben keinen positiven Ausschlag mehr.

96-Chef Martin Kind kennt diese sportliche Analyse – und er weiß um die Pro­ble­me, die dadurch entstehen. Zieler hat bei 96 einen Vertrag bis 2023 plus Option. Er möchte in Hannover bleiben. Am Donnerstag kam seine gesunde Tochter Viola Victoria zur Welt. Er könnte seinen Vertrag aussitzen.

Ron-Robert Zieler: Bilder seiner Karriere

Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. Zur Galerie
Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. © imago/

Kind möchte faire Lösung für Zieler

Nun will der Boss verhindern, dass 96 – wie im vergangenen Jahr mit Michael Esser – auf einem unzufriedenen Torhüter sitzen bleibt. Kind möchte eine möglichst faire Lösung für Zieler. „Es wird sehr zeitnah notwendig sein, die entsprechenden Gespräche zu führen und eine Entscheidung zu treffen“, sagt er. Die sportliche Entscheidung steht allerdings fest. Nun muss 96 den Kandidaten finden, für den sich das Tor öffnet. Es gibt drei Va­ri­an­ten.

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Kapino für Zieler. Stefanos Kapino ist die Nummer zwei in Bremen. Dort stellt sich die Torhüterfrage ähnlich komplex dar wie bei 96. Kapino ist als Nummer zwei zu gut. Der Grieche, so be­rich­ten Insider aus Bremen, machte gute Stimmung in der Kabine, ist auf der Linie stark, im Eins-gegen-eins – müsse aber an technischen Schwächen am Fuß arbeiten.

Eine jüngere Variante von Tschauner

Kapino wäre eine jüngere Variante von Philipp Tschauner, mit dem Hannover in die Bundesliga zurückkehrte. 96 erhofft sich eine neue „Tschauni“-Mentalität im Tor. Kontakt gibt es bereits. Und die Bremer? Würden ihn ziehen lassen, trotz Vertrages bis 2022. „Kapi will spielen, da muss man ihn auch verstehen“, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann im Internetmedium „Deichstube“. Eine Million Euro könnte Werder aber haben wollen.

Und Kapino? Möchte nach SPORTBUZZER-Information in Hannover im Tor stehen. 96 hat zwar im SC Freiburg und im 1. FC Köln Konkurrenz, aber für den Griechen steht die Spielpraxis im Vordergrund. Er möchte zu­rück in die griechische Nationalmannschaft. Das Tor der Griechen schloss sich 2017 für ihn, weil Kapino zu wenig Spielpraxis sammelte.

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Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©
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Esser für Zieler. Die ablösefreie Rückkehr von Michael Esser liegt schon länger auf Zubers Schreibtisch. Es hieß, Esser sei sich sogar mit 96 einig geworden. Das stimmt teilweise, die Bedingungen stimmen noch nicht.

Esser, der vor einem Jahr wegen des Zieler-Transfers aus dem Tor flog, ging zwar professionell mit dem Ex-Weltmeister um (und umgekehrt), aber Esser, der wie Kapino und Martin Hansen nur einmal in der letzten Saison spielte, erlebte bei 96 bereits zwei aufreibende Kämpfe ums Tor. Erst mit Tschauner, später mit Zieler. Ob er sich den Stress antut? Ein Angebot aus Köln, wo er Nummer zwei gewesen wäre, lehnte Esser ab – um frei zu bleiben für 96. In Hannover ist er beliebt, trotz des Abstiegs 2019 zeigte er gute Leistungen.

Hansen für Zieler. Bleibt die Möglichkeit. dass 96 gar keinen neuen Schlussmann holt. Schließlich hat Kocak ei­nen Kandidaten mit Bundesliga- und Champions-League-Erfahrung aus Ingolstadt oder Basel. Hansen hielt gut beim 2:0 gegen Bochum (SPORTBUZZER-Note 2). Je länger 96 sich Zeit lässt in der Torwartfrage, desto eher öffnet sich das Tor für Hansen.